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Fremdsprachenlotterie und Schulplatzverlosung – Aktion zur Schulpolitik am 14.08

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN machen am Donnerstag, dem 14.08., ab 14 Uhr, mit einer Aktion in der Leipziger Innenstadt auf Lehrermangel, Schulplatz- und Fremdsprachenverlosung in Leipzig aufmerksam. Zugleich stellen die grünen Direktkandidaten das Programm gegen Lehrermangel vor.

„In drei Wochen beginnt die Schule und damit für viele Leipziger Schülerinnen und Schüler das schlimme Erwachen. Das Schulchaos ist nicht beseitigt. Es drohen übervolle Klassen, fehlende Lehrer, verloste Fremdsprachen und lange Schulwege. Freie Schulwahl war einmal. Schullaufbahnen, die mit Enttäuschung, Klagen und kurzfristigen Schulwechseln beginnen, sind frustrierend für Eltern, Kinder und Schuldirektoren. Wir brauchen endlich ein Personalentwicklungskonzept für Sachsens größte Angestelltengruppe. Das wurde in den vergangenen Jahren sowohl von der CDU/SPD-Koalition als auch CDU/FDP-Staatsregierung verschlafen.“, so die GRÜNE Landessprecherin Claudia Maicher.

Laut Zahlen der Regionalstelle Leipzig der Sächsische Bildungsagentur mussten im kommenden Schuljahr 2014/15 1644 Gymnasiasten auf 61 Klassen verteilt werden. Resultat sind bis zum Rand gefüllte Klassen. Im Durchschnitt besuchen 27 Kinder eine Klasse. Laut sächsischem Schulgesetz liegt das Maximum bei 28 Schülern. Zusätzlich sind im kommenden Schuljahr 2014/15 viele Schülerinnen und Schüler von der Schulplatzverlosung in Leipzig betroffen. Nachdem die Elterninformationen eine Woche verspätet versendet wurden, haben mehr als 200 Fünftklässler keinen Platz an ihrer Wunsch-Schule bekommen.

„Wir erleben in Leipzig unmittelbar die Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler von einer verfehlten Bildungspolitik im Land. Den Kommunen muss eine wohnungsnahe Schule auch für weiterführende Schulen ermöglicht werden. Für uns sind die Gemeinschaftsschule und längeres gemeinsames Lernen Wege zu mehr Bildungsgerechtigkeit, besseren Schulabschlüssen und mehr Freiheit für die Schulen. Die Mittel für den Schulbau und gerade die Rahmen für zeitgemäßes Lernen sind unsere Antworten auf Talenteförderung, Inklusion und Freude am Lernen. Fakt ist: wir brauchen nicht nur mehr Kitas, sondern natürlich auch die Schulen, in die unsere Kindergartenkinder sehr bald kommen.“, ergänzt Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende im Leipziger Stadtrat.

Mit einem großen grünen Lehrerstuhl und überdimensionierten Losen wird die falsche Schulpolitik der bisherigen Staatsregierung symbolisiert. Die überdimensionierten Lose symbolisieren „Fremdsprachenverlosung“, „Gymnasialplatzverlosung“, Los für „volle Schulklassen“ etc.. Dagegen werden GRÜNE Lösungen an die Passanten verteilt.

Aktion zum Lehrermangel in Sachsen mit Claudia Maicher und Katharina Krefft sowie Leipziger Direktkandidaten zur Landtagswahl von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ort: Petersstraße (Thomaswiese), Leipzig
Zeit: 14 Uhr

Die Aktion ist für Bildaufnahmen gut geeignet. Wir laden Sie herzlich zur Vorstellung des GRÜNEN Bildungsprogramms gegen Lehrermangel ein und würden uns über Ihre Berichterstattung freuen.

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„Die wunderbare Welt des Stanislaw T.: Wahlversprechen statt seriöser Bildungspolitik“

Der Kreisverband von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN ruft zur Unterstützung der Bildungsdemo am 08.07. um 17 Uhr vor der Bildungsagentur Nonnenstraße 17 a und zur Teilnahme an den Sternmärschen, die vorher stattfinden, auf. Aufgrund der alarmierenden Situation und der desaströsen Zustände an vielen Schulen ist es notwendig ein deutliches Zeichen zu setzen.

„Seit Jahren sind zu wenig Lehrerstellen vorhanden, um eine gute Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten oder wenigstens den Lehrplan vollständig umsetzen zu können.“, stellt Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende im Leipziger Stadtrat fest.

