Posts Tagged Braunkohle

Kohle nur noch zum Grillen! Die Grüne Jugend Leipzig grillt gegen den Braunkohletag

Am Donnerstag den 22.05. und am Freitag den 23.05. findet in Leipzig mit dem Braunkohletag des Bundesverbandes Braunkohle (DEBRIV) eine der größten Lobyveranstaltungen der Braunkohleindustrie statt. Die Grüne Jugend Leipzig solidarisiert sich mit der Gegenkundgebung auf dem Augustusplatz am Donnerstag. Sie wird von 14:30-16:30 Uhr mit einem Grill und veganem Grillgut unter dem Motto „Kohle nur noch zum Grillen“ vor Ort sein.

„Die Stromerzeugung mit Braunkohle ist klimaschädlich, ineffizient und birgt durch Tagebau hohe Folgekosten. Es gibt dank Wind, Wasser und Sonne inzwischen gut entwickelte Technologie, die viel klimafreundlicher und unbegrenzt verfügbar ist. Braunkohleverstromung behindert den Einsatz eben dieser und deswegen fordern wir einen Braunkohleausstieg bis 2030. Dies wollen wir auf der Kundgebung noch einmal deutlich machen“, erklärt Diana Ayeh von der Grünen Jugend Leipzig. „Die Braunkohlelobby ist mit daran schuld, dass in der Vergangenheit Klimaschutzziele aufgeweicht wurden. Damit setzt sie die Zukunft unserer Generation und die zukünftiger aufs Spiel. Darum rufen wir dazu auf am Donnerstag an der Kundgebung der Umweltverbände teilzunehmen.“

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„Energiewende ernst nehmen – EEG reformieren“

Zur Forderung von Peter Reitz, Chef der Europäischen Energiebörse (EEX), nach einer schnellen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nach der Bundestagswahl, äußern sich Jürgen Kasek, Leipziger Vorstandssprecher und Monika Lazar, sächsische Spitzenkandidatin der GRÜNEN:

„Wir stimmen den Aussagen von EEX-Chef Peter Reitz im Kern zu. Wir brauchen dringend eine Reform des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), um die Energiewende voranzubringen und nicht – wie von Schwarz-Gelb betrieben – abzuwürgen. Allerdings braucht es dafür mehrere Schritte. Eine überstürzte Einführung der erneuerbaren Energien in den Markt ist zu riskant“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes Leipzig von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Klar sei, dass Strom aufgrund der erneuerbaren Energien an der Strombörse so niedrig gehandelt werde, wie noch nie. Nur aufgrund der Misswirtschaft der Bundesregierung stiegen die Strompreise dennoch an. Dies liege vor allem auch daran, dass Schwarz-Gelb die Umlagenbefreiung auf die Spitze getrieben habe. Für viele mittelständische Unternehmen sei es sinnvoller mehr Strom zu verbrauchen, als Strom zu sparen – auch wenn dieser nicht gebraucht werde – um in den Genuss der Umlagebefreiung zu kommen.

Auch gebe es weiterhin in Deutschland massive Überkapazitäten im Strommarkt, so dass deutscher Strom zum Teil für Ramschpreise nach Europa verkauft werde. Der von der Bundesregierung geförderte Ausbau der Kohleverstromung stelle die Ziele der Energiewende aber endgültig auf den Kopf.

Wenn unsere europäischen Nachbarn feststellten, dass die Energiewende in Deutschland nicht etwa zu einem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien führe, sondern stattdessen – von Schwarz- Gelb protektioniert und subventioniert – die klimaschädliche Braunkohle ihre schmutzige Renaissance feiere, „reiben die sich verwundert die Augen.“, ist Kasek überzeugt.

