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Erneuerbare Energien ausbauen UND Artenschutz betreiben

Die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig macht sich für den deutlich schnelleren Ausbau von erneuerbaren Energien unter Beachtung der Aspekte des Natur- und Artenschutzes stark. Diese und weitere Themen wurden bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes diskutiert.

So wurde die geplante Bebauung des Deponiebergs Seehausen umfassend diskutiert. In dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Antrag wird gefordert, dass vor allen Dingen bereits versiegelte Flächen schnellstmöglich mit zusätzlichen Photovoltaikanlagen zu bebauen sind und bei der Bebauung von Freiflächen mit Photovoltaikanlagen vor allen Dingen der Natur- und Artenschutz zu beachten ist. Gerade im  planerischen Prozess müssten daher alle Punkte des Artenschutzes sehr genau geprüft und Eingriffe in den Naturhaushalt so weit wie möglich vermieden werden. Ferner sei mit Blick auf den Deponieberg auch zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer Unterschutzstellung vorliegen. Dem Antrag waren mehrwöchige Verhandlungen der Leipziger GRÜNEN untereinander, Gespräche mit Anwohner*innen und Umweltschützer*innen sowie mehrere Besuche des Deponieberges Seehausen vorangegangen. 

„Es ist absolut notwendig, dass wir beim Ausbau der Erneuerbaren Energien noch schneller vorankommen. In Zeiten mehrerer nebeneinander stattfindender Krisen können wir jedoch nicht die Klimakrise lösen, indem wir die Biodiversitätskrise vernachlässigen und ökologisch wertvolle Flächen opfern“, beschreibt Ulrike Böhm, Vorstandssprecherin des Kreisverbandes, einen klassischen GRÜNEN Zielkonflikt. „Ausgleichsmaßnahmen sollten immer am Standort erfolgen. Weiterhin muss die Stadt deutlich schneller bei der Bebauung bereits versiegelter Flächen mit zusätzlichen Solarmodulen vorankommen. Hier ist aus unserer Sicht auch eine generelle Bebauungspflicht ist zu diskutieren.“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig setzen sich des Weiterem für die Einrichtung eines neuen Igelschutzzentrums für den Raum Leipzig ein, außerdem wurde ein Antrag verabschiedet, welcher die Stadt Leipzig auffordert, zu überprüfen, inwieweit Einfluss auf die Firma Kafril Bauprojekte genommen werden kann. Seitens der Firma Kafril wird derzeit die Zerstörung des Biotops Holzberg in den nahe Wurzen gelegenen Hohburger Bergen vorbereitet. Die Petition https://www.openpetition.de/petition/online/holzberg-biotop-rettung-jetzt wird von den Leipziger GRÜNEN mitgezeichnet.

Bei der Mitgliederversammlung, die aufgrund der anhaltend hohen Corona-Inzidenz erneut online stattfand, wurden außerdem zwei Anträge zur regionalen Gründungsförderung und zur nachhaltigen Gestaltung der Öffentlichen Beschaffung mit großer Mehrheit angenommen.

Als Gast war der stellvertretende Bundesvorstand Heiko Knopf geladen. Der in Thüringen gebürtige GRÜNE setzt sich besonders für die ökologisch-soziale Transformation in den östlichen Bundesländern ein. Die Leipziger Beigeordnete für Schule, Familie und Demokratie Vicki Felthaus berichtete über die Aktivitäten der Stadt Leipzig im Rahmen der Ukraine-Hilfe und dankte den Leipziger GRÜNEN für ihr diesbezüglich großes Engagement in den vergangenen Wochen.

Daniel Tiedtke, Mitglied des Kreisvorstandes Leipzig, erhielt das Votum der Leipziger GRÜNEN für den sächsischen Landesparteirat, ein weiteres Votum wurde Marsha Richarz für einen Platz im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Ost erteilt. 

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Mahnwache gegen den Grünflächenschwund in Leipzig

Am 11. Februar 2022, kurz vor dem Ende der Baumfällperiode wurden am Wilhelm-Leuschner-Platz zahlreiche Bäume und Sträucher gerodet und damit eins der artenreichsten Habitate der Stadt zerstört. Ausgleichsflächen sind nicht in Sicht, die dort nachgewiesenen 17 Brutvogelarten, Insekten und zahlreiche weitere Kleintiere verlieren ihren Lebensraum, darunter der streng geschützte Grünspecht. 


