Archive for OBM-Kandidat Felix Ekardt

Es müssen alle Kräfte gebündelt werden, um den Kita-Ausbau voranzutreiben.

Stadt verschläft seit Jahren Investitionen in Bildung und Betreuung zu tätigen.

Freier Träger wollte städtisches Grundstück kaufen, um neue Kita-Plätze zu schaffen – Stadt verkauft an privaten Investor, der statt Betreuungsplätzen eine private Villa erbauen will.

„Es fehlt an Handlungsstrategien und Prioritätensetzung in der Stadt. Nicht erst seit diesem Jahr ist der steigende Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten ein Problem – viele Eltern können davon ein Lied singen – das Problem wird kontinuierlich verschleppt und mehr noch: der Lösung wird entgegengewirkt.“ Felix Ekardt fordert: „Wir benötigen einen Pool von Mitarbeitern aus der Stadtverwaltung, die sich nur mit dem Neubau von Krippen und Kindertageseinrichtungen beschäftigen, geeignete Grundstücke prüfen und für diesen Zweck zur Verfügung stellen, unabhängig vom Gewinn. Es muss das Gespräch mit Freien Trägern gesucht werden, um Betreuungsplätze zu schaffen, die die Stadt selbst nicht finanzieren kann. Es muss eine Anlaufstelle geschaffen werden für Initiativen, die Kita-Neugründungen vorantreiben wollen, es muss ihnen Know-How und Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden.“

Spätestens seit der Eröffnung der Höfe am Brühl, in der eine geplante Kita auf einmal nicht mehr realisierbar war, ist bekannt, dass die Stadt lieber Vorzeigeprojekte promotet, als die sozialen Probleme der Stadt anzugehen. „Wir brauchen keine Leuchtturmprojekte, sondern Investitionen in Bildung, von der Krippe bis zur Schule. Die Stadt trägt nicht nur eine Verantwortung gegenüber den einzelnen Investoren sondern vor allem gegenüber unseren Kindern“, so Felix Ekardt.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit dafür, dass der massive Mangel an Kita-Plätzen bei der Stadtverwaltung verschleppt wurde, zeigt sich in der Südvorstadt. Dort wollte ein kirchlicher Träger einer Kindertagesstätte das Nachbargrundstück kaufen um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen nach zu kommen. „Gerade in dem kinderreichen Stadtteil Südvorstadt werden dringend Kita-Plätze benötigt“, weiß Felix Ekardt, OBM-Kandidat der GRÜNEN. „Nach unseren Informationen hat ein privater Investor mehr Geld für das Grundstück von den Wasserwerken geboten und den Zuschlag bekommen. Ein Skandal bei dem seit Langem bekannten Engpass für Kita-Plätze. Die Vertreter der Stadt haben offensichtlich den Schuss noch nicht gehört.“ Nach Rücksprache mit dem Freien Träger gab es vor dem Verkauf des Grundstückes bereits mehrere Gesprächsrunden mit dem Jugendamt, außerdem hatte der Freie Träger bereits Investitionen getätigt, wie Bodengutachten und Lärmschutzkonzept. Dennoch wurde das Grundstück an einen privaten Investor verkauft, der nun eine Villa dort baut. „BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN fordern daher seit Langem beim Verkauf von städtischen Immobilien oder solchen von kommunalen Einrichtungen das Gemeinwohl vor dem Erlös zu berücksichtigen.“, resümiert Felix Ekardt.

Der Fall aus der Südvorstadt ist wohl kein Einzelfall, immer wieder hört man gerade aus kinderreichen Stadtteilen, wie Schleußig oder Mitte, dass Freie Träger keine Grundstücke bekommen, obwohl der Bedarf gerade dort offenkundig ist. „Scheinbar ist Profit wichtiger als sozialem Engagement Raum zu geben.“ Felix Ekardt weiter: „Den Entscheidungsträgern in dieser Stadt fällt es offensichtlich leichter schöne Worte zu finden und Beschwichtigungen zu äußern, als das Problem tatsächlich anzugehen. Leipzig steht vor der Herausforderung dem Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden – ein Problem, das daraus resultiert, dass die Stadt und der derzeitige OBM Jung seit Jahren geschlafen haben.“