„Vor diesem Hintergrund sind die Wahlplakate der FDP, die fordern, dass Strom bezahlbar sein muss, glatte Wählertäuschung und die Forderung »Umweltschutz statt Ökohysterie« eine bodenlose Unverschämtheit“, erregt sich Kasek. „Besonders die FDP ist als Regierungspartei, mit ihrer Lobbypolitik für massive Umweltzerstörung und den Anstieg des Strompreises, eine der Hauptverantwortlichen für dieses Szenario.“

„Gerade in Leipzig ist die Frage des Strompreises zuallererst eine soziale Frage“; ergänzt Monika Lazar, sächsische Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Bundestagswahl. „Deswegen muss es vor allen Dingen um eine intelligente Weiterentwicklung des EEG gehen, was bedeutet, dass es weiterhin eine Investitionssicherheit für erneuerbare Energien geben muss und auf der anderen Seite die Privilegien deutlich abgebaut werden müssen. Das würde Privathaushalte und klein- und mittelständische Unternehmen um 4 Mrd. € entlasten. Die Lasten müssen gerecht verteilt werden. Außerdem muss die indirekte Subventionierung der klimaschädlichen Braunkohle gestoppt werden. Was bedeutet, dass auch das Bergrecht dringend geändert werden muss. Dass es in Sachsen immer noch zur Abbaggerung von Dörfern, wie Pödelwitz im Landkreis Leipzig und Zerstörung der Natur kommt – und das von einer Partei betrieben, die sich christlich nennt und damit den Erhalt der Schöpfung im Programm hat – ist ein Unding.“, so Lazar weiter. Nur BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stünden dafür, dass die für eine erfolgreiche Energiewende notwendige Politik umgesetzt werde und die Kosten gerecht verteilt würden.

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„Wasser, Wind und Sonne – Kohle in die Tonne!“ – Die Grüne Jugend Sachsen kritisiert den Beschluss der sächsischen SPD zum Braunkohleausstieg

Mit ihrem Leitantrag hat die SPD Sachsen auf ihrem Parteitag am Wochenende ihren Fahrplan zu 100% Erneuerbaren Energien vorgestellt. Mit dem geradezu dreisten Titel „Neue Energie für Sachsen“ wollen die Sozialdemokraten erst 2050 komplett auf Erneuerbare Energien umgestiegen sein. Dazu Silvia Kunz, Sprecherin der Grünen Jugend Sachsen: „Die Pläne der SPD sind wenig ambitioniert und ungeeignet die Zukunft Sachsens zu sichern. Mit Braunkohle als Energieträger für die nächsten 40 Jahre wird Sachsen weit hinter der technologischen Entwicklung zurückbleiben und die Energiewende in ganz Deutschland behindern. Auch mit dem Ziel bis 2020 den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 25% anzuheben bleiben die Ziele der SPD Sachsen weit hinter dem Bund zurück, in dem der Anteil schon heute 23% beträgt. Hier nähert sich die SPD der CDU an, statt sich von ihr zu distanzieren.“ Die Grüne Jugend Sachsen kritisiert außerdem die zunehmenden Kosten für Tagebausanierungen, da ständig weitere Felder erschlossen werden. Diese werden nicht etwa von der MIBRAG getragen, sondern vom Land Sachsen selbst. „Dabei wäre das Geld in den Bereichen Bildung und ÖPNV besser aufgehoben.“, erklärt Tommy Penk, junggrüner Direktkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Landkreis Leipzig: „Um die Braunkohle bis 2050 zu sichern, werden weitere Erschließungen von Tagebaufeldern notwendig sein. Dies wird Umsiedlungen, Lärm und Zerstörungen der Umwelt, wie derzeit in Pödelwitz geplant, zur Folge haben und das auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Wir brauchen eine Energiepolitik, die den Wirtschaftsstandort Sachsen nachhaltig fördert und auch für zukünftige Generationen attraktiv macht. Daher sollte angestrebt werden das Ziel 100% Erneuerbare bereits bis 2030 zu verwirklichen.“ Die Grüne Jugend Sachsen fordert daher den Ausbau der Erneubaren Energien zu forcieren um den Schaden für Mensch und Umwelt durch Tagebau und Umsiedlungen zukünftig einzudämmen und die staatlichen Subventionen für eine bessere Bezahlung von Lehrern, bessere Finanzierung des ÖPNV und die Entlastung der Kommunen zu nutzen.

