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Hochwasserschutz: Politisches Armutszeugnis von OBM Jung – Wir alle müssen uns an Recht und Gesetz halten – Dank an die Helfer und den Krisenstab

„Die Äußerungen des Oberbürgermeisters Jung im LVZ-Interview sind ein politisches Armutszeugnis und entbehren jeglicher Fachlichkeit oder politischer Verantwortung die einem Oberbürgermeister qua Amt ausüben sollte. Es steht jeder Privatperson zu gesetzliche Regelungen wie die der europäischen FFH-Schutzgebiete zu kritisieren. Es kann aber nicht sein, dass OBM-Jung „keine Lust mehr hat, über Bäume oder Zuwege zu Deichen zu diskutieren“. Die Stadt und der OBM haben sich an Recht und Gesetz zu halten und diesbezügliche Beteiligungsregelungen entsprechend zu beachten und sich nicht darüber hinwegzusetzen, egal ob es dem OBM nun passt oder nicht. Zumal das entsprechende Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport hier eine durchaus detaillierte und abgestufte Position vertritt, die auf Fachkenntnis basiert. Der OBM hat sich in den vergangenen Jahren noch nie zum Thema Hochwasser und Umweltschutz geäußert, sondern dies dem entsprechenden Fachdezernat überlassen. Man kann ihm nur empfehlen, dies auch zukünftig zu tun und diejenigen Reden zu lassen, die Ahnung vom Thema haben.“, so Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die GRÜNEN Leipzig.

„An dieser Stelle sei im Rahmen des Hochwassers stellvertretend für viele Beteiligte, Organisationen, dem Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport und seinem Bürgermeister Rosenthal sowie den Leitungspersonal des zugehörigen Brandschutz-, Umwelt-, Ordnungsamtes und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer zu danken, die eine hervorragende Arbeit in den letzten Tagen verrichtet haben. Ebenso den vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen und Leipzigern die sich über Facebook organisierten.

Entgegen der Aussage von Jung fand die Organisation der Hilfe fast ausschließlich durch die Bevölkerung, nicht aber durch die Stadt Leipzig statt. Obwohl das dem OBM persönlich unterstellte Referat Kommunikation mit über 40 Mitarbeiter permanent im Krisenstab zu gegen war, haben sie es am Montag geschafft, die Internet- und Facebookseite der Stadt Leipzig über einen halben Tag nicht zu aktualisieren und auch im weiteren Verlauf keine Koordinierungsfunktion übernommen. Offiziell bestätigte Informationen gab es so gut wie nicht. Im Interview sollte von diesem einzig eklatanten Versagen der Stadt an dieser Stelle offensichtlich abgelenkt werden! Zum Glück haben wir in Leipzig engagierte Lokalmedien, die das Versagen der Stadt an dieser Stelle kompensiert haben. Der LVZ und LIZ sei stellvertretend auch für Radio und Fernsehen an dieser Stelle besonders gedankt. Dem OBM dagegen stände es gut zu Gesicht, sich hier nicht als Deichgraf zu inszenieren, sondern ein wenig Demut an den Tag zu legen und Manöverkritik zu betreiben“, so Volger abschließend.

 

++++Update +++

Entgegen der in der Ursprungspressemitteilung vertretenen Behauptung, das Referat Medien habe über 40 Mitarbeiter, sind es tatsächlich nur 18 Mitarbeiter die es am Montag geschafft haben, die Internetseite der Stadt Leipzig über einen halben Tag nicht zu aktualisieren und auch im weiteren Verlauf keine Koordinierungsfunktion der helfenden Bevölkerung übernommen haben. Weiterhin stellen wir richtig, dass die Interpretationsmöglichkeit der Ursprungspressemitteilung, alle Mitarbeiter des Referats Kommunikation und Medien seien permanent im Krisenstab vertreten gewesen, natürlich vollkommen abwegig und nicht zutreffend ist. Vielmehr war nur ein Mitarbeiter des Referats im Krisenstab anwesend und hatte permanent Zugang zu allen Informationen.  Selbstverständlich wollten wir nichts Anderes ausdrücken.

