Den Auwald schützen und bewahren

Zu der Diskussion um die Erklärung der Schiffbarkeit nimmt Prof. Dr. Felix Ekardt, grüner OBM-Kandidat, wie folgt Stellung:

„Wir werden die vorgestellte Petition unterstützen und werben ebenfalls für eine Begrenzung des Tourismus im Leipziger Auwald und auf den Gewässern. Ich setze für Leipzig mehr auf Umweltbildung und naturverträglichen Tourismus.

Massentourismus, der die Natur als Ware begreift und zerstört, lehne ich ab. Genau dies würde aber durch die Erklärung der Schiffbarkeit drohen.

Der Leipziger Auwald mit seinen Gewässern ist in seiner Art europaweit einmalig. Dabei ist der Tourismus ein sensibles Thema. Insbesondere Tourismus in einem sensiblen Ökosystem.

Wir benötigen daher ein touristisches Konzept, dass die Belange des Natur- und Umweltschutzes berücksichtigt.

a. Dazu gehört, dass Motorboote auf Gewässern des Auwaldes nur im Ausnahmefall (Rettungseinsätze, Leipzig Boot) zugelassen werden. Motorboote verursachen einen starken Wellengang und können dadurch Uferbereiche beschädigen. Hinzu kommen Lärm- und zum Teil Schadstoffemissionen. Dort wo die Ausweisung von Motorbootstrecken Schutzgebiete tangiert, wie etwa den Floßgraben, lehnen wir eine Ausweisung ab. Darüber hinaus lehnen wir den Ausbau von Wasserstraßen für Motorboote ab.

b. Auch eine Übernutzung des Auwaldes stellt eine Gefahr dar. Einrichtungen, die von vornherein für den Massentourismus ausgerichtet sind, lehnen wir ab. Vielmehr muss es darum gehen, die Besucherströme so zu lenken, dass die sensiblen Bereiche des Auwaldes möglichst wenig in Beanspruchung genommen werden. Dabei muss konsequent auf umweltfreundliche Fortbewegung geachtet werden.

c. Auch die Themen Beleuchtung und Lärmemissionen müssen beachtet werden. Veranstaltungen dürfen nur dort durchgeführt werden, wo eine negative Beeinträchtigung des umgebenden Naturraumes ausgeschlossen ist. Dazu sollte die maximale Zahl von Veranstaltungen im Jahr begrenzt werden.“

„Bislang ist zudem überhaupt nicht ersichtlich in welcher Weise die vorhandenen Regelungen auf den Gewässern durchgesetzt werden sollen. Es fehlt an einem umfassenden Konzept. Dies ist umso mehr vonnöten als das es bereits jetzt eine Reihe von Beschwerden gibt. Vor einem Jahr haben wir vor Wildwest auf Leipzigs Gewässern gewarnt, inzwischen nähern wir uns dieser Vorstellung gefährlich an. Weder die Stadt noch das Land sind bisher in der Lage ausreichende Kontrollen zu gewährleisten“, bemängelt auch Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNE.

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