Zu wenig neue Lehrer und Klassengrößen von 28 Kindern ohne Rücksicht auf Kinder mit besonderem Förderbedarf gehen zu Lasten aller. Individuelle Förderung von Kindern mit Lernschwächen, sozialen Problemlagen oder von leistungsstarken Kindern ist kaum möglich. Zehn Prozent Schulabbrecher ohne Abschluss müssen später in teuren Programmen betreut werden, um zu korrigieren, was in den ersten Schuljahren versäumt wurde. Lehrerinnen oder Lehrerer können unter den derzeitigen Bedingungen kaum gesund das Rentenalter erreichen.

„Diese Zustände verantwortet die CDU-Staatsregierung, die die Probleme immer noch aussitzt oder sich mit billigen Wahlversprechen aus der Verantwortung stehlen will. Die Proteste zeigen wie dringend Sachsen eine andere Politik für Kitas und Schulen braucht. Das Schulchaos im neuen Schuljahr ist absehbar.“, so die GRÜNE Landessprecherin Claudia Maicher.

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zählen die Lehrerinnen und Lehrer erst, wenn sie tatsächlich vor den Klassen stehen. Wir fordern daher ein langfristiges Personalkonzept und ein Konzept um junge Lehrkräfte in Sachsen zu halten und zurück zu gewinnen.

„Mit befristeten Stellen, stundenweisen Abordnungen quer durch die Schulen, maroden Schulgebäuden und schlechter Ausstattung wird das nicht funktionieren“; so Maicher.

Geschickt hat die CDU-Regierung die Landtagswahlen auf den Tag vor dem ersten Schultag gelegt. Wir sind überzeugt, dass sich Lehrer, Schüler, Eltern und Großeltern keinen Sand in die Augen streuen lassen.

Claudia Maicher, GRÜNE Landessprecherin wird zusammen mit Katharina Krefft, Vorsitzende GRÜNE Stadtratsfraktion und weiteren GRÜNEN am Sternmarsch ab Clara-Zetkin-Park teilnehmen.

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Sternmarsch zur Regionalstelle Leipzig, Sächsische Bildungsagentur, Nonnenstraße 17 A
Termin: 08.07.2014
Demozug 1: ab 16 Uhr
Clara-Zetkin-Park: Ecke Ferdinand-Lasalle-Straße/Max-Reger-Allee

Demozug 2: ab 16 Uhr
Am Felsenkeller

Demozug 3: ab 16 Uhr
Am Adler

Weitere Informationen: http://www.ser-leipzig.de/

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„Bildungsnotstand“ – Grüne verabschieden Forderungskatalog

Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig hat auf der vergangenen Mitgliederversammlung ein umfassenden Forderungskatalog zum aktuellen Bildungsnotstand in Sachsen[1] beschlossen.

In dem Katalog, der von der bildungspolitischen Koordinatorin des Kreisverbandes Christin Melcher erarbeitet wurde, konstatieren die Grünen, dass die Situation im Sächsischen Bildungssystem eine Gefährdung für den Bildungs- und Lebensweg der SchülerInnen auch und gerade in Leipzig darstellt.

„Die Umsetzung der Schulnetzplanung droht angesichts steigender Schülerzahlen nur noch eine Mängelverwaltung darzustellen, die den zunehmenden Lehrermangel vertuscht.“, so Melcher.
Ebenso sei zu kritisieren, dass das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Schülern weder durch die Staatsregierung umgesetzt noch von der Stadt unterstützt werden.
Im Ergebnis sei daher zu befürchten, dass jeglicher pädagogischer Anspruch dem Diktat des Finanzministers und der Unfähigkeit der sächsischen Staatsregierung, angemessen auf die Situation zu reagieren, zum Opfer fällt.

Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes kündigte an, dass Thema Bildungsnotstand auch zu einem zentralen Thema in den kommenden Wahlkämpfen machen zu wollen. „Wir müssen vor allen Dingen die Brisanz der Situation deutlich machen. Die Lehrereinstellung dauert einfach zu lange in Sachsen. In einigen Grundschulen Leipzigs findet kein geordneter Unterricht mehr statt, weil nicht ausreichend Lehrerinnen und Lehrer vorhanden sind. Gymnasiallehrern werden Stellen in Grundschulen angeboten und Bewerbungsfristen nicht eingehalten. Eine junge Gymnasiallehrerin aus Niedersachen hat sich etwa in Sachsen beworben und bekommt weder eine Antwort noch eine Stelle. Hier müssen wir ansetzen und endlich handeln.“
Der Kreisverband Leipzig fordert deshalb

