GRÜNE kritisieren respektlosen Umgang lokaler Verwaltungen und Parlamente mit Petitionen

Artikel 17 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verbrieft das „Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden“. So geschehen zuletzt hier in Leipzig am 14.10.2020, als die NABU-Petition „Bauen und Natur erhalten! Artensterben stoppen! Grünflächen erhalten!“ (Bebauung des Leuschnerplatzes) an den Stadtrat übergeben wurde. So geschehen am 19.10.2020, als die Petition „Andere Wege gehen – kein Wegebau für KFZ“ (umfangreiche Flächenversiegelung und Straßenbau am Ufer des Störmthaler Sees) an den Gemeindrat Großpösna im Landkreis Leipziger Land übergeben wurde. Beide Petitionen wurden von Tausenden Bürger*innen mitgetragen, beiden Petitionen vermitteln die Bitte dieser Menschen, bei Bauprojekten die Belange der Natur zu beachten, Tiere und Pflanzen, insbesondere auch Bäume, zu schützen.
Rechtsfolge einer Petition ist, dass sie von der Behörde oder der Volksvertretung, an die sie gerichtet ist, bearbeitet und beantwortet werden muss.

Es war bitter, mit anzusehen, wie die NABU-Petition (6.176 Unterschriften) einfach zu den Akten gelegt wurde. Karsten Peterlein, GRÜNES Mitglied, ehrenamtlich aktiv beim NABU hier in Leipzig und Initiator der Petition: „Wir sind noch immer schockiert. Es war ein schwarzer Tag für die Bürgerbeteiligung in Leipzig! Wir waren auf der Besuchertribüne anwesend, als unsere Petition im Stadtrat innerhalb von 30 Sekunden „behandelt“ wurde. Ganz schnell wurde die von der Stadt als Antwort auf unsere Petition formulierte Beschlussvorlage, welche nicht in Ansätzen auf die acht Forderungen unserer Petition eingeht, beschlossen. Bei der Entscheidung befanden sich einige Stadträte noch in der Essenspause, und es gab keine Wortmeldungen.“

Auch die Bürgermeisterin von Großpösna zeigte sich angesichts der Petition der Bürgerinitiative Dreiskau-Muckern (4.789 Unterschriften) nicht sonderlich beeindruckt. Natürlich habe man da jetzt auf die Schnelle keine Antwort. Ulrike Böhm, Sprecherin der Leipziger GRÜNEN, war bei der Übergabe der Petition im Landkreis dabei. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Demokratie nicht nur bedeutet, dass man eine Petition einreichen darf, ohne dass einem selbst dabei Nachteile entstehen. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Verwaltungen und erst recht die gewählten Volksvertreter*innen die Meinungen und Vorschläge der Menschen ernst nehmen, sich mit den Themen der Petitionen auseinandersetzen und eine öffentliche Diskussion zulassen. Die Auswirkungen der drohenden Klimakatastrophe machen die Bürger*innen in der Stadt und auf dem Land sensibel. Jeder Erwachsene und auch Kinder spüren, dass noch mehr Flächenversiegelung und noch weniger Bäume keine Lösung, sondern Teil des Problems sind. Natürlich gibt es die klassischen Zielkonflikte zwischen Bauen und Natur erhalten oder zwischen touristischer Nutzung und der Schönheit unberührter Natur. Diese müssen augehandelt werden.“

„Als Politiker*innen sind wir verpflichtet, den Menschen, die uns gewählt haben, diese Konflikte zu erklären. Streng formale Verhaltensweisen fördern die Politikverdrossenheit. Wir aber brauchen Bürgerinnen und Bürger, die uns vertrauen und dabei helfen, Beschlossenes umzusetzen. Allein in den Rathäusern und den Gemeindesälen werden wir die Probleme nicht lösen können.“ so Ulrike Böhm

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Aufstellungsbeschluss zum WTNK: Wie weiter mit Leipzigs Fließgewässern?

