Posts Tagged Umweltschutz

Erneuerbare Energien ausbauen UND Artenschutz betreiben

Die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig macht sich für den deutlich schnelleren Ausbau von erneuerbaren Energien unter Beachtung der Aspekte des Natur- und Artenschutzes stark. Diese und weitere Themen wurden bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes diskutiert.

So wurde die geplante Bebauung des Deponiebergs Seehausen umfassend diskutiert. In dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Antrag wird gefordert, dass vor allen Dingen bereits versiegelte Flächen schnellstmöglich mit zusätzlichen Photovoltaikanlagen zu bebauen sind und bei der Bebauung von Freiflächen mit Photovoltaikanlagen vor allen Dingen der Natur- und Artenschutz zu beachten ist. Gerade im  planerischen Prozess müssten daher alle Punkte des Artenschutzes sehr genau geprüft und Eingriffe in den Naturhaushalt so weit wie möglich vermieden werden. Ferner sei mit Blick auf den Deponieberg auch zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer Unterschutzstellung vorliegen. Dem Antrag waren mehrwöchige Verhandlungen der Leipziger GRÜNEN untereinander, Gespräche mit Anwohner*innen und Umweltschützer*innen sowie mehrere Besuche des Deponieberges Seehausen vorangegangen. 

„Es ist absolut notwendig, dass wir beim Ausbau der Erneuerbaren Energien noch schneller vorankommen. In Zeiten mehrerer nebeneinander stattfindender Krisen können wir jedoch nicht die Klimakrise lösen, indem wir die Biodiversitätskrise vernachlässigen und ökologisch wertvolle Flächen opfern“, beschreibt Ulrike Böhm, Vorstandssprecherin des Kreisverbandes, einen klassischen GRÜNEN Zielkonflikt. „Ausgleichsmaßnahmen sollten immer am Standort erfolgen. Weiterhin muss die Stadt deutlich schneller bei der Bebauung bereits versiegelter Flächen mit zusätzlichen Solarmodulen vorankommen. Hier ist aus unserer Sicht auch eine generelle Bebauungspflicht ist zu diskutieren.“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig setzen sich des Weiterem für die Einrichtung eines neuen Igelschutzzentrums für den Raum Leipzig ein, außerdem wurde ein Antrag verabschiedet, welcher die Stadt Leipzig auffordert, zu überprüfen, inwieweit Einfluss auf die Firma Kafril Bauprojekte genommen werden kann. Seitens der Firma Kafril wird derzeit die Zerstörung des Biotops Holzberg in den nahe Wurzen gelegenen Hohburger Bergen vorbereitet. Die Petition https://www.openpetition.de/petition/online/holzberg-biotop-rettung-jetzt wird von den Leipziger GRÜNEN mitgezeichnet.

Bei der Mitgliederversammlung, die aufgrund der anhaltend hohen Corona-Inzidenz erneut online stattfand, wurden außerdem zwei Anträge zur regionalen Gründungsförderung und zur nachhaltigen Gestaltung der Öffentlichen Beschaffung mit großer Mehrheit angenommen.

Als Gast war der stellvertretende Bundesvorstand Heiko Knopf geladen. Der in Thüringen gebürtige GRÜNE setzt sich besonders für die ökologisch-soziale Transformation in den östlichen Bundesländern ein. Die Leipziger Beigeordnete für Schule, Familie und Demokratie Vicki Felthaus berichtete über die Aktivitäten der Stadt Leipzig im Rahmen der Ukraine-Hilfe und dankte den Leipziger GRÜNEN für ihr diesbezüglich großes Engagement in den vergangenen Wochen.

Daniel Tiedtke, Mitglied des Kreisvorstandes Leipzig, erhielt das Votum der Leipziger GRÜNEN für den sächsischen Landesparteirat, ein weiteres Votum wurde Marsha Richarz für einen Platz im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Ost erteilt. 

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„Die Ruhe weg – gegen die Verlärmung Leipzigs“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN fordern eine echte Verkehrswende in Leipzig, eine konsequente Bekämpfung des Lärms, ein striktes Nachtflugverbot und den Erhalt ruhiger Gebiete. Am morgigen „Tag gegen den Lärm“ machen Stadträtin Katharina Krefft und Stadtbezirksbeirat Tim Elschner deshalb mit Mitstreitern und einem Lärmmessgerät ausgestattet ab 16 Uhr – zum Beispiel am Goerdelering und am Waldplatz – die Probe aufs Exempel. Außerdem bietet der Kreisverband Initiativen an, sie bei der Lärmmessung zu unterstützen.

