Posts Tagged Klimaschutz

Vortrag und Diskussion: „Frischluft für Leipzig! Klimawandel in der wachsenden Stadt“

Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lädt unter dem Titel „Frischluft für Leipzig! Klimawandel in der wachsenden Stadt“ am kommenden Mittwoch, 14.09., um 19 Uhr zu Vortrag und Diskussion in den Grünen Raum am Kanal (Zschochersche Str. 59, 04229 Leipzig) ein.

Der Klimawandel hat auch in Leipzig spürbare Konsequenzen. „Besonders im Sommer heizt sich unsere Innenstadt gegenüber dem Umland auf. Ein Stadtbummel wird zur Schweiß treibenden Angelegenheit in ‚dicker Luft’“, erklärt André Ludwig, Sprecher des Arbeitskreises Umwelt- und Klimaschutz der Leipziger Grünen.

Den Vortrag wird ein Vertreter von ThINK (Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz) halten. Das Institut greift dabei auf eine lange Erfahrung aus dem Bereich Stadtklimatologie zurück und nutzt die Stadt Jena als Modellstadt in der Klimawandelfolgenanpassung.

„Die Lebensqualität in Leipzig hängt auch in Zukunft davon ab, ob Frischluftversorgung und Anpassung an klimatische Herausforderungen in den städtischen Planungen Beachtung finden“, erklärt Ludwig weiter.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits fehlt es durch die bebauten Areale an Frischluftzufuhr. Andererseits führen auch gerade dunkle Flächen und eine Stadtentwicklung, die auf den Klimawandel nicht optimal vorbereitet ist, zu weiter steigenden Temperaturen. Das schnelle Wachstum der Stadt und die Gebäudenachverdichtung würden diesen Effekt noch verstärken, wenn das Thema Stadtklima nicht berücksichtigt wird.

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Kohle nur noch zum Grillen! Die Grüne Jugend Leipzig grillt gegen den Braunkohletag

Am Donnerstag den 22.05. und am Freitag den 23.05. findet in Leipzig mit dem Braunkohletag des Bundesverbandes Braunkohle (DEBRIV) eine der größten Lobyveranstaltungen der Braunkohleindustrie statt. Die Grüne Jugend Leipzig solidarisiert sich mit der Gegenkundgebung auf dem Augustusplatz am Donnerstag. Sie wird von 14:30-16:30 Uhr mit einem Grill und veganem Grillgut unter dem Motto „Kohle nur noch zum Grillen“ vor Ort sein.

„Die Stromerzeugung mit Braunkohle ist klimaschädlich, ineffizient und birgt durch Tagebau hohe Folgekosten. Es gibt dank Wind, Wasser und Sonne inzwischen gut entwickelte Technologie, die viel klimafreundlicher und unbegrenzt verfügbar ist. Braunkohleverstromung behindert den Einsatz eben dieser und deswegen fordern wir einen Braunkohleausstieg bis 2030. Dies wollen wir auf der Kundgebung noch einmal deutlich machen“, erklärt Diana Ayeh von der Grünen Jugend Leipzig. „Die Braunkohlelobby ist mit daran schuld, dass in der Vergangenheit Klimaschutzziele aufgeweicht wurden. Damit setzt sie die Zukunft unserer Generation und die zukünftiger aufs Spiel. Darum rufen wir dazu auf am Donnerstag an der Kundgebung der Umweltverbände teilzunehmen.“

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Mit den Grünen zur sächsischen Klimakonferenz

Am kommenden Sonnabend, den 1.12.2012, findet der 6. sächsische Klimakongress von 10-18 Uhr in der Technischen Universität Dresden (TU Hörsaalzentrum, Bergstr. 64) statt. Im Mittelpunkt steht dabei diesmal das Wachstumsparadigma. Neben vielen weiteren hochkarätigen Wissenschaftlern wie Prof. Niko Paech und Prof. Martin Jänicke, ist auch der Nachhaltigkeitsforscher und Leipziger OBM-Kandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Prof. Felix Ekardt, als Referent dabei.

Deshalb gibt es diesmal die Möglichkeit, mit vom Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bezahlten Wochenendtickets kostenfrei und klimaschonend nach Dresden zu fahren, um am Kongress teilzunehmen. Wer Lust hat daran teilzunehmen findet sich am Sonnabend, den 01.12.2012, um 07:45 am Querbahnsteig Gleis 19, des Leipziger Hauptbahnhofes ein.