Leipzig. Die GRÜNEN fordern seit zwei Jahren ein Moratorium des WTNK (Wassertouristisches Nutzungskonzept), weil der Ausbau der touristischen Nutzung der Leipziger Fließgewässer angesichts der Klimakrise nachrangig sein sollte. Leipzigs Gewässer sind in einem unbefriedigendem bis schlechtem Zustand, nicht nur wegen der vergangenen schweren Dürreperioden. 

„Am 14.10.2020 wurde im Rathaus die Fortschreibung des WTNK, welches wir GRÜNEN nach wie vor kritisch sehen, beschlossen“, so Matthias Jobke, Sprecher des Leipziger Stadtverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Wir betrachten es als großen Erfolg für die Leipziger Klima- und Umweltpolitik, dass der gemeinsame Änderungsantrag von Jürgen Kasek und Michael Neuhaus vom Stadtrat mit großer Mehrheit angenommen wurde.“

Der gemeinsame Änderungsantrag der umweltpolitischen Sprecher der GRÜNEN und der LINKEN zielte darauf ab, das WTNK bis zur Verabschiedung des Auenentwicklungskonzeptes unter Vorbehalt zu beschließen. Ziel des Auenentwicklungskonzeptes ist die Renaturierung der Auenlandschaft mit Wiederherstellung der natürlichen Gewässerdynamik. 

Ulrike Böhm, die Sprecherin des Leipziger Stadtverbandes Bündnis90/Die GRÜNEN, nimmt Bezug auf den Änderungsantrag der gesamten GRÜNEN Stadtratsfraktion: „Statt des WTNK fordert die Partei schon lange ein Gewässerentwicklungsprogramm, um die Ziele der WRRL (Europäische Wasserrahmenrichtlinie) zu erreichen. Da aber nun der Aufstellungsbeschluss offenbar unbedingt her musste, hat unsere Fraktion beantragt, die Maßnahmen des WTNK dem Auenentwicklungskonzept zu unterstellen UND die ökologischen Auswirkungen eines schiffbaren Gewässerneubaus oder -ausbaus unter Beachtung des Verbesserungsgebotes der WRRL zu betrachten.“

Im Änderungsantrag heißt es, das Verfahren zur Aufstellung müsse so ausgerichtet werden, dass alle Maßnahmen des WTNK dem Auenentwicklungskonzept zeitlich nachgeordnet sind und nicht von vornherein zu einer faktischen Vereitelung der Schritte führen, die für einen guten Gewässerzustand erforderlich sind. 

„Diese Präjudizierung schränke aber das Verwaltungshandeln zu sehr ein, und so wurde eine Einzelabstimmung der verschiedenen Punkte des GRÜNEN Änderungsantrages durchgeführt. Ich weiß nicht, was mich mehr erschüttert: dass im Stadtrat keine Mehrheit dafür zustande kam, die Entwicklung und Erhaltung des Auwaldes dem weiteren Aufblähen des Wassertourismus vorzuziehen oder dass durch diese Abstimmung hohe Strafzahlungen an die EU billigend in Kauf genommen werden, was aus meiner Sicht das Vertrauen in die Politik weiter schmälert. Wir werden hier in Zukunft auch als Partei noch genauer hinschauen“, so Ulrike Böhm abschließend.

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GRÜNER Kreisverband wählt neuen Vorstand

Am Freitag Abend wählte der GRÜNE Kreisverband im Täubchental einen neuen Vorstand. Ulrike Böhm und Matthias Jobke wurden mit großer Mehrheit als Vorstandssprecher*innen bestätigt und bekleiden damit weiterhin die traditionelle Doppelspitze der Partei. Als Schatzmeister wurde Jonathan Wiencke gewählt. Komplettiert wird der Vorstand durch die Beisitzer*innen Claire Carlson, Ulrike Gebhardt, Paula Piechotta, Nicole Schreyer, Sebastian Richter und Daniel Tiedtke.

„Mit diesen neuen Vorstand gehen wir gestärkt in die bevorstehende Bundestagswahl. Auch diesmal wollen wir ganz vorne mitspielen und in Leipzig stärkste politische Kraft werden.“ so Ulrike Böhm, Vorstandssprecherin.