Seit 1998 findet jährlich am 30. April der statt. Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Die Ruhe weg“ und soll auf das Problem der zunehmenden Verlärmung hinweisen.

„Wir wollen diesen Tag nutzen um auf das Problem des Lärm hinweisen und weiter Druck machen für Lärm- und Gesundheitsschutz in Leipzig. Geräuschbelastung ist einer der größten Umweltprobleme“, sagt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes dazu.

Mit der Umgebungslärmrichtlinie 2003, die 2005 in das Bundesimmissionsschutzgesetz übernommen wurde, sind die Mitgliedsstaaten in der Pflicht Lärmaktionspläne einzustellen. In Leipzig geschah, dass mit einer Verzögerung von 8 Jahren. Der aufgestellte Lärmaktionsplan ist darüber hinaus wenig ambitioniert und arm an konkreten Festlegungen, ein Maßnahmekatalog um die besonders von Lärm betroffenen Menschen zu schützen fehlt, das dringend erfoderliche Nachtflugverbot wird gar nicht thematisiert.

An vielen Stellen im Stadtgebiet fühlen sich Menschen durch den Verkehrslärm immer mehr gestört. Sie wehren sich und kämpfen in verschiedenen Initiativen für ruhigere Straßen. Deswegen fordern wir auch seit langem mehr verkehrsberuhigte Zonen, eine Ausweitung von Tempo 30 und Zurückdrängung des Schwerlastverkehrs“, so Tim Elschner, Mitglied des Stadtbezirksbeirates Mitte.

Stadträtin Katharina Krefft weist in diesem Zusammenhang auf den jüngst von der Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingereichten Antrag hin: „Wir unterstützen den Kampf gegen Lärm mit unserem Antrag auf Anschaffung eines Lärmmessgerätes, welches Initiativen und Einzelpersonen zur Stichproben-Messung auf einfachem Weg zur Verfügung gestellt werden soll. Da die Stadtverwaltung zu Maßnahmen gegen Lärm verpflichtet ist, sehen wir es als den richtigen Weg, zum Erwerb des Gerätes auch die Stadtverwaltung zu beauftragen. Die Ergebnisse der Messungen sollen als Diskussionsgrundlage dienen, um die Abläufe zwischen den Zuständigkeiten zu klären und endlich die Lösungssuche zugunsten unserer Leipziger Anwohnenden voran zu bringen.“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN erneuern ihre Forderungen nach einem konsequenten Nachtflugverbot am Leipziger Flughafen und die Umsetzung konkreter lärmmindernder Maßnahmen.
16 Uhr: Goederlerring Lärmmessung mit Katharina Krefft und Tim Elschner,

16:30 Uhr Lärmmessung Waldplatz

17:30 Lützner Str./ Kiewer Str. Jürgen Kasek

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Der Tag des Baumes am 25.04. – Leipziger soziokulturelle Zentren pflanzen Wildkirschen

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN werden zum des Tages des Baumes am 25.04. in Leipzig 100 Eichen und 20 Wildobstbäume verteilen, verschenken und gemeinsam mit soziokulturellen Zentren pflanzen.

„Bäume und Grünanlagen sind natürliche Luftfilter und tragen zur Attraktivität des Wohnumfeldes bei. Grünflächen binden Treibhausgase und wirken sich positiv auf die CO2-Bilanz Leipzigs aus. Außerdem bilden sie den Lebensraum für Wildtiere im Stadtgebiet. Wir möchten mit dieser Aktion auch für eine baumstarke Stadt Leipzig werben“, erläutert Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes, den Hintergrund der Aktion.

Der Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten J. S. Morton zurück (1872). Er wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der deutsche Tag des Baumes wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. An diesem Tag finden seitdem jedes Jahr öffentliche Baumpflanzaktionen statt, um die Bedeutung der Bäume für den Menschen, den Umweltschutz und die Wirtschaft im Bewusstsein zu halten.

Bäume zu pflanzen ist der Inbegriff nachhaltigen Denkens, denn im Schatten des Baumes, der heute gepflanzt wird, werden unsere Kinder und Enkel sitzen. Das Baumpflanzen ist deshalb ein Symbol der Zukunft und zeugt von verantwortungsbewußtem nachhaltigem Handeln.

Unter anderem werden im Geyerhaus Wildkirschen an Jugendgruppen aus Bulgarien und der Ukraine verschenkt.