„Wir möchten immer wieder auf das Bahnfahren als Möglichkeit aufmerksam machen, die Umwelt zu schonen und deutlich stressfreier voran zu kommen als mit dem Auto.“, erklärt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig, den Sinn der Aktion. „Im Rahmen des Kongresses gibt es die Möglichkeit, Felix Ekardt direkt kennenzulernen und sich zusätzlich über das Thema Klima und Wachstum weiterzubilden.“, so Kasek.

Interessierte sind herzlich willkommen und eingeladen.

Hintergrund:
www.wir-sind-klima.de

Ernsthafter Klimaschutz erfordert einen sehr umfassenden Wandel unserer Lebensweise, der Infrastruktur und der Wirtschaft. Unsere Wirtschaftsordnung ist bisher auf stetiges, wenn auch schwankendes Wachstum ausgerichtet. Das Sozialsystem, die Rentenversicherung, der Staatshaushalt und so gut wie alle anderen gesellschaftlichen Subsysteme sind daran angepasst.

Deshalb ist die Wachstumsdebatte mitnichten eine rein ökonomische Frage. Wenn steigender Konsum zu steigendem Verbrauch fossiler Ressourcen und damit zu steigendem Ausstoß von Treibausgasen führt, dann stellt sich die Frage: Wie können wir das ändern? Gelingt es uns, steigenden Wohlstand mit sinkenden Emissionen zu verbinden? Oder ist dieses grüne Wachstum ein Selbstbetrug? Ist Nullwachstum nötig? Wie können dann die Staatsschulden, Renten und Sozialleistungen bezahlt werden? Wie gerecht ist der Ressourcenverbrauch in unserer Gesellschaft verteilt? Wie wollen wir eigentlich leben?

Gesellschaftlicher Wandel kommt nicht allein, sondern muss aktiv gestaltet werden. Über das Wie kann und muss gestritten werden.

10.00–10.20 Begrüßung durch Antje Hermenau, Fraktionsvorsitzende

10.20-10.40 Nullwachstum löst die Probleme nicht (Prof. Martin Jänicke, FU Berlin)

10:40-11.00 Grünes Wachstum ist eine schöne Illusion (Prof. Niko Paech, Uni Oldenburg)

11.00-13.00 Workshopforen, Forum A 2 mit Prof. Felix Ekardt als Referent

13.00–14.00 Mittagsimbiss ;Angebot: Ideen, Projekte, Visionen – Ausstellung im Foyer

14.00–16.00 Workshopforen, Forum B1 mit Prof. Felix Ekardt als Referent

16.00-16.30 Kaffeepause

16.30-17.15 Heinz Ratz mit Strom & Wasser, politischer Skapunkpolkarock

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„Leipzig endlich autofrei erleben“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN organisieren am Wochenende das Café en Blanc in der Holhbeinstraße Ecke Könneritzstraße im Rahmen des Autofreien Tages als Teil des Bündnisses der Bürger für umweltfreundliche Mobilität. Eingeladen sind unter anderem die Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl und auch der Schirmherr des Autofreien Tages Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal hat sein Kommen angesagt.
Am 17.September 2011 fanden in Leipzig Aktionen in Gohlis, im Musikviertel, im Waldstraßenviertel sowie der Parking Day statt. Außerdem auf der Holbeinstraße in Schleußig das erste Café organisiert, an dem über 100 Personen teilnahmen. Insgesamt war der Tag ein voller Erfolg und hat das Anliegen die Stadt auch anders erfahrbar zu machen gut transportiert.
Auch dieses Jahr werden am 22.09. zum autofreien Tag wieder Aktionen stattfinden. Eine zentrale Aktion findet auch dieses Jahr wieder in Schleußig statt. Mit der Aktion zu der auch die Oberbürgermeisterkandidaten eingeladen sind, soll vor allen Dingen auch auf die Zustände in Schleußig hingewiesen werden. Konkrete Forderungen wie die Einführung eines Parkraummanagements und der Ausbau von Fahrradstellflächen sollen thematisiert werden.
Gerade auch auf dem letzten Stadtbezirksbeirat wurde wieder die auch Stadtbezirksbeirat absolut unbefriedigende Situation im Bereich des Gehwegparkens thematisiert.
„Wir sind uns im Stadtbezirksbeirat einig, dass umfassende Kontrollen ein Muss sind und das die StVO konsequent durchzusetzen ist“, so Cordula Rosch grüne Stadtbezirksbeirätin.
„Die Dominanz des motorisierten Verkehrs sorgt inzwischen für viele Probleme: zunehmender Lärm, Aggressionen und mehr Verkehrstote, Abgase – zugeparkte Gehsteige insbesondere in Schleußig! Aufgrund dessen ist es uns sehr wichtig, immer wieder auch auf diese Zustände hinzuweisen. Mit der Aktion wollen wir die Menschen sensibilisieren und zum Nachdenken anregen“, erläutert Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes die Aktion.
Wir freuen uns dabei besonders, dass auch die Stadt sich inzwischen positiv zum Autofreien Tag positioniert hat und das der Umweltbürgermeister persönlich vorbeikommt um mit den Menschen zu diskutieren.
Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen.

