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Einen fairen Mietvertrag fürs Lofft! – das fordern Leipzigs Grüne.

Im Lindenauer Lofft brennt mal wieder die Bude. Bei den aktuell laufenden Verhandlungen zur Verlängerung des Mietvertrages, der am 31.12. diesen Jahres ausläuft, werden dem Haus für Freies Theater und Tanz Einschränkungen auferlegt, die eine Fortführung des Spielbetriebs im mittlerweile international bekannten Theaterhaus unmöglich machen: Zum Einen, weil der Mietvertrag nur ein Jahr laufen soll, wodurch langfristige Planungen und Engagements unmöglich werden. Zum Anderen, weil viel zu wenig Bühnenzeit für geplante Proben und Aufführungen vorgesehen sind. Besonderes Erschwernis: Kulturbürgermeister Faber hat die zwei Häuser, die sich die Bühnen im Haus am Lindenauer Markt teilen, zur Einigung verdammt, hält sich aber selber völlig raus.

„Das ist wie zwei Vögel in einen Käfig sperren und absichtlich zu wenig Futter hineinstellen“ sagt Kornelius Unckell, kulturpolitischer Sprecher des Leipziger Stadtverbandes der Grünen. „Das finden wir verantwortungslos, besonders weil die beiden in den letzten Jahren beispielhaft gezeigt haben, was wir von den Häusern eigentlich erwarten: nämlich Kooperation.“

Hintergrund für die aktuelle Lage sind die nach wie vor ungelösten Probleme um das neue freie Theaterzentrum im Westen. Mittelfristig ist im Stadtrat beschlossen, für das Lofft und das Leipziger Tanztheater bis 2017 einen neuen Spielort zu schaffen. Aktueller Plan: der Neubau am Joseph-Konsum an der Karl-Heine Straße. Das TdJW soll dann komplett das Haus am Lindenauer Markt übernehmen, das im Moment beide nutzen. „Herr Faber verkündet in Interviews, dass die Mietvertragsfrage schon gelöst sei, was offensichtlich nicht stimmt. Gleichzeitig zweifelt er öffentlich daran, ob das freie Theaterzentrum im Westen überhaupt finanzierbar ist“ sagt Kornelius Unckell „Am Schluss wird es beides nichts: das Zentrum kippt und das Lofft ist tot, weil es im Übergangsstadium auf der Strecke geblieben ist – das werden wir Grüne verhindern.“

„Wir erwarten von Herrn Faber und der Linken ein klares Bekenntnis und volle Tatkraft für die Freie Theaterszene und das Theaterzentrum West“ sagt Jürgen Kasek, Sprecher des Leipziger Grünen Kreisverbandes. Die Bedingungen sind gut: EU-Fördermittel können eingebracht werden und Investorenmittel, sodaß für die Stadt nur 20-30% der Investition zu Buche schlägt. „Bis dahin braucht es faire und nachhaltige Arbeitsbedingungen im Lofft. Darum muss er sich persönlich kümmern und darf den schwarzen Peter nicht den Häusern zuschieben. Gerade das TdJW, das über Jahre eine beeindruckende und vorbildliche performance hingelegt hat, hat diese Karte nicht verdient. Lippenbekenntnisse für die Freie Szene haben wir von der Linken lange genug gehört.“

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„Das doppelte Lottchen – wie Michael Faber wieder Kulturbürgermeister wurde.“

„Ein Satz mit X: es ändert sich mal wieder nix“, stellt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN Leipzig zur Rückgabe der Hoheit über die institutionalisierte Kultur von OBM Jung an Kulturbürgermeister Faber nicht ohne Sarkasmus fest.

