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MDV-Preiserhöhungen sind Absage an moderne Mobilitätsplanung

Leipziger GRÜNE fordern bessere finanzielle Ausstattung des ÖPNV

Die vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) angekündigten Preiserhöhungen im Öffentlichen Nahverkehr stoßen bei den Leipziger Grünen auf massives Unverständnis. „Das alljährlich wiederkehrende Drehen an der Preisspirale führt zu Frust bei den Leipzigerinnen und Leipzigern. So lassen sich keine neuen Fahrgäste gewinnen. Einziger Gewinner wird damit der motorisierte Individualverkehr sein“, zeigt sich Lorenz Bücklein, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig, verärgert.

„Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Statt einer Stärkung des Umweltverbunds im Sinne des ‚Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum‘ (STEP VöR) wird Leipzig noch mehr Autos auf den Straßen ernten. So werden erhebliche Belastungen für Mensch und Umwelt in Kauf genommen, jeglicher moderner Mobilitätsplanung im urbanen Raum eine Absage erteilt. Dies gilt es jetzt dringend zu verhindern!“, präzisiert Bücklein.

„Die aktuell angekündigten Preiserhöhungen sind auch deswegen unverständlich, weil Leipzig eine viel geringere Kaufkraft als vergleichbar große Städte hat. Während in Stuttgart nur 3% des durchschnittlichen Tagesverdienstes für eine Einzelfahrt ausgegeben werden müssen und es in Essen knapp 5% sind, ist es in Leipzig mit über 6,5% fast schon Wucher“, rechnet Volker Holzendorf, Sprecher der AG Stadtentwicklung und Mobilität der Leipziger GRÜNEN, vor.

Die Leipziger GRÜNEN fordern nun Gespräche zwischen allen Verantwortlichen. „Insbesondere das Land muss sich stärker als bisher an den Kosten des Nahverkehrs beteiligen“, zeigt Bücklein einen möglichen Lösungsweg auf. „Hier muss Bewegung rein. Wir Grüne fordern schon seit Jahren ein besseres Nahverkehrskonzept für Sachsen und eine bessere finanzielle Ausstattung. Die Staatsregierung bekleckert sich hier nicht mit Ruhm: bei der Nahverkehrsfinanzierung ist Sachsen im Vergleich zu den anderen Bundesländern das Schlusslicht“, führt  Bücklein weiter aus. Aber auch die Gesellschafter, insbesondere die Stadtverwaltung Leipzig, seien in der Pflicht, mehr Gelder für den ÖPNV bereitzustellen.

Im STEP VöR sei ein Zielmarktanteil von Bus und Straßenbahn von 25% für 2025 festgeschrieben. „Derzeit liegt der Marktanteil bei 17%. Im Zuge der wachsenden Stadt heißt das, dass 2025 fast doppelt so viele Fahrgäste in Bus und Bahn bewegt werden sollen wie heute. Hier einseitig an der Preisschraube zu drehen, ohne klare Kapazitätserweiterungen anzukündigen, ist deutlich zu kurz gesprungen“, so Holzendorf abschließend.

Hintergrund/Quellen:

Stadt Medianes Nettoeinkommen 2013 Einzelfahrt in der Straßenbahn 2015 Monatskarte/im Abo in der Straßenbahn 2015
Stuttgart 28.800 Euro 2,40 Euro 64,30 / 53,58 Euro
Essen 19.545 Euro 2,60 Euro 66,90 / 58,82 Euro
Leipzig 13.824 Euro 2,50 Euro 69,00 / 53,97 Euro

http://service.stuttgart.de/lhs-services/komunis/documents/10096_1_Einkommensstruktur_in_Stuttgart_2013.PDF

https://www.essen.de/rathaus/statistik/Statistik_Wirtschaft.de.html

http://statistik.leipzig.de/statcity/table.aspx?cat=9&rub=2&obj=0

Ticketpreise: vvs.de, evag.de, l.de

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GRÜNE fordern offene Debatte über Bürgerticket

Vorstandssprecher Bücklein kritisiert jahrelange Unterfinanzierung durch den Freistaat

Die Leipziger GRÜNEN fordern eine offene Debatte über eine Bürgerticket zur Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. „Eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs ist unverzichtbar für eine ökologisch verträgliche Mobilität in Leipzig und sein Umland. Das erst kürzlich vom Stadtrat beschlossene Ziel, den ÖPNV-Anteil von Bus und Bahn am Gesamtverkehr zu steigern, kann nur mit neuen Lösungsansätzen gelingen“, so Lorenz Bücklein, Vorstandssprecher der Leipziger GRÜNEN.

Die Leipziger GRÜNEN wollen jetzt die verschiedenen Optionen einer tragfähigen und nachhaltigen Finanzierung des Nahverkehrs unter die Lupe nehmen und mögliche grüne Ideen diskutieren. „Das jetzt in Berlin diskutierte Bürgerticket kann ein möglicher Beitrag sein, die Nachfrage nach Bus und Bahn zu erhöhen und den Anteil von PKW-Fahrten zu verringern. Statt diesen Lösungsansatz mit Begriffen wie ‚Zwangsticket‘ zu diffamieren, müssen jetzt Vor- und Nachteile vorurteilslos diskutiert werden“, so Tobias Peter, Sprecher der AG Stadtentwicklung und Mobilität.

„Finanzierungsvorschläge wie das Bürgerticket sind sicher nicht die Lösung für alle Probleme. Auch Ansätze wie Jobticket, höhere Entgelte für Parkflächen oder eine Anhebung der Grundsteuer sind denkbare ergänzende Instrumente. Das Ziel ist klar: eine Stärkung von Bus und Bahn braucht eine berechenbare, wirtschaftlich verträgliche und sozial gerechte Finanzierungsgrundlage“, so Peter weiter.

„Sinkende öffentliche Zuschüsse und ein steigender Mittelbedarf führen zu einem massiven Finanzierungsproblem, dass durch weitere Fahrpreiserhöhungen nicht gelöst werden kann“, ergänzt Vorstandssprecher Bücklein. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die jahrelange Unterfinanzierung des Nahverkehrs durch den Freistaat Sachsen. „Die Rahmenbedingungen für die Zweckverbände wie den MDV haben sich durch höhere Trassen- und Stationsentgelte, steigende Kosten der Infrastruktur und inflationsbedingte Mehrkosten verschärft. Im Jahr 2015 fließen von den vom Bund an den Freistaat überwiesenen 522,6 Mio. € Regionalisierungsmitteln weniger als 80 Prozent der zustehenden Mittel an die Zweckverbände – das ist viel zu wenig.“

In der Veranstaltung „Grüne Ideen für die Nahverkehrsfinanzierung“ wird der Kreisverband am 26. März, 18 Uhr, im Pögehaus (Hedwigstr. 20) alternative Finanzierungsansätze diskutieren. Zu Gast ist Steffen Lehmann, Geschäftsführer des MDV.

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