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Angebliche Gefahr für Leib und Leben: Tausende Bäume umsonst gefällt?

Im Februar 2011 wurden vorgeblich aus Gründen des Hochwasserschutzes im Leipziger Auenwald über zehn Hektar Wald auf und entlang von Deichanlagen gefällt. Dieses Vorgehen stützt sich auf den „Tornado-Erlass“ des sächsischen Umweltministers Frank Kupfer (CDU). Am Montag, 7.11., hatte die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in das Leipziger Ring-Café geladen, um die Folgen der Abholzung im Leipziger Auenwald zu diskutieren.

Gemeinsam mit  Nico Singer, Geschäftsführer des Ökolöwen, versuchte die grüne Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach dem zuständigen Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport, Heiko Rosenthal, plausible Erklärungen zu entlocken. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) entzog sich mit Verweis auf die anhängige Klage des Ökolöwen gegen den Erlass der Veranstaltung. 
In der offiziellen Begründung des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft heißt es, dass man während eines laufenden Verfahrens nicht öffentlich auftrete. 

„Frechheit“, ist Gisela Kallenbach verärgert. „Die LTV muss doch irgendwann öffentlich erklären, wie sie im Auwald den Hochwasserschutz künftig betreiben will, ob die wichtigen und richtigen Maßnahmen des Konzepts forciert umgesetzt werden, bei denen Naturschutz und Hochwasserschutz sich gut ergänzen. Es gab bisher keine einzige Veranstaltung von Stadt oder Talsperrenverwaltung, um die Bürger zu informieren. Das ist eine schwache Leistung vom Land, aber auch von der ‚bürgerfreundlichen Kommune’, die die Leipziger Verwaltung so gern wäre.“

Im Übrigen teilte Minister Kupfer in seiner Absage mit, an welchen Abschnitten wann die Stuben gerodet werden und welche Ausgleichsmaßnahmen geplant seien. Seine Aussage hingegen, das Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig befinde sich mit den Naturschutzverbänden bereits in ständiger Abstimmung, wird von zumindest beim Ökolöwen ganz anders wahrgenommen. 

Dreh- und Angelpunkt des Abends war die Frage, ob die behauptete Gefahr für Leib und Leben, die zur Begründung der Abholzung herhalten musste, belegt ist. Da die Standfestigkeit der Deiche gefährdet sei, müssten die Bäume weg, so das Argument der LTV. Problem: die gefährdeten Deiche hatten keine Schutzfunktion. 

Beifall für seine Worte erntete Nico Singer: „Die Abholzungen waren eine ökologische Katastrophe für den Auenwald. Schlimmer noch ist, dass die Verwaltung erschreckend wenig dafür getan hat, diese Rodungen zu verhindern.“
Bürgermeister Rosenthals Werbung dafür, die jetzt folgenden Reparaturen als Chance für den Naturschutz zu sehen, folgte Kopfschütteln im Saal. 20 Hektar Wald, eventuell mehr, sind aufzuforsten. Ob die Planung der Ausgleichsmaßnahmen in der Weise umgesetzt werden, wie sie sich die LTV vorstellt, wird Gegenstand eines Genehmigungsverfahrens sein. Gewiss werden sich die Naturschutzverbände diese Pläne genau ansehen – seit fast einem Jahr warten sie genau darauf.

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Der Tornadoerlass – Leipzig zwischen Hochwasserschutz und Zerstörung

Die grüne Landtagsfraktion lädt für Montag, 7.11. um 18 Uhr ins Ring-Café am Roßplatz 8-9 ein. Diskutiert werden die Folgen des „Tornado-Erlasses“ für den Leipziger Auenwald. 

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen fällt seit August 2010 Tausende Bäume auf Sachsens Deichen – auch in Leipzig. Dieses Vorgehen stützt sich auf den „Tornado-Erlass“ des Umweltministers Frank Kupfer (CDU).