„Die Leipziger Kultur sitzt auf großen Problemen und das seit Jahren. Da muss sich Vieles dringend ändern, das pfeifen die Spatzen schon von den Dächern. Stattdessen gibt es ein Hin und Her bei Personalien. 2010 hat OBM Jung dem Kulturbürgermeister das Vertrauen entzogen, jetzt gibt er es ihm auf einmal zurück. Warum das so ist, bleibt völlig offen. Die dringende Klärung, wo die Schwerpunkte bei der Arbeit gesetzt werden sollen, bleiben uns beide dagegen schuldig.“

Kornelius Unckell, Vorstandsmitglied und Koordinator der AG Kulturpolitik merkt an: “Beim Thema Naturkundemuseum steht ein klares Bekenntnis von Jung weiterhin aus, auch Faber hält sich sehr bedeckt. Zum überfälligen 5%-Haushaltsanteil für die Freie Szene taktieren beide ebenfalls seit Jahren mit Rechentricks. Und dass Faber jetzt endlich anders als Jung Nägel mit Köpfen bei Umstrukturierungen im actori-Prozess machen wird – wir sind da sehr skeptisch“.

„Es ist wie beim doppelten Lottchen“ so Unckell weiter. „Aktionismus wird uns von beiden nur vorgetäuscht, tatsächlich passiert ganz einfach nichts. Jung und Faber – Versteckspiel statt politischer Wille zur Veränderung.“

Leipzig spielt leichtsinnig mit seiner Kultur, die zwar als identitätsstiftend beschrieben wird, aber im politischen Rahmen bis auf eifrige Worthülsen, sträflich vernachlässigt wird. Faber und Jung müssen daher erklären, wie sie das verlorene Vertrauen zurückgewinnen wollen und welche Ziele umgesetzt werden sollen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für eine – auch finanziell – verantwortungsvolle städtische Kulturpolitik, die sowohl künstlerische Qualität als auch internationale Strahlkraft der Kulturbetriebe absichert. Kulturelle Vielfalt kann nicht ein Gegeneinander der jeweiligen Genres bedeuten. Wir fordern daher verstärkte Kooperationen zwischen Hochkultur und Einrichtungen der Freien Szene. Diese Kooperationen sollen dabei innovative Ansätze ermöglichen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erwarten, dass die Aufgaben der städtischen Kulturpolitik in einer Hand kompetent wahrgenommen werden. Das Amt einer Kulturbürgermeisterin oder eines Kulturbürgermeisters muss dementsprechend besetzt werden.

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„Da ist Musik drin!“ – Neues Bandhaus umsetzen statt behindern.

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN fordern die Stadt auf, den Verkauf der städtischen Liegenschaft in der Saarländer Str. 7 (ehemalige Förderschule), umgehend zu stoppen und dieses Gebäude –zusammen mit dem Bandcommunity Leipzig e.V. und dem Kulturamt – als zweites Bandprobenhaus Leipzigs zu entwickeln.

„Seit mehr als 1 Jahr verhandelt die Bandcommunity Leipzig e.V. mit der Stadt über die Schaffung eines weiteren Bandhauses. Dabei gab es bereits erste Zusagen, dass dieses zweite Haus im September bezogen werden kann. Dass jetzt das Gebäude offenbar an Kulturamt und Bandcommunity vorbei verkauft werden soll ist ein Schlag ins Gesicht der Engagierten und hat mit Leipzigs selbstgewählten Anspruch als Musikstadt nichts zu tun.“, schimpft Jürgen Kasek, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig, der selber Bassist in einer Rockband ist.

„Voraussetzung für künstlerisches Schaffen insbesondere in den Bereichen Musik und bildende Kunst ist das Vorhandensein entsprechender Arbeitsräume.“, stellt Kornelius Unckell, Mitglied im Vorstand und Leiter des Arbeitskreises Kultur fest. „Dabei besteht das Problem darin, dass es gerade in Leipzig sehr schwer ist angemessene Bandproberäume zu finden. Daher gibt es seit langen innerhalb des Stadtrates auch die Forderung die Schaffung weiterer Proberaummöglichkeiten zu schaffen.“, so Unckell weiter.