„Das Thema Bildung und Kinder wird das Hauptanliegen des OBM-Wahlkampfes in Leipzig sein müssen. Burkhard Jung war jahrelang in entscheidenden Positionen der Stadtverwaltung tätig, er hätte die jetzt akuten Probleme frühzeitig beheben können, stattdessen wurde das Problem seit Jahren ignoriert. Statt sein Gesicht in die Kamera zu halten bei den wenigen Kita-Eröffnungen, wäre es ehrliche Politik überall da hinzugehen, wo die Stadt keine Kita realisiert hat und sich den wütenden Eltern zu stellen.“ Felix Ekardt abschließend: „Die Haushaltsanträge der SPD sind Wahl-Geschenke. Sie hatte lange genug die Möglichkeiten, an der Situation etwas zu ändern. Nichtsdestotrotz begrüßen wir die späte Einsicht der SPD, das Problem endlich anzugehen. Wir stehen vor großen Herausforderungen im Bereich Bildung: Kita-Mangel, Erziehermangel, Lehrermangel, marode Schulgebäude und Turnhallen. Burkhard Jung hat gezeigt, dass er der Aufgabe nicht gewachsen ist. Es ist Zeit für einen Politikwechsel. Verantwortungsvolle Politik, die den Karren aus den Dreck zieht.“

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„Kinder.Klima.Klein-Paris. – Felix Ekardt und die Grünen starten den Wahlkampf“

Am kommenden Dienstag, den 30.10.2012, starten Prof. Dr. Felix Ekardt und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN gemeinsam den OBM-Wahlkampf. Ab 19:30 findet dazu in der Alten Schlosserei der offizielle Wahlkampfauftakt statt. Zur Unterstützung sind Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag und Antje Hermenau, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Sächsischen Landtag ebenso dabei, wie die Europaabgeordnete Ska Keller, die Landesvorsitzende Claudia Maicher sowie die Bundestagsabgeordnete Monika Lazar.
Im Verlauf des Abends wird Felix Ekardt, OBM-Kandidat für BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sein Programm und die wesentlichen Grundzüge seiner Kampagne vorstellen. Renate Künast wird dazu ein Grußwort halten. Nach der Vorstellung des Programms skizzieren Antje Hermenau und Felix Ekardt gemeinsam die Perspektiven grüner Politik für Leipzig. „Wir freuen uns über so viel prominente Unterstützung aus Land, Bund und Europa, wodurch die Zustimmung der gesamten Partei zu unserem Kandidaten und dessen Programm deutlich wird.“, so Petra Cagalj Sejdi, Vorstandssprecherin des Kreisverbandes. „Die Grünen haben soeben in Stuttgart bewiesen, dass sie auch und gerade in einer Großstadt Wahlen gewinnen können. Diesen positiven Schwung wollen wir für Leipzig mitnehmen“, merkt Vorstandssprecher Jürgen Kasek an.
Mit Grünen Ideen will Ekardt die Stadt positiv verändern. Wesentliche Zielsetzungen seien dabei die Stärkung der Beteiligungskultur aller Menschen, Transparenz politischer Entscheidungen, Kinderfreundlichkeit und Klimaschutz. Felix Ekardt gilt dabei als der Kandidat, der „das grüne im Herzen trägt“ und als Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik die notwendige Erfahrung im Umgang mit komplexen Fragestellungen und deren Lösungen mitbringt.
Außerdem sollen auf der Mitgliederversammlung zwei politische Anträge zu den Themen ‚Bildung‘ und ‚Direkte Demokratie‘ verabschiedet werden. Die Stärkung der Partizipation aller Menschen sowie Kinderfreundlichkeit gehören, neben den ur-grünen Themen ‚Klima‘- und ‚Umweltschutz‘, zu entscheidenden Aufgaben, die sich der grüne Felix Ekardt gestellt hat.Die Veranstaltung steht für Interessierte offen.

Petra Cagalj Sejdi, Jürgen Kasek, VorstandssprecherInnen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig

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OBM-Kandidat Ekardt: „Sind Transparenz und Demokratie in Leipzig nicht gefragt?“

Auf der vergangenen Stadtratssitzung wurde ein Antrag der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN zur Einführung der Ortschaftsverfassung auf Stadtteilebene abgelehnt. Ebenso bestehen weiterhin Unklarheiten bezüglich des Falles der sogenannten herrenlosen Häuser.