Welche Auswirkungen haben die Rodungen auf den Deichen für einen nachhaltigen Hochwasserschutz? 
Welche Baumaßnahmen führt die Landestalsperrenverwaltung derzeit mit welcher Begründung durch? 
Wie sieht die Schadensbilanz der Rodungen aus?
Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant? 
Wann und wie werden diese Pläne mit Verbänden und Öffentlichkeit kommuniziert?

Die Fraktion B90/Die Grünen lädt ein zu einer öffentlichen Diskussion mit 
Nico Singer, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig
Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport 
Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Sächsischen Landtag 
Vertreter/-in der Landestalsperrenverwaltung (angefragt)

Moderation: Jürgen Kasek, Vorsitzender BUND-Regionalgruppe Leipzig

Wir freuen uns über Ihr Kommen. Interessierte Bürger/innen sind herzlich willkommen.

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Radtour auf den Deichen

Wir laden ein zu einer Deich- und Polder-Radtour.

Start ist am Samstag, dem 3.9.2011, um 15 Uhr auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park, Ende gegen 17 Uhr.

Gemeinsam mit dem Diplom-Geographen Markus Kellermann, der sich als Vertreter des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. und als Mitglied des BUND Leipzig zur Analyse des Hochwassers 2011 äußert, wird die Tour entlang der Weißen Elster bis in den südlichen Auwald führen. Die Tour wird an den Deichbereichen vorbeiführen, die im Frühjahr 2011 von Rodungsarbeiten betroffen waren. Markus Kellermann wird die potentielle Nutzbarkeit von Auwaldflächen für einen ökologischen Hochwasserschutz vorstellen.
„Ich bin der Überzeugung, dass die Rodungen im Frühjahr, denen viele wertvolle Bäume zum Opfer gefallen sind, nicht notwendig waren. Deshalb unterstütze ich die Klage des Ökolöwen, um klären zu lassen, dass dieser brachiale Umgang mit dem Auwald nicht rechtmäßig war.“ „Weil die Fällungen fachlich nicht notwendig waren und der zugrundeliegende Erlass vom Sächsischen Umweltministerium geltendes Recht bricht, erhob der Ökolöwe Klage.

„Der Leipziger Auwald ist ein in Europa einmaliges Kleinod. Leider fehlt es aber nach wie vor an einem entsprechenden Umgang mit diesem. Gerade jetzt vor dem nächsten Winter wollen wir mit dieser Radtour das Bewusstsein für den Auwald stärken“, so Monika Lazar.

Kommt und bringt Eure Räder mit, wir laden herzlich ein!
Monika Lazar, MdB Bündnis 90/Die Grünen, Leipzig Markus Kellermann, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V., BUND Regionalgruppe Leipzig

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Ausstellung „Klimawandel in Sachsen“ zu sehen im Uni Hörsaalgebäude

„Klimawandel in Sachsen – Ausstellung ab 02. Mai 2011 im neuen Hörsaalgebäude der Universität Leipzig“

Hochwasser? Überschwemmungen? Trockene Sommer? Milde Winter und Hagelstürme? Der globale Klimawandel betrifft auch uns. In den letzten Jahren sind sehr präzise Analysen und Prognosen für unterschiedliche Regionen Sachsens entstanden, denn der Klimawandel macht vor regionalen Grenzen keinen Halt. So hat das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bereits 2005 auf die regionalen Auswirkungen aufmerksam gemacht. In Sachsen macht sich der Klimawandel vor allem durch eine Zunahme extremer Wetterereignisse wie das Elbehochwasser 2002 und 2006, die Dürreperiode 2003, der Tornado im Erzgebirgskreis 2005 und in Großenhain 2010 sowie die jüngsten Überschwemmungen im August 2010 bemerkbar. Damit verbunden sind immer immense Kosten zur Beseitigung der Schäden und zur Prävention. Die Ausstellung vom Bildungswerk Weiterdenken e.V.  listet jedoch nicht allein Auswirkungen des Klimawandels im Freistaat Sachsen auf, sondern zeigt auch, welchen Anteil Kommunen zum Klimaschutz beitragen können.