Leipzig ist eine pulsierende Stadt mit einer vielfältigen Musikszene. Schätzungsweise mehr als 300 Bands und Musiker gebe es in der Messestadt. Das Problem dabei: nur etwa die Hälfte der Bands kann regelmäßig proben, da sie einen Raum zum üben haben. In den letzten Jahren sind vermehrt Proberaumkomplexe und –standorte aus verschiedenen Gründen geschlossen und die Musiker auf die Straße gesetzt worden. Nachdem bereits 2010 ein erstes Bandprobehaus durch die Bandcommunity entwickelt werden konnte, wurden seit 2012 Gespräche mit der Stadt über ein weiteres Haus geführt. Für das Gebäude in der Saarländer Str. 7, das eine städtische Liegenschaft ist, gab es bereits ein komplett durchgerechnetes Konzept und Planungen sowie erste Zusagen. „Dass nunmehr offenbar in einem intransparenten Prozess vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen, ist für die Beteiligten besonders bitter.“ merkt der grüne Kultupolitiker Unckell abschließend an.

Hintergrund:
Bündnis 90/DIE GRÜNEN setzen sich für eine kontinuierliche Förderung von Vereinen und Initiativen ein, die die Schaffung und Vermittlung von Bandproberäumen und Ateliers zu ihrer Aufgabe gemacht haben. Bei der Stadtplanung und Quartiersentwicklung sollen die Bedürfnisse der Kulturszene in jedem Fall mit betrachtet werden.
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN ruft dazu auf, die Petition der Bandcommunitiy zu unterstützen: https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-den-verkauf-des-potentiellen-bandhaus-2-0-in-der-saarlaender-str-7

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„Die Stadt verkauf ich Dir – Global Space Odyssee ernst nehmen“

„Die Politik und Verwaltung der Stadt Leipzig täte gut daran, die Forderungen der Global Space Odyssey ernst zu nehmen. Zu Recht kritisieren die Initiatoren, dass die Beteiligungskultur in Leipzig zum Teil »beleidigend« ist und diejenigen die sich engagieren wollen ausbremst.“, stellt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN fest.

Seit Jahren setzen sich die Engagierten etwa für die Umsetzung eines Freiflächenkonzeptes ein, um Veranstaltern legale Möglichkeiten für Open Air und Festivals zu geben, wie sie in den Sommermonaten in Leipzig häufig stattfinden und wofür die Stadt weithin bekannt ist, bislang mit überschaubaren Erfolg. Das Stadtmarketing bewirbt Leipzig international als offene und mutige Stadt, aber von dem Mut und der Risikobereitschaft neuen Dingen gegenüber ist die Stadtpolitik weit entfernt.

„Die Politik in der Stadt ist im Wesentlichen auf sich selbst fixiert und beachtet zu wenig, was in der Stadt für Leben existiert und versucht gar nicht erst die Einwohnerinnen und Einwohner offensiv einzubinden, von daher kann es nicht verwundern, dass der Unmut in Teilen der Stadtgesellschaft wächst und die Wahlbeteiligung auf einem niedrigen Niveau stagniert.“, so Kasek weiter.

Wir brauchen daher einen Aufbruch für mehr Transparenz und Verbindlichkeit um die Beteiligungskultur auszubauen und zu stärken.

Das große Bedürfnis der Leipzigerinnen und Leipziger nach Einmischung und Mitgestaltung sowie das in unserer Stadt stark ausgeprägte einwohnerschaftliche Engagement belegen, dass grundsätzlich ein großes Beteiligungspotential vorhanden ist. Doch hinsichtlich städtischer Beteiligungsverfahren, jenseits von Wahlen und Bürgerentscheiden, beklagen die Menschen vielfach ihre Einflusslosigkeit. Hinzu kommt, dass das Mitgestalten bei kommunalen Planungsprozessen immer noch viel zu häufig von der Stadtverwaltung als ein lästiges Rauschen im Betrieb wahrgenommen wird. Viel zu häufig hängt eine frühzeitige, transparente und ergebnisoffene Durchführung von Beteiligungsverfahren von der Aufgeschlossenheit eines Amtsleiters ab. Hinsichtlich der Einleitung, Planung, Ausgestaltung und Durchführung von Beteiligungsverfahren über den gesetzlichen Rahmen hinaus fehlt es an allgemeingültigen verbindlichen Regeln.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern daher, dass eine verbindliche Einwohnerbeteiligungssatzung aufgestellt wird mit den Eckpunkten: Installation eines Beteiligungskoordinators, erstellen einer Vorhabenliste die Aufschluss über städtische Projekte und Vorhaben gibt, sowie die Schaffung eines Rechts zur Einleitung eines Beteiligungsverfahrens.

BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN rufen daher ebenso wie viele andere dazu auf an der Global Space Oddysey teilzunehmen und sich den Forderungen nach einer echten Beteiligung und einer Stadt für Alle mit bezahlbaren Mieten anzuschließen.

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Dach des Schauspielhauses wird endlich erneuert!

Ansgar Maria König, Stadtrat und Mitglied im Betriebsausschuss Kultur freut sich auf die längst überfällige Sanierung des Schauspieldaches.

Bereits seit 2004 liegen Prüfergebnisse über Effekte energetischer Maßnahmen am Schauspielhaus vor. Vor zwei Jahren forderte unsere Fraktion die Sanierung des Daches des Schauspielhauses. Bereits zu dem Zeitpunkt kündigte die Verwaltung an, das sog. Intracting zum Einsatz bringen zu wollen. Beim Intracting werden Energieeinsparmaßnahmen in den Gebäuden durchgeführt. Ähnlich wie beim Contracting (externe Durchführung und Vorfinanzierung) wird dazu eine vergleichbare Abteilung innerhalb der eigenen Verwaltungsstruktur geschaffen, die rasch rentierliche Maßnahmen an Gebäuden realisiert. Bei uns ist das das Hochbauamt. Die erwirtschafteten Energieeinsparungen werden dokumentiert und die Hälfte des Gewinns zur Vorfinanzierung der nächsten Jahre verwendet.

Nun endlich soll etwas passieren, weiß doch inzwischen jeder Laie, dass man mit einer energetischen Sanierung Heizkosten sparen kann, so Stadtrat König.

Da die Stadtverwaltung allerdings so spät reagierte, haben wir unnötig Geld verloren. Die Kosten für die Maßnahme sollen rund 105 T€ betragen, durch die zu erwartenden Energieeinsparungen sollen sich die Kosten bis 2017 amortisiert haben.

Das hätte schon viel eher erreicht sein können. Nun hoffen wir, dass die Maßnahme so schnell wie möglich umgesetzt wird, erklärt Ansgar Maria König.

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„Zwischen GEMAinheiten und Ignoranz“ – Forderungen der GSO ernst nehmen

Nachdem am Wochenende in Leipzig die Global Space Odyssey mit mehr als 3500 Teilnehmern stattfand, mahnt der Kreisverband von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN Leipzig an, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen.

„Die Stadt tut gut daran, die aufgestellten Forderungen der Kulturdemonstration ernst zu nehmen und den Umzug nicht nur als Spaßparade abzutun“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes. „Daher ist es auch zu erwarten, dass der OBM, auch wenn er nicht vor Ort sein konnte, zum Offenen Brief der Macher Stellung bezieht.“

Gerade die alternative und freie Kulturszene in Leipzig mit ihren Clubs und vielen Veranstaltungen trage viel zu Attraktivität der Stadt für junge Menschen bei und sei damit auch ein Standortfaktor. Umso unverständlicher ist es daher, wenn Kernforderungen wie etwa ein Freiflächenkonzept seit Jahren nicht bearbeitet werden.

„Gerade die Erarbeitung eines Freiflächenkonzeptes müsste für die Stadt oberste Priorität haben, wäre es doch eine Möglichkeit die Szene zu unterstützen und andererseits die Umweltbelastungen zu reduzieren. Bereits jetzt finden viele halblegale Veranstaltungen statt. Andere Städte sind dort im Umgang mit solchen Veranstaltungen schon deutlich weiter.“, so Kasek.

Ebenfalls sei es notwendig, dass die Stadt sich im Bereich der GEMA-Tarifreform engagiert.