Ablaufplan:

16 Uhr Beginn
16-17 Musik und Tanz mit der Swing Connection
17 Uhr Ankunft der Fahrraddemonstration des ADFC
17 Uhr Grußwort des Umweltbürgermeisters und Reden der OBM Kandidaten
danach offener Gedankenaustausch

Hintergrund:
Die Idee des Café en Blanc geht auf die Initiativen des Diner en Blanc zurück. Ursprünglich treffen sich dabei verschiedene Menschen ganz in Weiß um miteinander in angenehmer Atmosphäre in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Diese Idee wird aufgegriffen um in Schleußig den Straßenraum als öffentlichen Raum, Raum für die Menschen erlebbar zu machen.  Dabei kleidet man sich in Weiß ein. Stühle und Tische sollten mitgebracht werden.
Autofreie Tag gibt es inzwischen in vielen Großstädten. Sie dienen dazu die Stadt ohne Auto zu erleben und die Menschen für einen andere Art der Mobilität zu begeistern um somit ein Umdenken zu erzeugen.

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„Ein anderer Verkehr ist möglich“ – Vorschläge für einen zukunftsfähigen Stadtverkehr

Zu der Debatte zwischen der Mittelstandsvereinigung und der CDU, die mehr Platz für Autos fordert, und den Umweltverbänden erklärt der OBM-Kandidat der Grünen Leipzig Professor Felix Ekardt: „In einer Großstadt wie Leipzig spielen alle Verkehrsträger eine wichtige Rolle, aber die Fakten sollten stimmen. Wir wissen seit langem aus der Verkehrswissenschaft: Mehr Straßen lösen keinen Stau auf, sondern ziehen neuen Verkehr an. Bereits jetzt wird der öffentliche Straßenraum durch das Auto dominiert. Die Sicherheit von älteren Leuten und Kindern auf dem Schulweg ist durch den Straßenverkehr an vielen Stellen bedroht.

Immer mehr Straßenlärm schadet zudem der Lebensqualität in Leipzig ernsthaft. Und wir wissen aus der Lärmmedizin: Lärm ist keine Nebensächlichkeit, sondern macht krank – wer an belebten Straßen wohnt, hat ein massiv höheres Risiko für Herzkreislauferkrankungen.

Zielrichtung sollte sein, Leipzig mit seinen im Vergleich zu Westdeutschland sehr guten Voraussetzungen zur Vorbildstadt für nachhaltige Mobilität und Lebensqualität umzubauen. Für Ressourcen- und Klimaschonung, für eine kind- und seniorengerechte Stadt und ein verkehrsberuhigtes Wohnumfeld ist die Entwicklung eines Energie- und Verkehrskonzeptes dringend angezeigt, das Alternativen zum Auto entwickelt und diese für jeden attraktiv und praktikabel macht. Dies ist auch eine soziale Frage, ist doch das Auto die teuerste Variante des Individualverkehrs. Der deutlichen Stärkung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs kommt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Mobilität eine Schlüsselfunktion zu.

