Stadt soll Bahnstrecke zwischen Großzschocher und Lausen im Sinne der Flächenbevorratung kaufen!

Heike König, Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erklärt zum Kaufverzicht des Alten Bahndammes zwischen Großzschocher und Lausen durch die Stadt Leipzig und dem damit einhergehenden Antrag der Fraktion auf Kauf der Flächen:  

„Die alte Bahnstrecke zwischen Plagwitz und Lausen ist für einen vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand zu kaufen, daher erscheint es mir absolut verantwortungslos, wenn die Stadt die Fehler der vergangenen Jahre, denen sie eigentlich abschwören wollte, wiederholt. Zu oft sind zahlreiche innerstädtische attraktive Flächen in die Hände privater Investoren gefallen und stehen jetzt, wo sie dringend für Wohnungsbau und Bildungs- und Sozialeinrichtungen gebraucht werden, entweder nicht mehr zur Verfügung oder müssen für deutlich mehr Geld zurückgekauft werden.

Die Geschichte um den Elster-Saale-Radweg hat schon einen Bart: PRO Leipzig e.V., die Städte Lützen und Markranstädt, der Grüne Ring Leipzig sowie auch Teile der Stadtverwaltung bemühten sich seit Mitte der 1990er Jahre, einen Kauf der Strecke zu erreichen und die Nutzung für die Weiterführung des Elster-Saale-Radweges (ESRW) auf oder entlang der alten Bahntrasse zu ermöglichen zu ermöglichen. Zahlreiche regionale Akteure forderten viele Jahre lang die Wiederbelebung der alten Bahntrasse Plagwitz-Pörsten, die bisher an Leipzigs Grenze endet. 2009 baute die Stadt Markranstädt ein 7,2 km langes Stück mit finanzieller Unterstützung des Grünen Ringes Leipzig und hat die letzte Lücke von 120 m auf seiner Gemarkung hin zur Stadt Leipzig im Jahr 2010 geschlossen. Lützen baute ein fehlendes Stück in Höhe Ortslage Meuchen bis Landesgrenze ebenfalls in 2010. Bis zur Stadtgrenze von Leipzig wird der ESRW seit 2010 also vollständig auf der Trasse der Bahnlinie Leipzig/Plagwitz – Pörsten als touristischer Radweg geführt.

Ein Zustandekommen auf Leipziger Seite scheiterte immer an der Uneinigkeit innerhalb der Leipziger Stadtverwaltung, deren Spitze diese attraktive Variante letztlich nicht wollte. Obwohl eine 2004 in Auftrag gegebene Studie die Bahnstrecke als Vorzugsvariante empfiehl, landete sie in der Schublade, die Stadt bevorzugt die Streckenführung durch Grünau über die Alte Salzstraße. Das ist aus touristischer Sicht kompletter unattraktiv, die Strecke ist nicht selbsterklärend und logisch, die Alte Salzstraße ist nicht radfahrgerecht ausgebaut.

„Der Verzicht der Stadt Leipzig, den Kauf trotz eines endlich vorliegenden vergleichsweise guten Angebotes der DB auszuschlagen, ist völlig unverständlich, zumal durch die Einordnung als touristische Hauptradroute im SachsenNetzRad auch Fördermittel für den Bau abrufbar wären.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Plagwitzer Bahnhofsareals wurden hier schon viele Synergien verschenkt. Und selbst wenn die Stadt vor dem Hintergrund der schwierigen Stadtfinanzen eine Realisierung des ESRW an dieser Stelle in den kommenden Jahren verwerfen müsste, wäre der heutige Kauf als Flächenbevorratung von enormer Bedeutung und allemal wirtschaftlich.“.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat daher umgehend einen Antrag eingereicht, der die Verwaltung auffordert, sofort mit der Deutschen Bahn in Kontakt zu treten und den Kauf des alten Bahndammes in die Wege zu leiten. Die Fehler der Vergangenheit, als Flächenverkauf vor Flächenbevorratung ging, und touristische Entwicklungspotenziale leichtfertig verworfen wurden, dürfen nicht erneut geschehen. Die Chance auf Wiedergutmachung sollte dringend genutzt werden!

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