Dazu hatte die Stadtratsfraktion der Grünen in der letzten Stadtratssitzung bereits eine Anfrage gestellt. Nachdem diese in der vorletzten Stadtratssitzung keine Beantwortung gefunden hatte, war der zuständige Wirtschaftsbürgermeister diesmal aussagefähig. In seiner Antwort hatte er ausgeführt, dass die Stadt die Problemstellung erkannt habe und sich daher beim deutschen Städtetag am Schiedsverfahren engagieren wolle. Die Nacht- und Veranstaltungsökonomie sei ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Allerdings lägen keine Zahlen dafür vor. Auch zur Frage der sogenannten Umwegrentabilität konnte der Wirtschaftsbürgermeister nicht antworten.

„Offenbar ist inzwischen auch in Leipzig das Thema GEMA-Tarifreform angekommen“, so Norman Volger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Nachdem die Ergebnisse von ähnlichen Anfragen in Dresden und Chemnitz bereits seit mehr als einem Monat vorliegen, wurde das auch höchste Zeit. Unverständlich bleibt allerdings, warum es nach wie vor keine vernünftigeDatengrundlage über die Nacht- und Veranstaltungsökonomie und ihre Bedeutung für Leipzig vorliegt. Und dies obwohl bereits im letzten Jahr dazu eine Studie durchgeführt werden sollte. Wir erwarten, dass der Ankündigung des Wirtschaftstbürgermeisters endlich auch Taten folgen. Durch die Tarifreform werden die größeren Leipziger Clubs wie etwa die Distillery im Fortbestand bedroht.“

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt sich nicht stärker mit den Forderungen der GSO auseinandersetzt. Gerade hier wird aber auch Ausstrahlungskraft für Leipzig generiert, gerade hier wird Kultur gelebt.“, so die beiden Politiker abschließend.

http://www.youtube.com/watch?v=Ps9xJD88J2c

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Zwangsheirat – Partnersuche für die Muko?

Der Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen veranstaltet am Dienstag, 22.5. um 20 Uhr in den Räumen der ehemaligen Diskothek im Schauspielhaus am Dittrichring eine Podiumsdiskussion zu Strukturveränderungen in der Leipziger Kulturlandschaft.

„Die drängenden Haushaltsprobleme der Stadt besonders im Kulturbereich und der enorme Investitionsstau an den Häusern Musikalische Komödie in Lindenau und Centraltheater zwingen uns, neue Lösungen zu prüfen“ sagt Wolfram Leuze, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen im Rathaus, Kulturausschussvorsitzender und Podiumsgast. „Die Variante Zusammenlegung von Muko und Centraltheater ist dabei eine spannende Option, die wir mal vor Ort diskutieren wollen“, so Leuze weiter. Deshalb findet die Diskussion auch in den ziemlich heruntergekommenen aber charmanten Räumen der ehemaligen Krachdisko am Ring statt. Einmalige Gelegenheit, die zur Zeit bizarr anmutenden Räume mal kennenzulernen, die für die neue Variante als Zweitspielstätte des fusionierten Hauses fungieren könnten.
Auf dem Podium sitzt auch Dr. Dehli von der Münchener Kulturberatungsfirma actori, der maßgeblich an der von der Stadt im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie zu Strukturveränderungen beteiligt war. „Von ihm erhoffen wir uns noch einmal einen frischen aber kenntnisreichen Außenblick auf uns Leipziger Kulturbewegten, der unser Gefühl für mögliche Veränderungen sensibilisiert“ sagt Kornelius Unckell, für Kultur zuständiges Vorstandsmitglied bei den Grünen, der die Veranstaltung auch moderieren wird.
Weiterhin werden Dr Ballweg vom Centraltheater und Stefan Dietrich von der Muko erwartet, die für die beiden an der Variante beteiligten Häuser sprechen werden. Nicht zuletzt werden Anja Richling, ehemalige Verwaltungsdirektorin am Gewandhaus und Ulrich Milde, LVZ, zwei ausgewiesene und langjährige Kenner der Leipziger Kulturszene für eine spannende Diskussion sorgen.

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5 % für die Freie Szene – Lippenbekenntnis oder Realität?