Umso zynischer wird daher auch der Angriff der CDU, wir Grünen wären gegen eine wohnortnahe Versorgung und würden die autofahrenden Senioren benachteiligen. Zum einen ist diese Behauptung glatt gelogen und zum anderen wird hier eine Altersgruppe, die Senioren, als Kronzeuge von der CDU herangezogen, die primär auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen ist.

Eine von Realismus und Ehrlichkeit geprägte Politik muss aber auch die Verkehrs- und Finanzpolitik parallel im Blick haben. Soli und Schuldenbremse werden die Haushaltslage perspektivisch verschärfen, und kaum etwas ist so teuer wie neue Straßen; da muss die klare Priorität auf der Instandhaltung vorhandener Straßen liegen. Dabei wird der Bedarf an Mobilität durch ein reichhaltiges Angebot auch weiterhin befriedigt werden.

Maßnahmen wie etwa die Ausweitung von Tempo-30-Zonen müssen intensiv und ergebnisoffen diskutiert werden. Die durch Grüne und SPD auf Bundesebene angestrebte Novellierung der StVO in dieser Richtung wirkt sogar kostensenkend, verringert die Anzahl von Verkehrsschildern in den Gemeinden, den Lärm und die Anzahl an schweren Verkehrsunfällen. Gerade angesichts der Lärmproblematik ist es etwa unverständlich, dass die Stadt die Karl-Tauchnitz-Straße nicht längst als Tempo-30-Zone ausgewiesen hat. Da hier die Lärmwerte regelmäßig überschritten werden, ist die Stadt zu wirksamen Maßnahmen verpflichtet. Die Stadt provoziert hier neuerliche Klagen.

Letztlich profitiert gerade der Mittelstand von einem intelligenten Verkehrsmanagement, dass den Autoverkehr insgesamt reduziert, da somit diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind, ohne Staus und ohne Zeitverlust die Stadt durchqueren können. Das ist gut für alle. Umso mehr Menschen durch eine gute Fahrradinfrastruktur, einen bezahlbaren gut ausgebauten ÖPNV und durch vernünftige Wegeführung motiviert werden können, dass Auto auch mal stehen zu lassen, umso besser für uns alle – besonders für unsere Kinder.“

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„100 Eschen für eine grüne Stadt – auf das der Stadt ein Licht angeht“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig verteilen am Mittwoch, 25. April um 14 Uhr in der Petersstraße vor Hugendubel wieder 100 Setzlinge (Eschen) aus einer heimischer Baumschule. Am 25.04. findet der alljährliche Tag des Baumes statt. Bereits seit 5 Jahren verteilen die Grünen kleine Bäume an Leipziger Bürger und wollen damit auf die Notwendigkeit der Reduktion von Treibhausgasen ebenso hinweisen, wie auf die Gefährdung des heimischen Auenwaldes.

„Klimaschutz und der Schutz des heimischen Auenwaldes sind wichtige Themen auch in der Kommunalpolitik. Doch weder im Bereich Klimaschutz noch im Bereich Schutz der heimischen Flora und Fauna entsteht der Eindruck, dass diese Themen in der Leipziger Stadtverwaltung oberste Priorität genießen oder überhaupt wahrgenommen werden.“, moniert Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes.
So finden weiterhin verstärkt Eingriffe im Leipziger Auenwald statt ohne das die Ausgleichsmaßnahmen direkt am Auenwald umgesetzt werden, siehe etwa das Trainingsgelände von RB – noch ist das Klimaschutzkonzept ambitioniert genug um die festgelegten Reduktionsziele im Bereich der Treibhausgase zu erreichen.
Mit der Baumverteilungsaktion soll auf eine effektive, nachhaltige und natürliche Form des Klimaschutzes durch Pflanzen von Bäumen hingewiesen werden.
Eine Studie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aus dem Jahr 2000 kommt zu dem Ergebnis, dass etwa eine 100 Jahre alte Buche bei guten ökologischen Voraussetzungen 6kg CO2 am Tag verwertet und 5kg Sauerstoff erzeugt.
Die dieses Jahr verteilte Esche hat in der nordischen Mythologie eine überragende Bedeutung. Die Esche ist der Weltenbaum Yggdrasil der in der Mytholgie ein Feuerspender für den Menschen ist.
„Wir hoffen, dass mit der Aktion vielleicht auch einigen Menschen und vor allem der Stadtverwaltung ein Licht aufgeht“, so Kasek ironisch zum Sinn der Aktion.
Dabei werden die Bäume durch Mitglieder des Kreisvorstandes kostenlos an Bürger verteilt.