„In den letzten Jahren haben wir ein beispielloses Mitgliederwachstum erlebt. Ziel für die nächsten zwei Jahre muss es nun sein, den Mitgliedern noch mehr Angebote zur persönlichen und politischen Entwicklung zu machen. Für die kommenden Wahlen werden wir mehr GRÜNE Kandidat*innen brauchen und auch Menschen, die verantwortliche Positionen in der Stadt übernehmen können.“ ergänzt ihr Sprecherkollege Matthias Jobke.

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Gewalttätige Ausschreitungen in Connewitz verurteilen GRÜNE scharf

Zu den gestrigen Ausschreitungen in Connewitz in Rahmen einer Kundgebung zu den Hausbesetzungen in Leipzig sagt Matthias Jobke, Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig:

„Die Steinwürfe und die brennenden Barrikaden, die wir gestern Abend in Connewitz und vorgestern im Leipziger Osten erlebt haben, verurteilen wir GRÜNEN scharf. Ein Teil der Demonstrant*innen erwiesen den wichtigen Forderungen der Aktivist*innen der Ludwigstraße – wirksam gegen den Leerstand in der Stadt vorzugehen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen sowie soziale und kulturelle Freiräume zu organisieren – damit einen Bärendienst. Aber auch die Entscheidung der Polizei, Tränengaskartuschen in dicht besiedelten Gebiet einzusetzen, wirft Fragen zur Einsatztaktik auf.“

„Wir müssen uns dringend mit der konkreten Ursache auseinandersetzen: Leerstehende Häuser dürfen keine Spekulationsobjekte sein. Wer der Gemeinwohlverpflichtung seines Eigentums nicht nachkommt, gefährdet letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hier sind Politik und Verwaltung gefordert, ihre rechtlichen Handlungsspielräume vollumfänglich auszunutzen, um Hauseigentümer*innen zu verpflichten, Wohnraum zu schaffen und zu vermieten. Mit der sozialen Erhaltungssatzung hat der Stadtrat dieses Jahr ein wirksames Mittel auf den Weg gebracht, bezahlbare Wohnungen zu schaffen oder zu erhalten und Verdrängung zu verhindern. Diesen eingeschlagenen Weg werden wir weitergehen.“ ergänzt Ulrike Böhm, Vorstandssprecherin der BÜNDNISGrünen.

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Grüne bedauern fehlgeschlagene Einigung zur Ludwigstraße 71

Am heutigen Mittwoch wurde das besetzte Haus in der Ludwigstraße geräumt. Dazu Matthias Jobke, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig:

„Wir bedauern sehr, das keine Einigung zwischen Aktivist*innen und dem Besitzer des Hauses in der Ludwigstraße zustande gekommen ist. Von einer Nutzung des Hauses im Sinne des von den Aktivist*innen und den Anwohner*innen erarbeiteten Konzepts mit Räumen für Veranstaltungen, Wohnformen für alle Generationen und Schulgarten hätte die ganze Straße und der Stadtteil profitieren können.“

Ulrike Böhm, Sprecherin der Leipziger BÜNDNISGrünen ergänzt: „Von Leerstand in der Stadt profitiert dagegen niemand. Wir brauchen Konzepte, die den Leerstand bekämpfen und Häuser für die öffnen, die Wohnungen dringend benötigen. Vor allen Wächterhäuser und alternative Wohnkonzepte müssen stärker in der Stadtverwaltung bedacht werden. Wir bleiben weiter an dem Thema dran!“

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Sächsischer Umweltminister Wolfram Günther vor Ort in Leipzig

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Am 27.08.2020 fand unter Beteiligung von Entscheider*innen verschiedener Ebenen, Amtsträger*innen und Wissenschaftler*innen ein Pressetermin mit dem GRÜNEN sächsischen Umweltminister Wolfram Günther statt. Themen waren der aktuelle Zustand des Leipziger Auwaldes und eine konstruktive Debatte darüber, welche Zukunft der Auwald vor dem Hintergrund der Klimakrise hat.

