Extreme Trockenheit im April in Leipzig – Klimaschutz- und Bewässerungskonzept müssen jetzt kommen

Leipzig. Nach Angaben von Cathleen Hickmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Außenstelle Leipzig, war der April in Leipzig gegenüber dem vieljährigen Mittel 2,4 °C zu warm. Es gab bedeutend mehr Sonnenstunden als sonst, und mit 2,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erreichte der gesamte Monat April nur 4,1% des vieljährigen Mittels (51,4 Liter/Quadratmeter). Vor diesem Hintergrund fordert der Parteivorstand der Leipziger Bündnisgrünen die Umsetzung der Beschlüsse zum Klimanotstand und mahnt die Eilbedürftigkeit der Baumbewässerung an.

Vor einem halben Jahr wurde in der Stadt Leipzig, die sich in einer Vorreiterrolle im Klimaschutz sieht, der Klimanotstand ausgerufen. Mit diesem wichtigen Symbolschritt wollte sich die Stadt engagiert zeigen und bekannte sich dazu, die negativen Auswirkungen der Erderhitzung auf lokaler Ebene so gering wie möglich zu halten.

Als Folge der Coronakrise scheint jetzt alles wieder offen, und es steht zu befürchten, dass die Prioritäten verschoben werden. Bereits im März sollte ein Konzept vorliegen, die Stellenausstattung der Klimaschutzleitstelle anzupassen und diese zu einem Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsreferat weiterzuentwickeln. „Dieses Konzept ist bisher nicht vorgelegt worden. Angesichts der deutlich sichtbaren Folgen des Klimawandels auch in unserer Stadt fordern wir die alsbaldige Vorlage und die Umsetzung des Stadtratsbeschlusses noch vor der Sommerpause“, so Ulrike Böhm, Sprecherin der Leipziger Bündnisgrünen. „Gerade weil es einen Zusammenhang zwischen Corona- und Klimakrise gibt, muss in Klimaschutz und Klimafolgenanpassung investiert werden!“

Angesichts der anhaltenden Trockenheit, die Folge des Klimawandels ist, muss darüber hinaus schneller in Sachen Baumschutz gehandelt werden. „Die Stadt-, Park- und Waldbäume Leipzigs sind überlebenswichtig für die Bewohner*innen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum sich die Stadt mit einem Bewässerungskonzept für Straßenbäume und öffentliche Grünflächen bis Ende dieses Jahres Zeit lassen will.“ Matthias Jobke, der Vorstandssprecher des GRÜNEN Kreisverbandes, dringt auch hier auf schnelles Handeln. „Der Klimawandel unterliegt nicht dem Corona-Lockdown. Nach zwei Hitzesommern hätte ein solches Bewässerungskonzept längst vorliegen müssen!“

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