„Sie erhalten je einen Wildkirschsteckling, um sie zu Hause als besonderes Andenken an Leipzig an exponierter Stelle einzupflanzen. Und das Geyserhaus wird auf seinem Gelände ebenfalls einen kleinen Baum pflanzen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Café Blickwechsel werden wir in dem zur Diakonie gehörenden Schrebergarten in „Brandt´s Aue“ in Gohlis ebenfalls zwei Wildkirschen pflanzen und verbinden so die dortige therapeutisch-gemeinsame Gartenarbeit mit dem Tag des Baumes.“ so Alrun Tauché, grüne Spitzenkandidatin zur Kommunalwahl im Wahlkreis 9 / Nordost.

Weiterhin sollen symbolisch am Plagwitzer Bürgerbahnhof 5 Eichen übergeben werden, die ebenfalls zur Begrünung des Geländes beitragen sollen. Im Wahlkreis Mitte werden ab 15 Uhr vom Waldplatz aus 25 Eichen 10 Wildobstsetzlinge verschenkt, und 12 Uhr an der Friedenskirche werden ebenfalls 20 Eichen an Einwohner verschenkt, wie auch 16 Uhr in Grünau am Allee Center.

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN ist es an diesem Tag besonders wichtig den Baum in das Zentrum des Interesses zu rücken und möglichst viele Menschen für das Thema zu begeistern. Wir wollen mehr Bäume in der Stadt und einen stärkeren Schutz des Leipziger Auwaldes.

Besonders für Bildbesrichterstattung geeignet:

Ort: Geyser-Haus, Parkbühne Bretschneider-Park, Kleiststr. 52, 04157 Leipzig

Zeit: 25. April 2014, 16:00 Uhr

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Hochwasserschutz: Politisches Armutszeugnis von OBM Jung – Wir alle müssen uns an Recht und Gesetz halten – Dank an die Helfer und den Krisenstab

„Die Äußerungen des Oberbürgermeisters Jung im LVZ-Interview sind ein politisches Armutszeugnis und entbehren jeglicher Fachlichkeit oder politischer Verantwortung die einem Oberbürgermeister qua Amt ausüben sollte. Es steht jeder Privatperson zu gesetzliche Regelungen wie die der europäischen FFH-Schutzgebiete zu kritisieren. Es kann aber nicht sein, dass OBM-Jung „keine Lust mehr hat, über Bäume oder Zuwege zu Deichen zu diskutieren“. Die Stadt und der OBM haben sich an Recht und Gesetz zu halten und diesbezügliche Beteiligungsregelungen entsprechend zu beachten und sich nicht darüber hinwegzusetzen, egal ob es dem OBM nun passt oder nicht. Zumal das entsprechende Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport hier eine durchaus detaillierte und abgestufte Position vertritt, die auf Fachkenntnis basiert. Der OBM hat sich in den vergangenen Jahren noch nie zum Thema Hochwasser und Umweltschutz geäußert, sondern dies dem entsprechenden Fachdezernat überlassen. Man kann ihm nur empfehlen, dies auch zukünftig zu tun und diejenigen Reden zu lassen, die Ahnung vom Thema haben.“, so Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die GRÜNEN Leipzig.

„An dieser Stelle sei im Rahmen des Hochwassers stellvertretend für viele Beteiligte, Organisationen, dem Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport und seinem Bürgermeister Rosenthal sowie den Leitungspersonal des zugehörigen Brandschutz-, Umwelt-, Ordnungsamtes und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer zu danken, die eine hervorragende Arbeit in den letzten Tagen verrichtet haben. Ebenso den vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen und Leipzigern die sich über Facebook organisierten.

Entgegen der Aussage von Jung fand die Organisation der Hilfe fast ausschließlich durch die Bevölkerung, nicht aber durch die Stadt Leipzig statt. Obwohl das dem OBM persönlich unterstellte Referat Kommunikation mit über 40 Mitarbeiter permanent im Krisenstab zu gegen war, haben sie es am Montag geschafft, die Internet- und Facebookseite der Stadt Leipzig über einen halben Tag nicht zu aktualisieren und auch im weiteren Verlauf keine Koordinierungsfunktion übernommen. Offiziell bestätigte Informationen gab es so gut wie nicht. Im Interview sollte von diesem einzig eklatanten Versagen der Stadt an dieser Stelle offensichtlich abgelenkt werden! Zum Glück haben wir in Leipzig engagierte Lokalmedien, die das Versagen der Stadt an dieser Stelle kompensiert haben. Der LVZ und LIZ sei stellvertretend auch für Radio und Fernsehen an dieser Stelle besonders gedankt. Dem OBM dagegen stände es gut zu Gesicht, sich hier nicht als Deichgraf zu inszenieren, sondern ein wenig Demut an den Tag zu legen und Manöverkritik zu betreiben“, so Volger abschließend.