Organisiert wird die Ausstellung vom Arbeitskreis Umwelt und Klimaschutz von Bündnis 90/Die Grünen Leipzig, die im Rahmen Ihrer Energiereihe 2011 bereits Anfang April zu einem Seminar zum Thema „Braunkohleverstromung“ mit Christian Breyer einluden. Denn wer in Sachsen über Klimawandel redet, kommt am Thema Braunkohleverstromung nicht vorbei. Nach Stationen in Chemnitz, Freiberg, Bautzen und Berlin gastiert die Ausstellung erneut in Leipzig. Im Zeitraum vom 02. Mai bis 27. Mai 2011 kann die Ausstellung nun im Neuen Hörsaalgebäude der Universität Leipzig im ersten Obergeschoss besichtigt werden.

Wann:

02.05 – 27.05.2011

Wo:

Universität Leipzig

Neues Hörsaalgebäude

1. Obergeschoss

Universitätsstr. 3

04109 Leipzig

Links:

http://klimawandel.weiterdenken.de/de/index.html

http://www.weiterdenken.de/web/ausstellungen-257.html

http://gruene-leipzig.de/

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Grüne protestieren auf Deich – Samstag 16.4. 14-16 Uhr auf der Sachsenbrücke

Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im sächsischen Landtag  und Jürgen Kasek, Sprecher des Kreisverbandes unterstützen den Aufruf des Ökolöwen und rufen für Samstag, 16.4.2011 zum Protest gegen die Baumfällungen auf den Deichen auf. Die Aktion findet von 14 bis 16 Uhr  auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park statt. 

Bürgerinnen und Bürger können mit ihrer Unterschrift und einer Protestpostkarte an Sachsens Umweltminister Frank Kupfer gegen die Fällungen protestieren. Die Initiatoren bitten zudem um Spenden, um juristisch gegen die Rodungen vorgehen zu können.

 

Grüne und Umweltverband machen mit der Aktion auf ihre Kritik an den Rodungen auf elf Kilometern Deich im Auwald aufmerksam. Die Rodungen stützen sich auf den fragwürdigen "Tornado-Erlass" des sächsischen Umweltministers Frank Kupfer (CDU) vom August 2010. Ob der Erlass rechtlicher Prüfung standhält, der die Grundlage für die Rodung von bis zu 100.000 Bäumen und Sträuchern auf Deichen im Freistaat ist, wird aktuell mit einem Rechtsgutachten geprüft.

 

Gisela Kallenbach: „Unser Auenwald ist ein einzigartig in Europa. Er ist ein nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) geschütztes Naturschutzgebiet. Die im FFH-Gebiet nötige Fachprüfung wurde unterlaufen, indem die Landestalsperrenverwaltung (LTV) auf das Mittel ‚Gefahr im Verzug‘ setzte. Problematisch daran ist, dass es eigentlich längst Aufgabe der LTV gewesen wäre, das 2004 mit der Stadt Leipzig und allen relevanten Akteuren abgestimmtes Hochwasserschutzkonzept umzusetzen. Das ist nicht geschehen. Stattdessen zeugen die Rodungen in einer akute Hochwassersituation von blindem Aktionismus. Es werden genau die Maßnahmen umgesetzt, die am teuersten sind und den geringsten Nutzen haben."

 

Jürgen Kasek: „Uns geht es jetzt vorrangig um den Schutz der verbleibenden Bäume auf den Deichen, aber ganz grundsätzlich auch um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Hochwasserschutzkonzepts. Der Auwald ist ein Naturschutzgebiet, das regelmäßige Flutungen braucht und sehr gut verträgt. Der Auwald braucht keine teuren Deiche und Wehranlagen. Wir wollen, dass im Auwald ein dem Standort gemäßer natürlicher Hochwasserschutz stattfindet, der nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch nachhaltig ist." 