Das Aus für die Cammerspiele ist auch Folge von doppelzüngiger Kulturpolitik

Zu der Ankündigung des Vorstandes der Cammerspiele Leipzig e. V. den Spielbetrieb der Cammerspiele zum Sommer 2012 zu beenden, nimmt der Vorsitzende des Fachausschusses Kultur, Wolfram Leuze, wie folgt Stellung:

Es ist eine erschreckende Nachricht: „Cammerspiele stehen vor dem Aus“. Zwar kann man die Verantwortlichkeit dafür nicht der Stadt in die Schuhe schieben, Ursache für das angedrohte Ende ist das Auslaufen der über den Bund geförderten Kommunal-Kombi-Stellen. Trotzdem muss hinterfragt werden, was z. B. der Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit dazu getan hat, dieses Wegbrechen der Bundesförderung durch entsprechendes Gegensteuern abzufedern. Oder was hat der Oberbürgermeister dafür getan, den Beschluss des Stadtrates vom 17.09.2008 über die Erhöhung des Etats für die Freie Szene bis zum Haushaltsjahr 2013 auf 5 % des Kulturhaushaltes Realität werden zu lassen. Kulturpolitik verkommt in Leipzig mehr und mehr zu einem Strauß inhaltsleerer Lippenbekenntnisse. Dies liegt auch darin begründet, dass dank einer unseligen Personalpolitik des Oberbürgermeisters die Verantwortung für die Kultur zwischen OBM (er verwaltet die Beletage der Hochkultur) und Bürgermeister für Kultur aufgeteilt ist. So bekommt die Hochkultur vom OBM jederzeit eine – aus ihrer Sicht sicher auch gerechtfertigte – Bestandsgarantie, während die den Charme der Kulturstadt Leipzig auch ausmachende Freie Szene bis zum heutigen Tag vergeblich um den durch Stadtratsbeschluss festgeschriebenen Anteil am Kulturhaushalt kämpfen muss. Auf Dauer kann eine solche doppelzüngige Kulturpolitik nicht gutgehen.

Die aktuelle Situation der Cammerspiele wird für den Fachausschuss Kultur Veranlassung sein, in seiner morgigen Sitzung einen Bericht des Bürgermeisters für Kultur dazu einzufordern und in einer der nächsten Sitzungen sich unmittelbar ein Bild von der Situation der Cammerspiele zu machen.

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Kultur- und Kreativstandort Leipzig: Bedingungen der Branche verbessern – Strategie weiterentwickeln

Die Leipziger Kultur- und Kreativwirtschaft ist auf einem guten Weg. Das bestätigen auch die kürzlich verliehenen Preise der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung für den Branchenverband Kreatives Leipzig e.V. und für Medienkünstler Julius Popp. Dennoch scheint das Wissen um die Bedeutung der Stadt Leipzig als Kreativstandort noch nicht in alle Teile der Verwaltung und Politik vorgedrungen zu sein, wie etwa die Diskussionen um die Damenhandschuhfabrik und andere Teile der „Nacht- und Veranstaltungsökonomie“ belegen.

„Wir müssen die Kreativbranche durch eine Gesamtstrategie voran bringen. Eine Konzentration auf einzelne Teilmärkte und Ausschluss anderer macht aus Sicht vieler Akteure dabei kaum Sinn. Der Weg zu einer geeigneten Strategie besteht in einem kontinuierlichen Diskussionsprozess von Kreativen, Verwaltung und Politik.“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes.

Während sich die Akteure immer besser vernetzen hat auch die Stadtverwaltung ihrerseits begonnen, die Bedeutung der Kreativbranche ernst zu nehmen, Projekte der Strukturbildung und einzelne kreative Unternehmungen zu unterstützen.

Weitere Schritte sollten daher sein, dass die Kontaktstelle Kreativwirtschaft entwickelt, das Angebot ausgebaut wird sowie nachfrageorientierte Förderstrukturen zur Verfügung gestellt werden. Wichtig sind dabei vor allem die Bündelungen der ideellen und monetären Fördermöglichkeiten an einem zentralen Punkt.