Ulrike Böhm, Sprecherin des Leipziger GRÜNEN Kreisverbandes: „Wir Leipziger GRÜNEN freuen uns und sind stolz darauf, dass unser Auwald nun im Sächsischen Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft zur „Chefsache“ wird. Wir sind Wolfram Günther dankbar, dass er die Bürger*innen vor Ort informiert und sich in Sachen Auwald im konstruktiven Austausch sowohl mit der Bundes- als auch mit der Stadtebene befindet.“

Im Rahmen des Vor-Ort-Termins in der Nordwestaue wurde deutlich, wie wichtig eine Revitalisierung des Auwaldes ist, welche sich nur mit einer Anhebung des Grundwasserspiegels und regelmäßigen Überschwemmungen erreichen lässt. Dafür sind erhebliche Anstrengungen erforderlich, auch finanziell.

„Während des Pressetermins wurde von Prof. Wirth vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig sehr eindringlich geschildert, dass der Auwald in seinem derzeitigen Zustand seiner für uns Menschen so wichtigen Kühlungsfunktion praktisch nicht gerecht werden kann. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Hitze in der Stadt ist die Revitalisierung des Auwalds dringender denn je – nicht nur im Sinne des Naturschutzes, sondern auch für die Gesundheit der Menschen. Mit „unserem“ Staatsminister Wolfram Günther im Rücken sehen wir Leipziger GRÜNEN der Zukunft des Auwaldes nun optimistischer entgegen“, so Ulrike Böhm abschließend.


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Kreisverband Leipzig

Geschäftsstelle
Hohe Straße 58
04107 Leipzig

VorstandssprecherInnen:
Ulrike Böhm
Matthias Jobke

Tel 0341 – 21 55 930
Fax 0341 – 21 55 928
E-Mail: info@gruene-leipzig.de
www.gruene-leipzig.de

Termine: www.gruene-leipzig.de/terminplan
Pressemitteilungen: presse.gruene-leipzig.info
Spenden: www.gruene-leipzig.de/spenden

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Aktionsbündnis und GRÜNE sammeln Unterschriften gegen geplanten Flughafenausbau

Ungeachtet der Klimakrise soll der Flughafen Leipzig/Halle weiter massiv ausgebaut werden. Am Frachtdrehkreuz DHL Hub soll die Anzahl der Stellplätze von 60 auf 96 Stellplätzen anwachsen, geplant sind 118.000 Starts und Landungen im Jahr 2032. Im Jahr 2019 fanden ca. 79.000 Starts und Landungen statt.

Dazu Anna Kaleri, GRÜNE Stadträtin: „Die Belastung durch nächtlichen Fluglärm ist für die Betroffenen schon jetzt nicht mehr hinnehmbar. Die gesundheitlichen Schäden, die Fluglärm verursacht, sind immens. Auch in Hinblick auf die Klimakrise, deren Auswirkungen wir nun auch in Mitteleuropa schmerzlich erfahren, ist ein weiterer Ausbau des Flughafens das absolut falsche Zeichen.“

Matthias Jobke, Vorstandssprecher der Leipziger BündnisGRÜNEN, erklärt: „Als Partei unterstützen wir das Aktionsbündnis, das unsere Stadträtin Anna Kaleri im April dieses Jahres ins Leben rief. Dem Bündnis gehören unter anderem die „Bürgerinitiative gegen die neue Flugroute“ sowie Umweltaktivisten von „Am Boden bleiben“ und „Extinction Rebellion“ an. Wir laden alle Leipziger*innen ein, sich an den Info-Stände zu informieren. Dort kann die zur Zeit laufende Petition gegen die geplante Erweiterung des Frachtflugverkehrs unterzeichnet werden.“

Mi. 26.8.2020 9.00 – 11.30 Uhr Schkeuditz, Markt

Do. 27.8.2020 15.00 – 18.00 Uhr Leipzig, Leutzsch Arkaden

Fr. 28.8.2020 8.00 – 12.00 Uhr Leipzig, Lindenauer Markt

Online ist die Petition unter folgenden Link erreichbar:

https://www.openpetition.de/petition/online/kein-weiterer-ausbau-des-frachtflughafens-leipzig-halle-2csm_Sharepic_25_08_2020_HP_bdf961e75b.jpg

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Besetzung der Ludwigstraße 71 ist ein Akt des zivilen Ungehorsams