  1. dass im kommenden Haushalt 2013/14 sowie in der mittelfristigen Finanzplanung die notwendigen Mittel bereitgestellt werden, um dem derzeit vorhandenen Stellenumfang zu sichern und ein Schulbauinvestitionsprogramm im Umfang von mindestens 500 Mio. € Fördermittel in den kommenden zehn Jahren aufgelegt wird
  2. zur kurz- und mittelfristigen Gewinnung von Lehrernachwuchs in Mangelfächern gezielt Lehramtsabsolventen aus Bundesländern mit Absolventenüberhang geworben und ein Seiteneinsteigerprogramm aufgelegt wird,
  3. zur Steigerung der Attraktivität der Lehrerstellen in Sachsen die Vergütung für Berufseinsteiger in allen Schularten einheitlich auf gymnasialem Niveau (Entgeltgruppe E 13) erfolgt,
  4. dass eine verantwortliche Umsetzung der Schulnetzplanung für die Stadt Leipzig erfolgt, die Wohnortnähe, angemessene Klassengrößen sowie Ganztagsschulen erlaubt,
  5. dass die Stadt Leipzig ein Schulbauinvestitionsprogramm im Umfang von 500 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren auflegt, dass unter maximaler Nutzung der vorhandenen Landesmittel sowohl dem Anstieg der Schülerzahlen als auch dem Abbau des Investitionsstaus gerecht wird,
  6. dass aus klimapolitischen, finanzpolitischen und umweltbildungspolitischen Gründen dabei für Neu- und Altbauten energetische Standards verbindlich gelten, die über die Energieeinsparverordnung deutlich hinausgehen
  7. dass die Stadtverwaltung einen Aktionsplan schulische Inklusion erarbeitet, der sowohl im Rahmen von Schulnetz- und Schulbauplanung die notwendige Schaffung der Barrierefreiheit berücksichtigt, die Bereitstellung der notwendigen Fachkräfte in kommunaler Verantwortung absichert, und die Vernetzung der zuständigen Akteure für die Integration von SchülerInnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf vorantreibt,
  8. dass die Stadtverwaltung eine Planung vorlegt, um bis 2020 ein bedarfsgerechtes Angebot an SchulpsychologInnen und SchulsozialarbeiterInnen zu gewährleisten, dass den steigenden Schülerzahlen und den zunehmenden sozialen und psychologischen Problemlagen in einzelnen Stadtteilen und Schulen gerecht wird.

[1] >> (PDF) Forderungskatalog zum aktuellen Bildungsnotstand in Sachsen

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Zum heutigen Schüleraktionstag gegen Lehrermangel erklärt die schulpolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion:

Katharina Krefft: „Meine Fraktion unterstützt den Aktionstag der Schüler und Schülerinnen in Sachsen gegen den massiven LehrerInnenmangel, Stundenausfälle und die viel zu langsame Reaktion des sächsischen Kultusministeriums auf diese Situation. Hierdurch wird Bildung dumm gespart. SchülerInnen und LehrerInnen sind die Leidtragenden dieser kalten Sparwut aus dem sächsischen Kabinett!“

Aus städtischer Sicht sind die unzureichenden Wiederbestellungen von Lehrkräften und die mangelnde Erhöhung der Lehramtausbildung an den sächsischen Hochschulen fatal – hat sich doch die Stadt aufgemacht, mehr für Bildung zu tun. Beginnend bei der Koordination von Ganztagesangeboten für mehr Qualität in den Angeboten, über Umweltwettbewerbe und Schule der Toleranz engagiert sich die Stadt seit einigen Jahren außerdem mit „Lernen vor Ort“ ganz elementar für die Bildung in Leipzig. Der Bildungsreport verdeutlicht anschaulich, wo die Stärken und Schwächen liegen – um Bildungsgerechtigkeit zu schaffen brauchen wir aber die Lehrer und Lehrerinnen. Weiterhin ist Sachsen das Land mit den höchsten Rate am Aussortieren von Kindern die nicht mitkommen, und es ist mit das Land mit den höchsten Abgängen ohne Abschluss. In Leipzig werden 77,3 % (2009/10, Quelle: Bildungsreport Leipzig) der Förderschüler mit sozialpädagogischem Förderbedarf in Förderschulen beschult, ihre Integration in Regelschulen liegt bei etwa 20 %. Um nach der Charta für die Rechte der Menschen mit Behinderung die Inklusion in den Schulen zu erreichen, wie es die Fraktionen des sächsischen Landtages sich zum Ziel gemacht haben, brauchen wir LehrerInnen, die ausreichend zeitliche Ressourcen haben und sich nicht bei Schulhopping und Vertretungsnotfällen ausbrennen.
Für die inklusive Schule und für mehr Lernfreude und damit für die Schaffung von Bildungsgerechtigkeit ist die ausreichende Anzahl der LehrerInnen wesentliche und entscheidende Grundbedingung, fasst Katharina Krefft zusammen.

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