Dazu gehört die Frage, wie die ehrenamtlichen Szeneaktivitäten noch besser unterstützt werden können. Vor allem müssen die Rahmenbedingungen für Künstler und Kreative verbessert werden. So scheitern in Leipzig beispielsweise immer wieder Veranstalter aus Gründen, die mit einer besseren Kommunikation und mehr Verständnis für die Belange der Branche durchaus hätten aufgelöst werden können. Wir fordern daher die Einrichtung einer Clearingstelle, die bei Anliegen der Kulturschaffenden und Kreativen innerhalb der Verwaltung vermittelt sowie die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren. Die unklare Kompetenzzuweisung innerhalb der Stadt ist kontraproduktiv.

Jedoch ist die Förderung der Branche nicht allein die Aufgabe der Stadt Leipzig, sondern auch des Freistaates Sachsen. Bislang tut sich da viel zu wenig. So passen bestehende Förderprogramme häufig nicht zu den Bedingungen der Kultur- und Kreativmärkte und es fehlt die Koordination von Beratungsangeboten und szenenahen Anlaufstellen.

Eine wichtige Gelegenheit für alle, die am Fortgang der Kultur- und Kreativwirtschaft in Leipzig interessiert sind, bietet das Netzwerktreffen Kultur- und Kreativwirtschaft der GRÜNEN Landtagsfraktion am Samstag, den 26.11. im Leipziger Tapetenwerk. Akteurinnen und Akteure der Kultur- und Kreativmärkte können hier gemeinsam ihre Interessen diskutieren, Handlungsmöglichkeiten entwickeln, aber auch Forderungen an Verwaltung und Politik formulieren.

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter: http://kreative-in-der-stadt.mixxt.de

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Kultur- und Kreativwirtschaft stößt auf Ignoranz beim Wirtschaftsministerium

Wir dokumentieren die Pressmitteilung der Landtagsfraktion zum Thema Kultur- und Kreativwirtschaft

 

Gerstenberg:  Sachsens Kreativ-Branche droht abgehängt zu werden
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Dresden. „Der Kultur- und Kreativwirtschaft wird weiterhin die notwendige Unterstützung durch den Freistaat vorenthalten. Damit droht die Branche im Vergleich zu anderen Bundesländern abgehängt zu werden“, folgert Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, kulturpolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, aus der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien.

„Die CDU/FDP-Koalition lässt sich leider auf keine fundierte Diskussion ein. Von Experten weitgehend unterstützte Forderungen unserer Fraktion nach einer besseren Beratung in ökonomischen Fragen, einer Unterstützung von Vernetzungsprozessen, einer Anpassung der bestehenden Förderinstrumente und einem neuen Kulturwirtschaftsbericht auf Landesebene werden mit fadenscheinigen Argumenten weggewischt“, bedauert Gerstenberg.

„Beim federführenden Wirtschaftsministerium fehlt jede Spur von Bereitschaft, sich mit der Realität in der Branche auseinanderzusetzen und zu handeln. Viele Kulturschaffende und Kreative in Sachsen haben das Potenzial, privatwirtschaftlich aktiv zu sein, können es aber noch nicht umsetzen. Deshalb muss die Kultur- und Kreativwirtschaft als Wirtschaftsfaktor und als immer wichtiger werdendes Feld von Beschäftigung gefördert werden.“

„Die Branchenakteure müssen nun am Ball bleiben und ihre berechtigten Anliegen weiter in die Politik und Verwaltung tragen. Wir werden diese Prozesse als GRÜNE-Fraktion unterstützen. So sind nach einem ersten Netzwerktreffen der Branchen in Dresden insbesondere Akteure der Leipziger Kultur- und Kreativwirtschaft für den 26.11.2011 eingeladen, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, aber auch Forderungen zu formulieren.“

Informationen zum GRÜNEN Netzwerktreffen Kultur- und Kreativwirtschaft finden Sie unter: http://kreative-in-der-stadt.mixxt.de

GRÜNER Antrag: „Der Kultur- und Kreativwirtschaft im Freistaat Sachsen bessere Entwicklungschancen eröffnen“ (Drs.5/5923):
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/e91e9251.l

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