„Hochmut kommt vor dem Fall“ – zur Plagiatsaffäre in Leipzig

Bündnis 90/Die Grünen: Haller sollte Wissenschaft nötigen Respekt erweisen und Titelentzug akzeptieren

Anstehende Herausforderungen bei Jugend, Familie und Bildung erfordern volle Aufmerksamkeit

Die GRÜNEN fordern den Amtsleiter für Jugend, Familie und Bildung Siegfried Haller auf, Konsequenzen aus dem von der zuständigen Fakultät der Universität Halle entzogenen Doktortitel zu ziehen.

„Die Plagiatsaffäre hat in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und dabei nicht nur Siegfried Haller, sondern auch die Stadt Leipzig beschädigt“ so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher Bündnis90/ Die Grünen Leipzig.

„Um weiteren Schaden von der Stadt abzuwenden und sich wieder voll und ganz seinen Aufgaben widmen zu können, sollte Siegfried Haller den Entzug des Doktortitels akzeptieren. Es gibt keine bessere Instanz für die Beurteilung einer Doktorarbeit als die verleihende Fakultät“, so Kasek.

Es verwundert dabei vor allem Dingen, dass Haller seine Pressegespräche im Rathaus geführt hat und damit den Eindruck erweckte, dass hier offiziell ein Problem der Stadt Leipzig verhandelt würde.

Es ist ein Unding, dass Haller seine Rechtfertigungsversuche nicht als Privatmann, sondern vor dem Label der Stadt Leipzig vollzieht. Burkhard Jung muss in seine Prüfung des Falls deshalb auch einbeziehen, welche negativen Folgen diese Auftritte für die Stadt haben und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen. Insgesamt zeugt der Umgang der Stadt mit dem Verfahren und der eilig ausgestellte Persilschein von einem mangelnden Problembewußtsein.

Haller sollte sich auch selbst die Frage stellen, inwieweit sein wissenschaftlich festgestellter Plagiatsverdacht die  Autorität untergräbt, die er für das Amt braucht.

Die Leitung einer solch großen Behörde wie es das Amt für Jugend, Familie und Bildung ist, erfordert in hohem Maße Integrität, Transparenz und Durchsetzungsvermögen. Ob Siegfried Haller diese Attribute noch erfüllen kann, ist fraglich. Vor allem verwundert es, dass Herr Haller nach wie vor Schriftstücke mit dem Kürzel Dr. Haller unterschreiben lässt. So zuletzt geschehen am 20.04.2012. Es dürfte weiterhin keinen anderen Amtsleiter geben, der  jede noch so kleine Veröffentlichung als sein eigenes Werk anpreist, wie sich auf der Seite der Stadt nachvollziehen lässt. Dieses Auftreten kommt dem Ansehen der Stadt nicht gerade zu Gute.

Kasek zufolge drohen bei einem langwierigen Prozess mit der Universität Halle akute Leipziger Probleme wie Schul- und Krippenausbau sowie Kinderarmut vernachlässigt zu werden. „Es gibt viele Probleme in seinem Zuständigkeitsbereich, die angegangen werden müssen. Haller sollte nun endlich beweisen, dass er ein „Mann der Praxis“ ist und sein Amt wieder mit voller Tatkraft erfüllen. Dies ist in Zukunft eine noch schwerere Aufgabe, wird er nun doch unter noch höheren Druck und unter Beobachtung arbeiten müssen“ so Jürgen Kasek. „Die Aufgaben als Jugendamtsleiter verlangen seine oberste Priorität und volle Aufmerksamkeit.“

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