Am letzten Freitag wurde von Aktivist*innen ein Haus in der Ludwigstraße im Leipziger Osten besetzt. Matthias Jobke, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig sagt dazu:

„Die Besetzung der Ludwigstraße 71 ist ein Akt des zivilen Ungehorsams. Die Aktivist*innen möchten damit auf den vorhandenen Leerstand in der Stadt aufmerksam machen – was bei gleichzeitigem Wohnungsmangel und steigenden Mieten zweifelsohne Fragen aufwirft. Das von den Aktivist*innen vorgelegte Nutzungskonzept, bestehend aus selbstorganisierten Wohnformen für alle Generationen, Gemeinschaftsräumen und -gärten und Räumen für Bildungsarbeit begrüßen wir sehr.  Selbstverständlich stellt das Besetzen von Häusern einen Gesetzesverstoß dar, Eigentum verpflichtet jedoch auch und jahrelanger Leerstand von Wohnraum ist in der wachsenden Stadt nicht zu vermitteln. In unserer Gesellschaft muss immer Platz für politische Aktionen sein, die uns auf Missstände hinweisen.“

„Dass die oder der Eigentümer*in am Mittwoch nach Leipzig kommen will, begrüßen wir sehr. Wir hoffen auf einen fruchtbaren Dialog mit den Aktivist*innen und auf eine Einigung, die für alle Seiten zufriedenstellend ist. Wir BündnisGRÜNEN werden uns in den nächsten Tagen auch selbst um ein Treffen mit den Aktivist*innen bemühen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu überlegen, wie eine Win-Win-Lösung aussehen könnte“ ergänzt Ulrike Böhm, Vorstandssprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig.

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Nur ein toter Jungvogel?

csm_Sharepic_23_08_2020_HP_f0d22a873c.jpgLeipzig. Die zunehmende Verdichtung im Wohnungsbau birgt Gefahren für die in der Stadt lebenden Wildtiere, insbesondere für die Singvogelarten. Der Klimawandel tut sein Übriges. Die Leipziger GRÜNEN rufen zu mehr Achtsamkeit auf.
Über den NABU-Regionalverband Leipzig wurde bekannt, dass am 19.08.2020 von einer Baustelle im Leipziger Stadtteil Anger-Crottendorf zwei nestjunge Mauersegler geborgen worden sind. Die Jungvögel waren buchstäblich eingemauert, die Elternvögel hätten das langsame Verhungern ihrer Brut tagelang mit ansehen müssen. Eins der beiden Küken hat nicht überlebt.
„Ein toter Mauersegler. Eins von tausenden Opfern verschiedenster Wildtierarten, die wir nach und nach vertreiben, denen wir die Lebensstätten nehmen, die Brutplätze, die Nahrungsgebiete. Ein Zeichen dafür, dass wir in Leipzig noch weit davon entfernt sind, Bauen UND Naturschutz zusammenzudenken“, so Ulrike Böhm, Sprecherin des bündnisGRÜNEN Kreisverbandes.
„Ich wünschte mir, dass dieses tote Vogeljunge zum Politikum wird. Dass wir endlich aufwachen und uns fragen, was wir noch alles der Profitgier ewig Gestriger opfern wollen. Längst sollte so gebaut werden, dass auch in der Stadt die Natur erhalten bleibt. Andere Städte beweisen, dass das geht. Rücksichtslos gebaute Scheußlichkeiten aus Beton und Plastik sollten endlich als Irrtum erkannt werden.“
Schon lange ist zudem erwiesen, dass biologische Vielfalt die Lebensqualität der Stadtmenschen steigert. „Städte können sogar regelrechte Hotspots biologischer Vielfalt werden, weil sie durch ihre kleinteilige Mosaikstruktur von Frei- und Grünflächen viele Biotope aufweisen. In der modernen Stadtarchitektur gilt es, diese zu erhalten und zu verbinden und so aktiven Artenschutz zu betreiben“, ergänzt Matthias Jobke, Vorstandssprecher der Leipziger GRÜNEN.
Ulrike Böhm und Matthias Jobke sehen noch ein weiteres Problem: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Mauersegler und ihre Nistplätze ganzjährig geschützt. Dieses Gesetz wird jedoch gehandhabt wie eine unverbindliche Handlungsempfehlung. Weder gibt es bei den privaten oder städtischen Bauvorhaben valide artenschutzfachliche Gutachten, noch wird die Einhaltung diesbezüglicher gesetzlicher Vorschriften kontrolliert oder gar sanktioniert.
„Aus vielen Bürgergesprächen wissen wir, dass sich die Leipziger*innen von der Stadt mehr Einsatz für das Stadtgrün und den Artenschutz wünschen. Die Stadt verlässt sich jedoch offenbar auf die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Bürger*innen. Wir GRÜNEN danken den NABU-Regionalverband Leipzig und der Wildvogelhilfe für ihr Engagement!“, so Böhm und Jobke abschließend.
Der NABU hat vor dem Hintergrund der anhaltenden Trockenheit ein Vogeltränkenprojekt gestartet. Wer sich daran beteiligen möchte, kann sich hier informieren: https://www.nabu-leipzig.de/ratgeber/trinkstellen/