Die gesamte Maßnahme ist nicht nur fragwürdig, sondern auch kostspielig. Allein die Rodungen sollen im Bereich der Landesdirektion Leipzig fast acht Millionen Euro kosten. Nach dem Abholzen werden die Wurzeln auszugraben und die Deiche neu zu befestigen sein. 

Fast 15 Hektar Wald wurden bereits abgeholzt. Für diesen Verlust muss ein Ausgleich in Leipzig geschehen und nicht irgendwo in einem sächsischen Forst, wie von der Landestalsperrenverwaltung beabsichtigt. 

Gisela Kallenbach: „Ich finde es unglaublich, dass Umweltminister Kupfer Millionen für einen wenig effektiven und dafür den Leipziger Auwald nachhaltig schädigenden Hochwasserschutz verplempert. Wir wollen erreichen, dass sich Bürger und Stadtverwaltung gemeinsam für den Schutz des Auwalds stark machen.“

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Grüne über Situation im Auwald frustriert – Tausende gefällte Bäume sind ein Schreckensbild der städtischen Machtlosigkeit

Angesichts des Anblicks tausender gefällter Bäume auf den Leipziger Deichen und der damit verbundenen Gesamtsituation des Auwaldes macht sich beim Vorstandssprecher des Kreisverbandes Leipzig von Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Kasek, vor allem Frust breit. „Die Massen an gefällten Bäumen und totem Holz führen uns leider in beeindruckender Weise vor allem die Machtlosigkeit der Stadt Leipzig vor Augen. Eine Maßnahme, die im Grunde höchst umstritten ist, wird von einer entfernten Landesbehörde angeordnet und die Stadt kann oder will nichts dagegen unternehmen. Selten ist die Illusion einer scheinbar alternativlosen Maßnahme so vehement aufrecht erhalten worden. Das auf einige der gefällten Bäume ‚Wut‘ gesprüht wurde, spricht mir aus dem Herzen.“

Weil die Fällung der Bäume kein politischer Entschluss war, sondern ein reiner Verwaltungsakt, der von der Landestalsperrenverwaltung beantragt und vom Amt für Umweltschutz genehmigt wurde, blieb eine öffentliche Diskussion weitgehend aus.

„Da über den Hochwasserschutz, wenn überhaupt, auf Landesebene politisch entschieden wird, erscheinen die Verfahren und Entscheidungen hier in Leipzig wenig transparent,“ erklärt Kasek hierzu.

Entsprechend fordert Kasek zumindest für das weitere Verfahren mehr Transparenz und öffentliche Beteiligung. „Welche Mittel stehen für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung? Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant? Zumindest in diesem Bereich hat die Stadt Spielräume. Ich fordere jetzt eine öffentliche Diskussion darüber, welche Ausgleichsmaßnahmen möglich und für den Auwald am besten wären. Das kann nicht allein die Entscheidung einer Behörde sein. Wir brauchen dringend eine Debatte über Bedeutung und Zukunft des Auwaldes in Leipzig. Hier ist vor allem Bürgermeiser Rosenthal gefordert, die Bürgerbeteiligung, die auch seine Partei immer wieder einklagt, zu ermöglichen!“

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Den Frevel stoppen, den Auenwald bewahren

Anlässlich des Tags des Baumes erklärt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN KV Leipzig:

Der Auwald ist Leipzigs Lunge, ein Lunge die inzwischen stark gefährdet ist. Gerade die aktuellen Maßnahmen der Landestalsperrenverwaltung, die zu einem beispiellosen Kahlschlag führen und ein mangelndes Problembewusstsein offenbaren, gefährden den Auwald in seinem Bestand. Die Landestalsperrenverwaltung betreibt hier eine Politik aus dem letzten Jahrhundert, die mit zeitgemäßem Hochwasserschutz nichts gemein hat.

