Städtebauliche Entwicklung für das Areal zwischen Großer Fleischergasse, Dittrichring und Matthäikirchhof einleiten – Entwicklungs- und Nutzungskonzept mit Bürgerbeteiligung erstellen

Mittlerweile hat der Richard-Wagner-Platz eine Neugestaltung erfahren. Die Höfe am Brühl wurden gebaut. Und die Grundsteinlegung für die Hainspitze soll am 16. Mai 2014 erfolgen. Bereits seit 2010 hat der Promenadenring die von Max Klinger gestaltete Treppe wiedererhalten. Doch den Durchgang zur Innenstadt, der mit dem zu Beginn der 1980er Jahre erfolgten Bau der Bezirksdirektion Leipzig des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, verloren ging, gibt es immer noch nicht.

Angesichts dieser eingeleiteten und teilweise bereits auch umgesetzten städtebaulichen Entwicklung in diesem Bereich der Innenstadt hält es Tim Elschner, Mitglied des Stadtbezirksbeirates Leipzig-Mitte für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Kandidat für den Stadtrat (WK Mitte), für erforderlich, die Weichen für das geschichtsträchtige Areal zwischen Großer Fleischergasse, Dittrichring und Matthäikirchhof, jetzt richtig zu stellen.

Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion begründet diese Initiative: „25 Jahre nach der Friedliche Revolution ist es an der Zeit sich vertiefende Gedanken auch über dieses Areal zu machen! Das Areal befindet sich im Eigentum der Stadt Leipzig und ist als Potenzialfläche zu betrachten.“

Sowohl im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau als auch im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Mitte wurde bereits Anfang 2013 die Vorlage DSV/2731 „Bebauungsplan Nr. 45.6 „Nutzungsarten im Stadtzentrum“ Stadtbezirk Leipzig-Mitte, Ortsteil Zentrum – Freigabe zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“, die sich auch auf das oben genannte Areal bezieht, vorberaten. Der Entwurf des Bebauungsplanes wurde aber bis heute nicht zur frühzeitigen  Öffentlichkeitsbeteiligung freigegeben.

Elschner spricht sich nun dafür aus, gesondert ein tragfähiges Entwicklungs- und Nutzungskonzept für das Areal zu erstellen:
„Ein Bürgerbeteiligungsverfahren, dass über die nach dem Baugesetzbuch vorgesehene Öffentlichkeitsbeteiligung hinausgeht, ist durchzuführen. Denn es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die Stadt Leipzig diese Fläche im Eigentum behalten und/oder bei Investoreninteresse (vielleicht auch nur teilweise) verkaufen solle. Des Weiteren gilt es sich auch über eine gewollte Nutzung und Entwicklung des Areals frühzeitig zu verständigen.
Mit dem Konzept soll frühzeitig und noch wirksam Einfluss auf Planungsabsichten der Stadt Leipzig genommen werden.“

Krefft plädiert dafür, auch die Errichtung einer Kindertagesstätte auf dem Areal zwischen Großer Fleischergasse, Dittrichring und Mathäikirchhof zu diskutieren, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen: „Es wäre die erste innerstädtische Kindertagesstätte, nachdem eine Kindertagesstätte in den Höfen am Brühl nicht realisiert werden konnte.“ Auch soll über einen möglichen Schulneubau an dieser Stelle ebenfalls diskutiert werden.

Unter anderem nachfolgend aufgezeigte konkrete Ideen, die es möglicherweise auch zu kombinieren gilt, sollen nach Auffassung der Stadtratfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei der Erstellung eines Entwicklungs- und Nutzungskonzeptes mit Bürgerbeteiligung diskutiert werden:

  • Im Grundsatz soll die bisherige zulässige innerstädtische Nutzungsmischung (Handel, Büro, und Wohnen) aufgegriffen werden.
  • Der Wohnnutzung soll aber eine deutliche Priorisierung eingeräumt werden.  Dementsprechend soll eine Wohnnutzung auch unterhalb des 4. Obergeschosses ermöglicht werden.
  • Der Schaffung von neuem, auch preisgünstigen Wohnraum soll angemessen Rechnung getragen werden.
  • Das die Leipziger Innenstadt prägende Passagensystem soll fortgeführt werden. Ein Gehrecht soll für die Allgemeinheit und rund um die Uhr eingeräumt werden.
  • Die Höchstzahl zulässiger Stellplätze soll auf ein Minimum beschränkt werden. Oberirdische Parkgaragen sollen ausgeschlossen werden. Ebenso oberirdische Parkplätze mit Ausnahme von Kfz-Stellplätzen für Menschen mit Behinderung. Das Konzept „autoarme Innenstadt“ ist entsprechend fortzuführen.
  • Gestalterische Vorgaben für Gebäude und Werbeanlagen sollen formuliert werden.
  • Einer kleinteiligen Gebäudestruktur soll gegenüber einer Blockbebauung grundsätzlich der Vorzug gegeben werden. Bei Neubebauung sollen die historischen Baufluchten wieder aufzunehmen.
  • Eine grünplanerische Gestaltung um das Denkmal „Mathäikriche“ soll verwirklicht werden. Sitzgelegenheiten sollen neu geschaffen werden, damit ein öffentlicher Aufenthaltsbereich mit Identifikationsfunktion entsteht.
  • Das Stelenprojekt „Orte der Friedlichen Revolution“ oder eine andere Form der würdigen Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 soll an diesem geschichtsträchtigen Ort etabliert werden.
  • Am Standort soll eine Kindertagesstätte, vielleicht auch ein Schulneubau errichtet werden, wenn die Voraussetzungen und Bedarfe dafür vorliegen.

 

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