 

++++Update +++

Entgegen der in der Ursprungspressemitteilung vertretenen Behauptung, das Referat Medien habe über 40 Mitarbeiter, sind es tatsächlich nur 18 Mitarbeiter die es am Montag geschafft haben, die Internetseite der Stadt Leipzig über einen halben Tag nicht zu aktualisieren und auch im weiteren Verlauf keine Koordinierungsfunktion der helfenden Bevölkerung übernommen haben. Weiterhin stellen wir richtig, dass die Interpretationsmöglichkeit der Ursprungspressemitteilung, alle Mitarbeiter des Referats Kommunikation und Medien seien permanent im Krisenstab vertreten gewesen, natürlich vollkommen abwegig und nicht zutreffend ist. Vielmehr war nur ein Mitarbeiter des Referats im Krisenstab anwesend und hatte permanent Zugang zu allen Informationen.  Selbstverständlich wollten wir nichts Anderes ausdrücken.

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Nichts Genaues weiß man nicht – Landesdirektion verbrennt Zeit und Geld

„Das Gutachten der Landesdirektion zur Schiffbarkeitserklärung stellt mehr Fragen als dass es Antworten liefert und ist somit nichts wert. Der nun schon eine Ewigkeit andauernde Diskussionsprozess um die wassertouristische Nutzung der Leipziger Gewässer dauert weiter an und wird wohl auch so schnell nicht enden.“, kritisiert Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen

Der Freistaat förderte mit viel Geld seit 2006 das wassertouristische Nutzungskonzept für die Region, die Untersuchungen und die Planungen zum LeipzigBoot und änderte seine Gesetzgebung in Richtung Elektromotoren. Jetzt sagt das Gutachten „freie Fahrt für Motorboote“. Trotz hohem Nutzungsdruck sollen mehr PS und höhere Geschwindigkeiten möglich sein. Sicherheitsbedenken? Fehlanzeige! Regelungsvorschläge? Fehlanzeige! Lärm spielt bei den vorgeschlagenen Geschwindigkeiten auch keine Rolle, die Bootsinsassen seien ja eh laut. Wer kontrolliert das eigentlich? Ein Frage, die meine Fraktion ja immer wieder stellt? Wir haben noch keine Wasserschutzpolizei gesehen. (Die ist nur einmal die Woche unterwegs …) Unterhaltungskosten für die Kommune auf Grund von Uferabbrüchen durch die höheren Geschwindigkeiten spielen ebenso keine Rolle. 

Dass der Floßgraben als Teil des Kurs  komplett aus dem Gutachten rausgenommen wurde, das schlägt dem Fass aber doch den Boden aus. Der Floßgraben stellt im wassertouristischen Nutzungskonzept einen der entscheidendsten Abschnitte dar, da dieser die einzige Verbindung zum Cospudener See ist. Nun könnte man aus Umweltsicht natürlich sagen: schön, solange da kein Gutachten existiert, gibt es auch keine Schiffbarkeitserklärung. Aber um die letztlich auch politische Entscheidung zu treffen und die Interessen gegeneinander abzuwägen wäre ein Fachgutachten schon hilfreich. Aber dann bitte eines, das auch wirklich weiter hilft. 

Oder man fragt gleich die, die sich auskennen. Die erste Beteiligungsrunde der TÖB´s fand im Frühjahr 2010 statt. Die LDL hat jetzt zweieinhalb  Jahre gebraucht, um zu hanebüchenen Aussagen im Gutachten zu kommen. Wann endlich werden die Träger öffentlicher Belange in einer zweiten Runde einbezogen um endlich klare Regelungen zu finden? Zeit wird‘s.