 

Hinweis: Aktion ist für Fotografie besonders gut geeignet.

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Klimaschutzkonzept verkennt nach Ansicht der Grünen den Ernst der Lage

Kasek: Rosenthal verfährt nach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß“
Ekardt: „Konzept ist unzureichend“

In der vergangenen Woche (22.03.2012) stellte Umweltbeigeordneter Heiko Rosenthal das Klimaschutzkonzept der Stadt Leipzig vor, welches bis Anfang 2013 zu einem konkreten Maßnahmenkatalog ausgearbeitet werden soll. Dabei zeigte sich aus Sicht der Grünen deutlich, dass die Stadt Leipzig den Ernst der Lage nicht erkannt hat.
„Heiko Rosenthal verfährt nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher Bündnis 90/Die Grünen Leipzig. „Die Stadt will offenbar wie in der Vergangenheit nur auf Symbolpolitik wie Werbekampagnen zum Klimaschutz und Stadtradeln setzen. Konkrete, einschneidende Projekte, die auch die Stadtverwaltung selbst betreffen, werden nicht angegangen. Langfristige Maßnahmen sind  Fehlanzeige.“

Die Vorstellung des Konzeptes macht ein mangelndes Problembewusstsein bei der Stadtverwaltung deultich: „Schulterklopfen ist nicht angesagt. Die Stadt brüstet sich mit der Halbierung des CO2-Emissionen seit 1990 auf nun 5,75t CO2 pro Jahr und pro Kopf, diese Halbierung ist aber nicht auf zielgerichtete Maßnahmen der Stadt zurückzuführen, sondern auf den Einbruch der Industrie nach der Wende.“ Kasek weiter: „Schon die Datengrundlage des Konzepts ist unzureichend. So sind die privaten VerbraucherInnen komplett unbeachtet geblieben in den Berechnungen, ein Umstand der dringend zu korrigieren ist.“ Das es überhaupt ein Konzept gibt, geht dabei maßgeblich auf die Forderungen der Grünen zurück, allein ist das vorgelegte Papier an viellen Stellen nicht geeignet die notwendigen Ergebnisse zu erzielen.
Professor Felix Ekardt, Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik und Kandidat des Grünen-Vorstands für die OBM-Wahl 2013, erklärt ferner: „Wichtige Lebensbereiche wie der Fleischkonsum sind im vorgelegten Konzept nicht hinreichend abgebildet. Ferner sind die räumlichen Wirkungen des Leipziger Konsums außerhalb des Stadtgebiets kaum berücksichtigt, obwohl sie ganz erheblich sind.“
 
Die Stadt verpasst die Chance als Vorbild für ihre BürgerInnen zu fungieren. So ist Fleischkonsum ein wesentlicher Faktor bei der CO2 Emission. Diesem Umstand könnte die Kommune Rechnung tragen, in dem sie beispielsweise vegetarisches Essen in allen kommunalen Einrichtungen einführt, um so langfristig ein Umdenken im Konsumverhalten zu forcieren. Die Stadt muss deutlich aufzeigen, welche konkreten Maßnahmen jedE EinzelnE ergreifen kann, um aktiv Klimaschutz zu betreiben. Aber wenn sich die Stadt selbst wehrt, konkret Aktivitäten in Angriff zu nehmen, wird die BürgerIn auch keine Notwendigkeit erkennen.

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig fordern daher konkret:
1. Die Beachtung und der Ausbau des Radverkehrs als Alternative zum Straßenverkehr.
Das Klimaschutzkonzept sieht bis dato nur eine Verlagerung des Straßenverkehrs auf den ÖPNV vor, nicht aber ein Ausbau der Radwege. „Stadtradeln“ ist ein Anfang, um auf die Umweltfreundlichkeit des Radverkehrs aufmerksam zu machen, dabei darf es aber nicht bleiben. Wir fordern den Ausbau des Radwegenetzes und die Einführung eines Winterdienstes auf Radwegen.

