Archive for Oktober, 2018

Grüne EU-Abgeordnete Maria Heubuch: „Ackerland ist kein Spekulationsobjekt“

Grüne um Leipzig und Mittelsachsen laden zum Podiumsgespräch nach Schloss Wurzen

Über Landspekulationen und die Folgen des Aufkaufs von immer mehr Land durch Investoren diskutieren die Grüne Europa-Abgeordnete Maria Heubuch, Willi Lehnert von den Ökonauten Brandenburg und Dirk Mansberg, ein Landwirt aus Thüringen. Der Abend wird von Malte Reupert, KV-Sprecher der Grünen Nordsachsen, moderiert.

Landgrabbing, das Aufkaufen von landwirtschaftlichen Flächen als Investitionsobjekt durch Kapitalanleger, bedroht die vielfältige, nachhaltige bäuerliche Landwirtschaftsstruktur und damit die Biodiversität in vielen Regionen Europas und der Welt.

Agrarindustrielle Erzeugung in immer größeren landwirtschaftlichen Strukturen zerstört die Artenvielfalt, belastet das Grundwasser und gefährdet auch die sozialen Strukturen in den ländlichen Räumen. Dies ist auch das Ergebnis der verfehlten Agrarpolitik der EU. Bisher gehen 80 Prozent der EU-Förderung an nur 20 Prozent der Betriebe.

Ziel Grüner Politik ist es, bäuerliche Betriebe vor Agrarkonzernen und Bodenspekulation zu schützen.

Die Spekulation mit Ackerflächen hat schwerwiegende Folgen: Sie trimmt die ostdeutsche Landwirtschaft auf Massenproduktion und Massentierhaltung. Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in Ostdeutschland befindet sich schon in den Händen „artfremder Investoren“. Sie besitzen größtenteils Flächen ehemaliger Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften. Die Investoren nutzen steuerliche und rechtliche Lücken, um an das Land zu kommen.

Eine Folge der Spekulation sind rasante Preissteigerungen beim Boden.

Maria Heubuch kämpft im EU-Parlament für eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft und die Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik (GAP). Ab 2021 wird gemeinsame Agrarpolitik (GAP) neu ausgerichtet. Die Leitplanken werden jetzt aufgestellt. „Wir müssen Vielfalt schaffen auf allen Ebenen“, fordert Maria Heubuch. Die Grüne Agrarpolitikerin gehört den Ausschüssen für Landwirtschaft und Entwicklung des EU Parlaments sowie dem Sonderausschuss für EU-Genehmigungsverfahren für Pestizide, kurz Glyphosat-Ausschuss an.

Willi Lehnert wird am Abend die „Ökonauten“, eine Bürger-Landgenossenschaft in Berlin-Brandenburg, vorstellen, die für eine alternative Landwirtschaft wirbt. Ihr Ziel ist die Versorgung von Berliner Verbraucherinnen und Verbrauchern mit regionalen Lebensmitteln und eine alternative Landwirtschaft. Ziele der Ökonauten sind: Land sichern und es langfristig für den ökologischen Anbau sichern, Existenzgründungen in der Landwirtschaft fördern und gute Lebensmittel produzieren und sie auf kurzen Wegen verteilen.

Ort: Schloss Wurzen Amtshof 2 04808 Wurzen

Termin: 25.10.2018 19.30 Uhr Ende gegen 21.00 Uhr

Moderation: Malte Reupert, Sprecher KV Nordsachsen

Gäste:
Maria Heubuch MdEP Entwicklungs- und Agrarpolitik in der EU
Willi Lehnert MSc. Öko-Agrarmanagement Ökonauten eG
Dirk Meinsberg, Landwirt aus Nordhausen/ Thüringen

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S-Bahn 2030 – Rückrat statt Ring!

„Die S-Bahn hat in Leipzig das Potential zum Rückgrat des ÖPNV in Leipzig zu werden. Dazu muss sie aber öfter fahren und näher an die Menschen gebracht werden. Die S-Bahn muss endlich ein „Nimm mich mit“-Angebot machen“, mischt sich Volker Holzendorf, Co-Sprecher der AG Stadtentwicklung und Mobilität von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN in Leipzig in die Diskussion zur Zukunft des S-Bahn Netzes in Leipzig ein.