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Prof. Dr. Felix Ekardt: „Mondäne Monstrosität – warum der Citytunnel ein Flop werden könnte“

Nachdem der Citytunnel den ersten Besuchern vorgestellt wurde, darunter auch Felix Ekardt, muss die grundsätzliche Kritik am Projekt erneuert werden. Der zuständige Wirtschaftsminister Sven Morlok hatte zu Beginn ausgeführt, dass man bei der Realisierung des Projekts sowohl im Zeitplan als auch im Rahmen der Finanzen wäre. Zudem sei der Citytunnel deutlich wirksamer als die Umweltzone bei der Verringerung der Schad- und Feinstaubemissionen.
„Die Aussagen des Staatsministers sind schon erstaunlich. Der ursprüngliche Finanzrahmen des Projektes wurde nahezu verdoppelt in der Realisierungsphase. Die enormen Kostensteigerungen waren von Anfang an absehbar, allein schon weil sie sich bei fast jedem Großprojekt so ereignen. Bei einer frühzeitigen Offenlegung aller Kosten wäre das Projekt wahrscheinlich nicht gekommen. Es bleibt eine Frage der Zeit bis der Minister bekannt gibt, dass aus den aktuell 960 Mio. €, die Kosten die Milliarden Grenze überschreiten. An dieser Stelle wird deutlich, dass wir bei der Realisierung von Großprojekten eine offenere, transparentere und nachvollziehbarere Kostenrechnung brauchen. Dass regelmäßig bei Projekten der Kostenrahmen überzogen wird, ist kein zufriedenstellendes Ergebnis. Das Geld für solche Großprojekte mit sehr begrenztem Nutzen fehlt Städten und Bundesländern dann für wichtigere Dinge wie Schulneubauten, Kitaplätze oder engere Bus- und Straßenbahntakte.
Der verkehrspolitische Nutzen des Citytunnels bleibt dagegen eher gering. Denn statt das Konzept in einem integralen Verkehrsmanagementkonzept für Sachsen einzusetzen, macht gerade der aktuelle Landesentwicklungsplan Verkehr eine gänzlich andere Prioritätensetzung deutlich. Zudem wurden die Kosten für den ZVNL gerade erst gekürzt mit der Folge, dass die neuen Züge die durch den Citytunnel fahren werden, im Wesentlichen kaum Fahrradstellplätze haben. Die drastische Beschränkung von Fahrradplätzen in den neuen Zügen konterkariert jedoch die Wende hin zu kostengünstigen und klimafreundlichen Verkehrsmitteln. Ebenso wie die Attraktivität des Zugverkehrs in Sachsen, durch die vom Wirtschaftsminister zu vertretenen Streckenstilllegungen leidet. Ebenso wie die enormen Kosten des ÖPNV in Leipzig die Attraktivität einschränken.
Auch mit der Aussage zum Thema Umweltzone hat der Wirtschaftsminister wenig Faktenkenntnis bewiesen. Zum einen ist die Verbesserung des Angebots im Bereich ÖPNV bereits im Luftreinhalteplan der Stadt enthalten, zum anderen können PKW-Kilometer nur dann effektiv eingespart werden, wenn zu der Angebotsverbesserung auf der einen Seite, eine Angebotsverschlechterung auf der anderen Seite einhergeht. Dass letztlich auch kein Fernverkehr durch den Citytunnel fahren wird, ist eine weitere unerfreuliche Fußnote. Im Ergebnis bleibt ein mondäne Monstrosität und die Fragestellung, wie lange die Fokussierung auf derlei Prestigeobjekte noch gehen soll. Der Citytunnel wird nur ein kleiner, aber dafür sehr teurer Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität sein können.“

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Der Tornadoerlass – Leipzig zwischen Hochwasserschutz und Zerstörung

Die grüne Landtagsfraktion lädt für Montag, 7.11. um 18 Uhr ins Ring-Café am Roßplatz 8-9 ein. Diskutiert werden die Folgen des „Tornado-Erlasses“ für den Leipziger Auenwald. 

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen fällt seit August 2010 Tausende Bäume auf Sachsens Deichen – auch in Leipzig. Dieses Vorgehen stützt sich auf den „Tornado-Erlass“ des Umweltministers Frank Kupfer (CDU).

Welche Auswirkungen haben die Rodungen auf den Deichen für einen nachhaltigen Hochwasserschutz? 
Welche Baumaßnahmen führt die Landestalsperrenverwaltung derzeit mit welcher Begründung durch? 
Wie sieht die Schadensbilanz der Rodungen aus?
Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant? 
Wann und wie werden diese Pläne mit Verbänden und Öffentlichkeit kommuniziert?