2. 100% Erneuerbaren Energien
Das Klimaschutzkonzept sieht keinen Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet vor. Der EU-Forderung nach 100% Erneuerbare Energien folgend muss bei Neubauten und Sanierungen  verstärkt auf die Nutzung von Photovoltaikanlagen geachtet werden.

3. Ressourcen schonen
Ein sparsamer Umgang mit den Ressourcen ist oberstes Gebot, daher fordern wir einen Umdenken in der Stadtverwaltung. Das Klimaschutzkonzept setzt auf bessere Information und Beratung, die
einen bewussten Umgang mit Ressourcen forcieren soll. Das ist dringend notwendig, muss aber weit über die bisher von der Stadt aufgelegten Infobroschüren und Werbekampagnen hinaus gehen, sondern bedarf einer professionellen Koordination. Eine städtische Energieagentur, ein kommunaler
Klimaschutzbeauftragte und dazu weitere ernsthafte Bemühungen in der Verwaltung böten eine reale Chance zur Initiierung und Umsetzung konkreter Maßnahmen.

4. Einbeziehung der VerbraucherInnen
Die Stadt verkennt ihre Vorbildfunktion. Der private Konsum ist maßgeblich Faktor der CO2 Emissionen. Die Stadt soll in allen kommunalen Einrichtungen vegetarisches Essen einführen, um so langfristig auf die Problematik des Fleischkonsums aufmerksam zu machen und das KonsumentInnenverhalten zu verbessern.

5. BürgerInnenbeteiligung
Um ein Klimaschutzkonzept in allen Bereichen einer Stadt voranzutreiben, bedarf es der rechtzeitigen Einbeziehung der BürgerInnen und aller AkteurInnen aus dem Bereich des Umweltschutzes. Diese ist zwar angedacht, aber noch nicht konkret forciert worden.

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Die Energiewende ist dringender denn je! – Seminar zum Thema, 30.05.

Seminar mit Christian Breyer am 30. Mai 2011 an der Universität Leipzig

Die Energiewende ist dringender denn je. Die fossilen Brennstoffe verteuern sich knappheitsbedingt immer schneller und ihre Emissionen führen zu erheblichen ökologischen und zusätzlichen finanziellen Schäden, die erhebliche gesellschaftliche Subventionen darstellen. Die Kernschmelze in Fukushima hat diesen Aspekt allen wieder klar vor Augen geführt. Erneuerbare Energien bieten hierzu eine hervorragende Alternative. Doch deren Kosten und Nutzen sind aktuell heiß diskutiert und umstritten.

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„Ohne ein Umdenken wird es keinen Politikwandel geben- Bündnisgrüne fordern Klimaschutz ernster zu nehmen“

„Ohne ein generelles Umdenken in der Bevölkerung wird es nicht gelingen, die von der Stadt aufgestellten CO2 Reduktionsziele zu erreichen und den entscheidenden Schritt hin zu einer Klimaneutralen Stadt und damit in die postfossile Zukunft zu schaffen“, fasste Jürgen Kasek, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig die Ergebnisse der Leipziger Klimakonferenz, die am Dienstag Abend in Leipzig stattfand, zusammen.

„Insgesamt ist deutlich geworden, dass es nicht ausreichen wird, Ziele zu formulieren oder Planungen aufzustellen, wenn es nicht gelingt, die Bevölkerung stärker einzubinden und in einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Zielvorstellungen zu diskutieren“, so Kasek.

Leipzig hat die Möglichkeit eine Spitzenposition beim Thema „Klimaschutz“ einzunehmen. Hier besteht auch die Gelegenheit die vielen in Leipzig vorhandenen positiven Ansätze und Initiativen stärker mit einzubeziehen. Leipzig hat durch die Universitäten, das UFZ, das IFT, die Energiecity Initiative ein großes aber bislang bei weitem nicht ausgeschöpftes Potential.

Hier fehlt es vor allem auch an einem Umdenken der Handelnden Kommunalpolitiker. Gerade wenn man die Singulardiskussionen im Verkehrsbereich betrachtet, ist vielen Stadträten offensichtlich nicht klar, vor welchen Herausforderungen und Chancen wir stehen.

Schon heute besteht die Möglichkeit auch Altbauten auf Passivhausstandard zu sanieren und damit den Energieverbrauch massiv zu senken. Diese Projekte bleiben jedoch bislang vereinzelt, da sowohl die Förderbedingungen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Beispiel für die Wohnungsbaugesellschaften nicht ausreichen.

