„Das Schönauer Gefühl“ – atomstromlos, klimafreundlich und in Bürgerhand

 „Das Schönauer Gefühl“ – atomstromlos, klimafreundlich und in Bürgerhand

Im Rahmen ihrer Energiereihe mit dem Titel „Erneuerbar oder Einweg – für den Strom der Zukunft“ lädt der AK Umwelt und Klimaschutz der Grünen Leipzig am kommenden Donnerstag, 21.04.2011 um 19 Uhr ins Kulturcafé Knicklicht ein. Mit Unterstützung der Leipziger Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/ Die Grünen Monika Lazar wird der Film „Das Schönauer Gefühl“ gezeigt. Nach der Filmvorstellung gibt es die Möglichkeit mit Monika Lazar über die Grundlagen des Energiewandels zu diskutieren.

Angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan und der anhaltenden Diskussion um einen möglichst schnellen deutschlandweiten Ausstieg aus der Atomenergie, lohnt es einen Blick in den Süden Deutschlands zu werfen und zu sehen, dass ein Atomstromausstieg schon vor 25 Jahren möglich war.“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig. Nach der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 haben sich schon damals Bürger-/innen der Stadt Schönau im Schwarzwald sowie engagierte Mitstreiter zusammengeschlossen und eine Bürgerinitiative zur Übernahme des örtlichen Stromnetzes gegründet. Neun Jahre und zwei Bürgerentscheide dauerte es, ehe die Bürgerinitiative ihr örtliches Stromnetz von einem Atomkraftwerksbetreiber freikaufen konnte. Heute ist diese unter dem Namen Elektrizitätswerke Schönau (EWS) bundesweit bekannt.

Gerade das Beispiel der Elektrizitätswerke Schönau macht deutlich, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft auch in Leipzig möglich ist," so Monika Lazar. Sie erneuerte dabei noch einmal die Forderung, den Atomausstieg auch auf kommunaler Ebene anzugehen. „Unsere Zielstellung heißt dabei Atomausstieg bis spätestens 2017. Das kann gelingen, wenn jetzt schnell die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Dazu bedarf es vor allem eines beschleunigten Ausbaus der erneuerbaren Energien, Investitionen in Energieeffizienz, Energieeinsparung und Energiespeicher sowie in die Modernisierung der Netze. Die EWS Schönau sind dafür ein Best Practice Beispiel“; so Lazar.

Als einer von vier deutschlandweiten Ökostromanbietern betreiben die EWS alleinig ihr Stromnetz, welches in Bürgerhand liegt ebenso wie die Stromerzeugung aus regenerativer Wasserkraft aus Neuanlagen sowie aus Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem kaufen die EWS nur bei unabhängigen Erzeugern, die keine Kapitalbeteiligungen bei Atomkraftwerksbetreibern oder deren Tochterunternehmen haben.

Der Film dokumentiert die Entstehung der „Stromrebellen aus dem Schwarzwald“ und deren langen, steinigen Weg, weg vom Monopolanbieter hin zu einer nachhaltigen, dezentralen und klimaschonenden Energieversorgung.

Dieser Film zeigt, dass mit Mut und Engagement eine Versorgung der Kommune ohne Atomstrom und mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien möglich ist.

Links:

Elektrizitätswerke Schönau: http://www.ews-schoenau.de/

Das Schönauer Gefühl: http://www.ews-schoenau.de/mitwissen.html

Alle Termine:

Der Arbeitskreis Umwelt- und Klimaschutz trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 19.00 Uhr in der Geschäftsstelle, Hohe Straße 58.
Filmreihe: jeweils 19.00 Uhr im Café Knicklicht, Dresdner Straße 79, Leipzig, Eintritt kostenlos
21.04.11 Das Schönauer Gefühl, in Kooperation mit Monika Lazar (MdB)
19.05.11 There Once Was an Island: Te Henua e Nnoho in Kooperation mit Gisela Kallenbach (MdL)

03.-05.-27.05.2011: Ausstellung „Klimawandel in Sachsen“, Foyer Mensa am Park / Universität Leipzig

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