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Hitzewelle zeigt erneut, wie wichtig Abkühlung für Leipzig ist

Sowohl die Anzahl der Sommertage, man spricht hier von Maximaltemperatur von 25°C als auch der Hitzetage, hier steigen die Temperaturen über 30°C nimmt seit Jahren zu. Mit Temperaturen bis 38°C erlebt Leipzig nun erneut eine Hitzewelle. Bereits in den vergangenen Jahren vertrockneten während der heißen Sommer Bäume und Sträucher im städtischen Grün. Die Hitze wird den Parks und Grünflächen nun weiter zusetzen.

Zudem ist die nächtliche Abkühlung in der Stadt begrenzt. Dies belastet insbesondere Neugeborene und alte Menschen, die sich schlechter an die Hitze anpassen können. Die anhaltende Dürre sorgt dafür, dass die Stadtbäume bereits jetzt ihre Blätter abwerfen.

„Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen und damit das Leben für die Menschen in der Stadt erträglich zu gestalten, müssen die offenen Wasserflächen in der Stadt unterhalten und weitere geschaffen werden. Im Innenstadtbereich wäre auch die Anbringung von Sonnensegeln eine Alternative“, so Ulrike Böhm, Sprecherin der Leipziger GRÜNEN. Auch die Aufstellung weiterer Trinkbrunnen könnte noch in diesem Jahr erfolgen.

Die Wiesenflächen in den städtischen Parkanlagen stellen kleine Kaltluftentstehungsgebiete dar. Leider würden sie viel zu oft und viel zu kurz gemäht, so dass der Wind dort nur noch Staub aufwirbelt. Das Pflegekonzept für die Leipziger Parkanlagen müsse jetzt an die Klimakrise angepasst werden.

„Wir GRÜNEN wollen auch, dass die Stadt endlich einen ambitionierten Plan zur Fassadenbegrünung vorlegt. Vor allem für private Hausbesitzer_innen müssen hier mittelfristig Anreize geschaffen werden. Grüne Wände tragen nicht nur zur Verbesserung des Gebäudeklimas bei, sondern sie haben auch einen positiven Einfluss auf das städtische Umfeld. Fassadenbegrünung bindet Luftschadstoffe, reduziert Lärm und kühlt die unmittelbare Umgebung“, sagt GRÜNEN-Sprecher Matthias Jobke.

In der Stadt liegt die Temperatur durchschnittlich um ca. 4 bis 5 Grad höher als im Umland. Hier kämen nun die so genannten Frischluftschneisen ins Spiel, große, unbebaute Flächen, die für einen Luftaustausch zwischen den dicht bebauten Gebieten und den städtischen Parks sowie dem Auwald sorgen.

„Der Auwald nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Wir GRÜNEN haben uns im Stadtrat für ein Entwicklungskonzept für den Leipziger Auwald und ein Auwaldkommunikationskonzept stark gemacht. Die heißen Sommer zeigen uns jedes Jahr aufs neue, was für einen Schatz wir an ihm haben“ so Matthias Jobke abschließend.

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