„Die Fläche ist im Landschaftsplan als Grünfläche ausgewiesen, diente als Kaltluftschneise in die Innenstadt und zur Regenwasserrückgewinnung auf dem ansonsten komplett versiegeltem Areal. Weder gab es eine artenschutzfachliche Untersuchung inklusive einem Konzept über Art und Umfang von erforderlichen Ersatzmaßnahmen, noch erfolgte die Benennung von Ausgleichen für die verlorengegangenen Lebensräume der Tiere. Ein Platz der Biologischen Vielfalt mitten in Leipzig ist Geschichte und damit ein prominentes Beispiel für rücksichtslose Stadtplanung“, sagt dazu Anne Vollerthun, Sprecherin der AG Tierschutz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Neben der Klima- und Waldkrise gibt es das größte Artensterben aller Zeiten. „Abgesehen davon, dass Pflanzen, Tiere und auch Menschen wertvollen Lebensraum zur Erholung und Kühlung verloren haben, muss auch hinterfragt werden, wie ernst die Stadt Leipzig die bestehenden Instrumente der Bürgerbeteiligung überhaupt nimmt. Unterschriftensammlungen, ehrenamtliche Tätigkeiten der Bürger*innen und Vereine zur Pflege der Grünfläche, sowie Vorschläge zur Änderung der Bebauungsvorhaben wurden einfach vom Tisch gewischt“, so Anne Vollerthun weiter. 


Ulrike Böhm, Vorsitzende der Leipziger Bündnisgrünen, führt dazu aus: „Wir haben uns in Leipzig die Ausrufung des Klimanotstandes im Jahr 2019 hart erkämpft. Es muss nicht zuletzt aus diesem Grund möglich sein, aus buchstäblich besseren Zeiten stammende Bauplanungen an die Klimakrise anzupassen, Stadtnatur zu erhalten UND Wohn- und Arbeitsräume für die Leipzigerinnen zu schaffen.“
Gegen den Grünflächenschwund nicht nur am Wilhem-Leuschner-Platz findet heute, am 24.02.2022 in der Zeit von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr wieder eine Mahnwache im Bereich des Zugangs zum City-Tunnel am kleinen Wilhelm-Leuschner-Platz statt.

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„Der Leipziger Auwald – Erholungswald oder Nutzwald?“ Spaziergang und Diskussion mit Monika Lazar

Am kommenden Sonnabend, den 14.09., lädt die Spitzenkandidatin der sächsischen Grünen für die Bundestagswahl und Leipziger Direktkandidatin Monika Lazar, zu einem Auwald-Spaziergang mit anschließendem musikalischen Picknick im Clara-Zetkin-Park (am Musikpavillion) ein.
Beginn ist 14 Uhr am Treffpunkt Teichstraße/ Roßmäßlerstraße. Von dort aus wird es eine, durch den Diplom-Geografen und BUND-Vorstandsmitglied Markus Kellermann begleitete, Führung durch den Leipziger Auwald geben.
Im Mittelpunkt der Führung, die durch den südlichen Auwald führt, sollen die Themen nachhaltiger Hochwasserschutz und Biodiversität stehen. Markus Kellermann werde dabei insbesondere auf die Gefahren für den Leipziger Auwald hinweisen zur Diskussion stellen, ob und welche Eingriffe in den Leipziger Auwald notwendig seien.
Jeden Tag würden Tier- und Pflanzenarten vom Menschen ausgerottet. In Deutschland seien 40% der Wirbeltierarten in ihrem Bestand bedroht, oder bereits ausgestorben. Ihre Lebensräume würden zerschnitten oder zerstört. Rückzugsgebiete gebe es nur noch wenige. Damit würden wir an dem Ast sägen, auf dem wir alle sitzen, meint Monika Lazar. Denn als Teil der Natur könne der Mensch nur leben, wenn er seine natürlichen Lebensgrundlagen bewahre.

„Wir wollen durch klare Naturschutzmanagementpläne und der Modernisierung des deutschen Naturschutzrechts, die die Natur und insbesondere den Leipziger Auwald besser schützen.“, so Monika Lazar. „Wir verstehen Naturschutz als ressortübergreifenden Politikansatz. Deshalb wollen wir den Naturschutz in allen Politikbereichen verankern. Unser Ziel ist der Erhalt der Natur, auch für unsere Kinder.“, so Lazar weiter.

Auch in Leipzig – wo der Auwald zwar viel und oft gepriesen werde, aber wenig konkrete Schutzmaßnahmen ergriffen würden – sei es notwendig diese Diskussionen zu führen.

Am Anschluss an die 2- stündige Exkursion im Leipziger Auwald wird es ab 16 Uhr am am Musikpavillon in der Anton-Bruckner-Allee noch ein musikalisches Picknick geben, bei welchem beide Leipziger Direktkandidatinnen der GRÜNEN anwesend sein werden.

Alle interessierten Leipzigerinnen und Leipziger sind herzlich eingeladen.

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