„Neue Linien machen demnach nur Sinn, wenn sie aus Kundensicht geplant werden und zukünftige Stadtentwicklungsschwerpunkte anschließen. Unter dieser Prämisse haben wir zusammen mit proBahn Mitteldeutschland ein S-Bahn Netz 2030 für Leipzig entwickelt“, erklärt Volker Holzendorf weiter.

Neu durch die Stadt
Auf bestehender Gleisinfrastruktur kann von Schkeuditz über Lützschena und Gohlis durch den bestehenden City Tunnel über Stötteritz am Umweltforschungszentrum vorbei direkt nach Taucha gefahren werden. Diese S-Bahnlinie ist auch aus Kundensicht interessant, weil sie dorthin fährt wo sie gebraucht wird. Von Wohngebieten zu den Arbeitgebern.

Doppelt im Westen
In Grünau leben Menschen, die durch Taktverdichtung öfter wegkommen und zudem noch mit dem Südraum Leipzig ein interessante neue Ziele bekommen.

Mehr im Osten
Es ist notwendig über Stötteritz hinaus in den Leipziger Osten weiterzufahren. Hier sind interessante Ziele wie das Paunsdorf Center, aber auch mit Sellerhausen-Stünz Wohngebiete, die derzeit völlig unzureichend an die S-Bahn angebunden sind. Hier wird Potential verschenkt, dass gehoben werden muss. Mit der Reaktivierung der S-Bahn-Haltestelle Leipzig Ost an der Hermann-Liebmann-Brücke werden die stark wachsenden Stadtteile Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf und Schönefeld ans Netz angeschlossen und mit den vorhandenen Bus- und Tramlinien vernetzt.

Nah an die Menschen
Als weiteres müssen noch mehr Haltestellen in das Netz integriert werden: Diese finden z.B. in Mockau, an der Essener Straße (im Bau) oder dem Güterverkehrszentrum. Aber auch an der Dietzmannstraße im Westen mit Übergang zu den Tram Linien 1+2. Auch das neu entstehende Quartier am Eutritzscher Freiladebahnhof muss ans Netz angeschlossen werden.

ÖPNV-Kreuz Leipzig-Ost
Ein ÖPNV-Knoten im Leipziger Osten in Sellerhausen sollte auch aus Stadtentwicklungssicht in Angriff genommen werden. Hier kann ein starker ÖPNV Knoten entstehen, der zwischen Straßenbahn (Linie 7 und 8), S-Bahn und einigen Buslinien (sofern sie leicht in ihrem Laufweg angepasst werden) kurze Umsteigebeziehungen erlaubt. Wenn dann auch noch der überregionale Schienenverkehr aus Richtung Dresden hier hält, ist für die Bürger der zeitraubende Umweg über den Hauptbahnhof hinfällig, sofern der Arbeitgeber im Leipziger Osten liegt.

ÖPNV-Kreuz Leipzig West
Das gleiche kann auch im Leipziger Westen am Bahnhof Leutzsch entstehen und sollte im Zuge des Neubaus der Georg Schwarz Brücken angegangen werden. Hier treffen sich Regionalverkehr nach Markranstädt – Naumburg – Erfurt mit der S-Bahn nach Grünau und der Straßenbahnlinie 7. Zudem könnten die Buslinien 80, 67, und 62 relativ einfach über den Bahnhof Leutzsch geführt werden.

„Dieses S-Bahn-Netz kommt vollständig mit der bestehenden Schieneninfrastruktur aus. Lediglich in neue Haltestellen muss investiert werden. Das sollte aber im Interesse des Betreibers sein. Genauso sinnlos wie ein Laden ohne Eingangstür ist, sind Schienen durch Wohngebiete ohne Haltepunkte.“, fasst Holzendorf die notwendigen Maßnahmen zusammen.

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