Die Fraktion B90/Die Grünen lädt ein zu einer öffentlichen Diskussion mit 
Nico Singer, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig
Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport 
Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Sächsischen Landtag 
Vertreter/-in der Landestalsperrenverwaltung (angefragt)

Moderation: Jürgen Kasek, Vorsitzender BUND-Regionalgruppe Leipzig

Wir freuen uns über Ihr Kommen. Interessierte Bürger/innen sind herzlich willkommen.

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Radtour auf den Deichen

Wir laden ein zu einer Deich- und Polder-Radtour.

Start ist am Samstag, dem 3.9.2011, um 15 Uhr auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park, Ende gegen 17 Uhr.

Gemeinsam mit dem Diplom-Geographen Markus Kellermann, der sich als Vertreter des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. und als Mitglied des BUND Leipzig zur Analyse des Hochwassers 2011 äußert, wird die Tour entlang der Weißen Elster bis in den südlichen Auwald führen. Die Tour wird an den Deichbereichen vorbeiführen, die im Frühjahr 2011 von Rodungsarbeiten betroffen waren. Markus Kellermann wird die potentielle Nutzbarkeit von Auwaldflächen für einen ökologischen Hochwasserschutz vorstellen.
„Ich bin der Überzeugung, dass die Rodungen im Frühjahr, denen viele wertvolle Bäume zum Opfer gefallen sind, nicht notwendig waren. Deshalb unterstütze ich die Klage des Ökolöwen, um klären zu lassen, dass dieser brachiale Umgang mit dem Auwald nicht rechtmäßig war.“ „Weil die Fällungen fachlich nicht notwendig waren und der zugrundeliegende Erlass vom Sächsischen Umweltministerium geltendes Recht bricht, erhob der Ökolöwe Klage.

„Der Leipziger Auwald ist ein in Europa einmaliges Kleinod. Leider fehlt es aber nach wie vor an einem entsprechenden Umgang mit diesem. Gerade jetzt vor dem nächsten Winter wollen wir mit dieser Radtour das Bewusstsein für den Auwald stärken“, so Monika Lazar.

Kommt und bringt Eure Räder mit, wir laden herzlich ein!
Monika Lazar, MdB Bündnis 90/Die Grünen, Leipzig Markus Kellermann, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V., BUND Regionalgruppe Leipzig

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„Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten“ – Hochwasserschutz in Sachsen und Leipzig

Die gegen die Umweltverbände erhobenen Vorwürfe, dass diese effektiven Hochwasserschutz verhindert hätten, ist unsachliche Polemik, die von den Versäumnissen der Landestalsperrenverwaltung ablenkt, kritisiert Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Äußerungen des Leiters der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße Axel Bobbe.

Dass Bäume grundsätzlich die Standsicherheit von Deichen gefährden, ist eine wissenschaftlich nicht haltbare Behauptung. So kommen Untersuchungen verschiedener Universitäten zu einem entgegensetzten Schluss. Es kommt auf den Baum an. Es gibt genügend Pflanzen, welche die Standsicherheit von Deichen unterstützen.

„Natürlich muss in einer Notsituation schnell und verantwortungsvoll gehandelt werden. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass seit 2002 ausreichend Zeit vorhanden gewesen wäre, sich auf solche Ausnahmesituationen vorzubereiten.“, so Volger weiter.

Allein, die Antwort der Landestalsperrenverwaltung für die Verbesserung des Hochwasserschutzes ist regelmäßig ideenlos. Außer Bäume fällen und Deiche erhöhen, sind dort keine Ideen vorhanden, zukunftsfähige und ökologische Konzepte fehlen, kritisiert Volger.

Die Stadt Leipzig hat sich vollkommen zu Recht geweigert unterschiedslos Bäume zu fällen, da eine Verbesserung der Standsicherheit dadurch ins Reich der Fabeln gehört.

Vielmehr hätte Sorge dafür getragen müssen, dass den Flüssen in Leipzig ausreichend Überschwemmungsflächen zur Verfügung stehen.

Die Zurücksetzung der Deiche und die natürliche Vernässung des Auenwaldes sind sinnvolle, nachhaltige Maßnahmen im Einklang mit geltenden Umweltschutzbestimmungen. Das muss beachtet werden. Stadtrat Volger fordert daher die Talsperrenverwaltung auf, die von den Umweltverbänden vorgeschlagenen Konzepte genauestens zu prüfen.

„Fakt ist, dass wir das Hochwasser in Leipzig und die getroffenen Maßnahmen genauestens auswerten müssen, um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein“, so Volger abschließend. Unsachliche Polemik sei dagegen nicht geeignet, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.

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