Archive for Februar, 2022

Mahnwache gegen den Grünflächenschwund in Leipzig

Am 11. Februar 2022, kurz vor dem Ende der Baumfällperiode wurden am Wilhelm-Leuschner-Platz zahlreiche Bäume und Sträucher gerodet und damit eins der artenreichsten Habitate der Stadt zerstört. Ausgleichsflächen sind nicht in Sicht, die dort nachgewiesenen 17 Brutvogelarten, Insekten und zahlreiche weitere Kleintiere verlieren ihren Lebensraum, darunter der streng geschützte Grünspecht. 


„Die Fläche ist im Landschaftsplan als Grünfläche ausgewiesen, diente als Kaltluftschneise in die Innenstadt und zur Regenwasserrückgewinnung auf dem ansonsten komplett versiegeltem Areal. Weder gab es eine artenschutzfachliche Untersuchung inklusive einem Konzept über Art und Umfang von erforderlichen Ersatzmaßnahmen, noch erfolgte die Benennung von Ausgleichen für die verlorengegangenen Lebensräume der Tiere. Ein Platz der Biologischen Vielfalt mitten in Leipzig ist Geschichte und damit ein prominentes Beispiel für rücksichtslose Stadtplanung“, sagt dazu Anne Vollerthun, Sprecherin der AG Tierschutz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Neben der Klima- und Waldkrise gibt es das größte Artensterben aller Zeiten. „Abgesehen davon, dass Pflanzen, Tiere und auch Menschen wertvollen Lebensraum zur Erholung und Kühlung verloren haben, muss auch hinterfragt werden, wie ernst die Stadt Leipzig die bestehenden Instrumente der Bürgerbeteiligung überhaupt nimmt. Unterschriftensammlungen, ehrenamtliche Tätigkeiten der Bürger*innen und Vereine zur Pflege der Grünfläche, sowie Vorschläge zur Änderung der Bebauungsvorhaben wurden einfach vom Tisch gewischt“, so Anne Vollerthun weiter. 


Ulrike Böhm, Vorsitzende der Leipziger Bündnisgrünen, führt dazu aus: „Wir haben uns in Leipzig die Ausrufung des Klimanotstandes im Jahr 2019 hart erkämpft. Es muss nicht zuletzt aus diesem Grund möglich sein, aus buchstäblich besseren Zeiten stammende Bauplanungen an die Klimakrise anzupassen, Stadtnatur zu erhalten UND Wohn- und Arbeitsräume für die Leipzigerinnen zu schaffen.“
Gegen den Grünflächenschwund nicht nur am Wilhem-Leuschner-Platz findet heute, am 24.02.2022 in der Zeit von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr wieder eine Mahnwache im Bereich des Zugangs zum City-Tunnel am kleinen Wilhelm-Leuschner-Platz statt.

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Kundgebung zum Europäischen Tag der Solidarität mit der Ukraine – Nein zum Krieg!

Am morgigen Sonnabend, dem 19. Februar, zwischen 14.45 und 16 Uhr wird auf dem Leipziger Markt eine Kundgebung zum Europäischen Tag der Solidarität mit der Ukraine stattfinden. Seit Wochen beunruhigt der russische Truppenaufmarsch an der Grenze der Ukraine die Öffentlichkeit. Eine intensive Reisediplomatie hat eingesetzt, um die „brenzlige Situation“, wie es die GRÜNE Außenministerin Annalena Baerbock unlängst bezeichnete, zu entschärfen. Die wirtschaftliche Lage in der Ukraine ist durch die drohende Eskalation noch schlechter geworden. Das trifft vor allem die Menschen in dem Land.


„Wir GRÜNE in Leipzig sehen uns gerade vor dem Hintergrund der Bürgerrechtsbewegung im Bündnis 90, in der sich schon vor und während der Friedlichen Revolution zahlreiche unserer langjährigen Mitglieder engagierten, den Menschen in der Ukraine in ihrem Streben nach Stabilisierung und Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eng verbunden. Deshalb rufen wir dazu auf, am Europäischen Tag der Solidarität mit der Ukraine am morgigen Sonnabend teilzunehmen“, sagt Ulrike Böhm, die Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
„Kiew ist unsere Partnerstadt und das ist noch einmal eine ganz besondere Verpflichtung für alle Leipzigerinnen und Leipziger, sich solidarisch zu zeigen mit den Menschen in der Hauptstadt der Ukraine und im ganzen Land“, ergänzt Vendula Vaciková, europapolitische Koordinatorin bei den Leipziger Bündnisgrünen. „Europa bedeutet vor allem auch, dass die Menschen über ihr Schicksal selbst entscheiden und in demokratischen Verfahren die Zukunft ihres Landes, sei es ein größeres oder ein kleineres, bestimmen können. Das macht Souveränität in Europa aus, das macht die europäische Zivilgesellschaft aus, deshalb muss sie zusammenhalten und sich solidarisch zeigen, in Leipzig, in Kiew, in ganz Europa.“

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