Gerade die kommunalen Unternehmen können und müssen hier eine Vorreiter Rolle einnehmen. Insbesondere die Stadtwerke können hier deutlich mehr tun um den Weg in die postfossile Gesellschaft zu ermöglichen. Dazu fehlt es aber bislang am politischen Willen in der Stadt und dem entsprechenden Beschlüssen.

Mit der Vorstellung des neuen Klimakonzeptes der Stadt im Juni müssen wir mit allen Bürgern in eine politische Debatte eintreten um die Ziele zu diskutieren und aufgestellte Punkte umzusetzen. Klimaschutz ist immer auch eine Möglichkeit, eine Möglichkeit für neue Jobs, für ein höheres Lebensgefühl, für verbesserten Gesundheitsschutz und damit für die Zukunft unabdingbar.

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig fordern daher, dass das Thema Klimaschutz ernster genommen werden muss und die Stadt eine breite Bürgerbeteiligung schon vor der endgültigen Beschlussfassung ermöglichen muss.

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KlimaGerechtigkeit Leipzig und gegenstrom berlin – Aktionsdemo in Leipzig 15.10.

Am Freitag, 15. Oktober 2010 findet in Leipzig eine Aktionsdemo gegen Emissionshandel statt.

Leipziger Klimaaktivist/innen zeigen auf, wie dieser Mechanismus zum Klimaschutz bisher

versagt hat. Leipzig ist für die Aktionsdemo prädestiniert: Hier ist einer der internationalen

Handelsplätze für Emissionszertifikate.

Die Aktionsdemo beginnt um 15.00 Uhr am Kleinen Willy-Brand-Platz am Hauptbahnhof. Sie führt

durch die Innenstadt und macht Halt an Orten, an denen Emissionszertifikate an- und verkauft

werden. An vier Stationen werden die Mechanismen und relevanten Defizite des Emissionshandels

durch Straßentheater-Aufführungen dargestellt. Die Demonstration endet gegen 17.45 Uhr am

Augustusplatz.

Der Emissionshandel wurde einst gepriesen als Wunderinstrument der internationalen

Klimaschutzpolitik, aber bisher hat er nicht zur Reduktion von Klimagas-Ausstoß geführt. “Das

Gegenteil ist der Fall,” erklärt Timmo Krüger von KlimaGerechtigkeit Leipzig, “zudem haben

Industriekonzerne unverdiente Gewinne in Milliardenhöhe deswegen eingestrichen.” In der

Öffentlichkeit sei darüber nur wenig bekannt. Dabei könnte der Emissionshandel, der über die

Strombörse EEX erfolgt, geradewegs in die nächste Finanzmarkt-Blase führen.

“Vor den Türen der Universität wird wirksamer Klimaschutz zum Wetteinsatz. Das ist inakzeptabel und

darum machen wir diese Demonstration”, sagt Anne Hansen, die ebenfalls bei KlimaGerechtigkeit

engagiert ist.

Leipziger/innen und Berliner/innen arbeiten zusammen

Die Demonstration wird organisiert von KlimaGerechtigkeit Leipzig mit Unterstützung der Gruppe

gegenstrom berlin. Die Kooperation ist Bestandteil des “Global Day of Action”. In der Woche um den

12. Oktober 2010 finden weltweit Aktionen gegen den klima- und ernegiepolitische Fehlentwicklungen

statt. Der Aufruf zur Aktion wird von einem breiten Bündnis gestützt.

Neben dem Emissionshandel wird auch die unterirdische Lagerung von Kohlenstoffdioxid während der

Aktionen kritisch beleuchtet. Zur inhaltlichen Einstimmung wird es am Donnerstag, 14. Oktober 2010,

um 19.00 Uhr ein Podiumsgespräch (“Cap and Trade – Fluch oder Segen für unser Klima?”) in der

Universitätsbibliothek Albertina in Leipzig geben.

Unterstützer/innen: attac Leipzig, Bundesvorstand der Grünen Jugend, BUND Leipzig,

Die Grünen Leipzig, Die Linke Leipzig, NABU Leipzig, Linksjugend [’solid] Sachsen

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