In den letzten hundert Jahren wurde bereits über die Hälfte des Auwaldes vernichtet. Dieser Zerstörungsprozess hat sich verlangsamt, ist aber nicht zum Stillstand gekommen. Immer wieder werden Bauflächen im Auwald ausgeschrieben, werden Bäume gefällt, geht Natur verloren. Dabei kann und muss es das Ziel sein, den Auwald stärker in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Der Auwald hat unmittelbare Auswirkungen auf vielfältige Bereiche in der Stadt, sei es im Bereich Tourismus, im Bereich Stadtklima, sei es im Bereich Feinstaub und Wohnumfeld. Es ist kein Zufall, dass die besten und teuersten Wohnlagen in Leipzig zum großen Teil am Rande des Auwaldes liegen. Dennoch gibt es kein integriertes Gesamtkonzept für den Leipziger Auwald, in dessen Mittelpunkt der Erhalt und, wo möglich, die Renaturierung thematisiert werden. Vielmehr ist offenbar, dass das Wissen um die Besonderheit des Schutzgutes Leipziger Auwald nur schwach ausgeprägt und in Teilen der Verwaltung kein ausreichendes Problembewusstsein vorhanden ist. Das wird auch anhand der Aussagen der Verwaltung in Bezug auf die Schiffbarmachung von Leipzigs Gewässern und Bauvorhaben im Auwald deutlich.

Wir sollten uns deutlich machen, was wir mit dem Auwald besitzen. Ein integriertes Gesamtkonzept, welches den Schutz des Waldes und die Renaturierung verlorener Flächen ausweist, ist unabdingbar für die Zukunft. Darüber hinaus wird die Stadtverwaltung aufgefordert die Umweltverbände und Bürger frühzeitig mit einzubeziehen und nicht erst im formal-juristischen Verfahren.

„Das wir am Tag des Baumes überhaupt mahnen müssen, ist in einer Stadt wie Leipzig beschämend“, so Kasek abschließend.


Jürgen Kasek, Vorstandssprecher

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„Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten“ – Hochwasserschutz in Sachsen und Leipzig

Die gegen die Umweltverbände erhobenen Vorwürfe, dass diese effektiven Hochwasserschutz verhindert hätten, ist unsachliche Polemik, die von den Versäumnissen der Landestalsperrenverwaltung ablenkt, kritisiert Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Äußerungen des Leiters der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße Axel Bobbe.

Dass Bäume grundsätzlich die Standsicherheit von Deichen gefährden, ist eine wissenschaftlich nicht haltbare Behauptung. So kommen Untersuchungen verschiedener Universitäten zu einem entgegensetzten Schluss. Es kommt auf den Baum an. Es gibt genügend Pflanzen, welche die Standsicherheit von Deichen unterstützen.

„Natürlich muss in einer Notsituation schnell und verantwortungsvoll gehandelt werden. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass seit 2002 ausreichend Zeit vorhanden gewesen wäre, sich auf solche Ausnahmesituationen vorzubereiten.“, so Volger weiter.

Allein, die Antwort der Landestalsperrenverwaltung für die Verbesserung des Hochwasserschutzes ist regelmäßig ideenlos. Außer Bäume fällen und Deiche erhöhen, sind dort keine Ideen vorhanden, zukunftsfähige und ökologische Konzepte fehlen, kritisiert Volger.

Die Stadt Leipzig hat sich vollkommen zu Recht geweigert unterschiedslos Bäume zu fällen, da eine Verbesserung der Standsicherheit dadurch ins Reich der Fabeln gehört.

Vielmehr hätte Sorge dafür getragen müssen, dass den Flüssen in Leipzig ausreichend Überschwemmungsflächen zur Verfügung stehen.

Die Zurücksetzung der Deiche und die natürliche Vernässung des Auenwaldes sind sinnvolle, nachhaltige Maßnahmen im Einklang mit geltenden Umweltschutzbestimmungen. Das muss beachtet werden. Stadtrat Volger fordert daher die Talsperrenverwaltung auf, die von den Umweltverbänden vorgeschlagenen Konzepte genauestens zu prüfen.

„Fakt ist, dass wir das Hochwasser in Leipzig und die getroffenen Maßnahmen genauestens auswerten müssen, um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein“, so Volger abschließend. Unsachliche Polemik sei dagegen nicht geeignet, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.

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