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Seminar Braunkohleverstromung – „Braunkohleverstromung – Brauchen wir das?“

"Braunkohleverstromung – Brauchen wir das?"

Seminar mit Christian Breyer am 06.04.2011

Sowohl regional wie auch international stellt die Braunkohle einen wichtigen Energieträger dar, welcher zur grundlegenden Energieversorgung herangezogen wird. Angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan und der entschlossenen Forderung von deutschen Umweltverbänden, Initiativen und Parteien, alle Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten, wird von der Regierung das Argument einer Renaissance der Kohleverstromung hochgehalten, um die Energieversorgung Deutschlands zu sichern. Dabei ist Kohle der klimaschädlichste Energieträger. Aber er gilt als billig und ist weitreichend vorhanden.

In seinem Seminar stellt Christian Breyer die Braunkohleverstromung vor und geht hierbei besonders auf die (energie)-wirtschaftliche Bedeutung dieses umstrittenen Energieträgers ein. Neben der finanziellen Ökonomie werden auch die Emissionen der Braunkohleverstromung und deren Wirkung bedacht.

In den letzten Jahren wurden bereits viele Kraftwerke gebaut, so dass Deutschland derzeit Überkapazitäten von 13.000 Megawatt aufweist. Das ist weit mehr als die Leistung der seit letzter Woche acht abgeschalteten ältesten Atomkraftwerke in Deutschland. Bis 2015 ist geplant, dass deutschlandweit zehn neue Kohle- und Gaskraftwerke in Betrieb genommen werden. In Sachsen plant Vattenfall bis 2020 eine stetige Erhöhung seiner Förderplanung auf bis zu 30 Mio. t Braunkohle pro Jahr. Vattenfall betreibt hier die Braunkohletagebaustätten Nochten und Reichwalde (Lausitz), die MIBRAG das Vereinigte Schleenhain und Profen (sächsicher Teil). Nichtsdestotrotz wird sich ab 2013 auch die sächsische Braunkohle stetig verteuern, wenn die Stufe II im EU-Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten in Kraft tritt.

Braunkohle machte 2009 25 Prozent an der Bruttostromerzeugung Deutschlands aus. In Sachsen betrug dieser Anteil gut 80 Prozent und ersetzt somit – im Vergleich zu Gesamtdeutschland – den Anteil der Erzeugung von Strom aus Atomenergie und Steinkohle. Seit Jahren betont die sächsische Staatsregierung, dass Braunkohle unverzichtbar im Energiemix des Landes sei. Ein zukunftsfähiges Energieprogramm für Sachsen fehlt bis heute.

Christian Breyer wird in seinem Seminar auf Alternativen zur Braunkohleverstromung eingehen, sowohl im Hinblick auf die Energieversorgungssicherheit als auch auf die nachhaltige Wirtschaftlichkeit und die lokale Wertschöpfung. Die Belastbarkeit und die Potenziale dieser Alternativen werden mit der Braunkohleverstromung verglichen, um Möglichkeiten für die weitere Entwicklung der Braunkohle aufzuzeigen. Sachsen ist deutschlandweit Schlusslicht beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Zur Person:

Christian Breyer beschäftigt sich bei Q-Cells, dem internationalen Photovoltaik- Unternehmen aus dem Solar Valley nördlich von Leipzig, mit den Konsequenzen einer vermehrten Elektrizitätsbereitstellung durch Photovoltaik auf die Energiemärkte. Dem Physiker und Ingenieur der Energiesystemtechnik ist dabei der Blick auf die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit besonders wichtig.

Wann: 06. April 2011, 18-20Uhr

Wo:

Universität Leipzig / Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Universitätsstraße (Seminargebäude)

Raum S203

Weitere Informationen: http://www.gruene-leipzig.de/

Leipziger Internetzeitung: Panik? Hysterie? Energiemix? – Auch Sachsen muss sich sputen beim Ausbau alternativer Energieversorgung, URL: http://www.l-iz.de/Wirtschaft/Metropolregion/2011/03/Sachsen-muss-sich-sputen-beim-Ausbau-alternativer-Energieversorgung.html, 29.03.2011.

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