Felix Ekardt erklärt dazu: „Wäre der Antrag zur Einführung der Ortschaftsverfassung, der bis auf eine Ausnahme von allen Stadtbezirksbeiräten angenommen wurde, positiv votiert worden, wäre dies ein wichtiger Schritt zur Stärkung der kommunalen Demokratie gewesen. Denn dann wären auf der Ebene der Stadtbezirksbeiräte die Antragsund Beratungsrechte gestärkt worden. Obwohl inzwischen alle im Stadtrat vertretenen Parteien das Wort Demokratie und Transparenz im Mund tragen, ist es damit tatsächlich nicht weit her. Ausgerechnet die SPD wehrt sich vehement gegen die Einführung der Ortschaftsverfassung und lässt dabei auch das Votum ihrer eigenen Stadtbezirksbeiräte außen vor. Die Aussage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Axel Dyck, dass die Einführung der Ortschaftsverfassung das Prinzip der repräsentativen Demokratie aushöhlen würde, zeugt zudem von einer bemerkenswerten Unkenntnis – denn Repräsentation und Partizipation müssen sich doch in der modernen Demokratie gerade ergänzen, um die Vielfalt der Belange und Entscheidungen adäquat abzubilden. Auch der Antrag der FDP, dass Verfahren zunächst erst noch einmal zu prüfen und erst in einem halben Jahr wieder zu behandeln, schiebt das Thema nur vor sich her. Dabei ist es gerade die FDP die immer wieder vehement auf die Verwaltung schimpft. Letztlich ist zu konstatieren: Kein Wille, nirgends.

Auch im Fall der herrenlosen Häuser kann ein umfassender Wille zur Aufklärung nicht festgestellt werden. Informationen werden unter der Leitung von OBM Jung nur scheibchenweise herausgegeben oder gar nicht. Ein Prüfer wird von ihm eingesetzt, der ein SPD-Parteibuch hat und mit einer der zu Überprüfenden, der ehemaligen Rechtsamtsleiterin, früher zusammengearbeitet hat. Die Akteneinsicht wird entgegen anderslautenden Ankündigungen weder Landtag noch Stadtrat vollständig ermöglicht. Personelle Konsequenzen werden nicht gezogen. Überdies hat die Partei von Jung, die SPD, bis heute nicht erklärt, dass keiner der an den Verfahren über die herrenlosen Häuser beteiligten Rechtsanwälte an die Partei gespendet hat.

Was Leipzig braucht, ist eine umfassende Demokratie- und Transparenzoffensive. Die Informationsfreiheitssatzung – die ebenfalls verschoben wurde und zudem inhaltlich nicht die nötigen umfassenden Informationszugangsrechte für die Bürger bringen wird – und die Einführung der Ortschaftsverfassung, beides auf Initiative der Grünen, hätte ein Anfang sein können. Dass in der Stadt der friedlichen Revolution die Stärkung der Demokratie verhindert wird, ist ein Armutszeugnis.“

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Amtsstruktur des AfJFB grundlegend überprüfen

Gemeinsame Pressemitteilung von Prof. Dr. Felix Ekardt, OBM-Kandidat und Michael Schmidt, familienpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Leipziger Stadtrat

Felix Ekardt erklärt zur anhaltenden Debatte um die institutionelle Ausrichtung des Leipziger Jugendamtes:
„Die aufgekommenen Forderungen nach einer Teilung des Amtes für Jugend, Familie und Bildung (AfJFB) haben einen nachvollziehbaren Anlass, uns sind aber fachlich gut begründete Lösungen wichtiger als die üblichen populistischen Schnellschüsse. Ich fordere zunächst einmal eine Prüfung der Organisationsstruktur und des erfolgten Zusammenlegungsprozesses durch einen sowohl in den Themenbereichen Verwaltung und Kinder- und Jugendhilfe erfahrenen externen Dritten. Dies verspricht wichtige Erkenntnisse über die zukünftige Ausrichtung und optimale Steuerung des Amtes für Jugend, Familie und Bildung. Eine erhebliche Strukturreform ist dabei nicht ausgeschlossen; dies einzuschätzen, sollte aber teilweise durch externen, unabhängigen Rat unterfüttert werden – und nicht wie üblich in der Leipziger Ganz Großen Koalition aus SPD, CDU und Linkspartei ausgekungelt werden.“
Ich bin davon überzeugt, dass ein erneutes Auseinanderbrechen, der erst vor 1,5 Jahren zusammengeführten Struktur die momentanen Probleme nur weiter vergrößern würde. Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass die Fusion von Jugendamt und Schulverwaltungsamt viel zu schnell durchgesetzt wurde. Die Vermutung ist auch, dass eher finanzielle als fachliche Gründe dafür sprachen, indem man durch die Zusammenführung der Ämter keinen Nachfolger des abgesetzten ehemaligen Amtsleiters des Schulverwaltungsamtes bestimmen musste. Ein begleitender Prozess wurde im Zuge der Zusammenlegung völlig vernachlässigt, die unterschiedlichen Organisationsebenen nicht in dem notwendigen Maße in die Strukturreform einbezogen. Die Kommunikation innerhalb der Ämter ließ meines Erachtens sehr zu wünschen übrig, sodass die Abteilungen und Sachgebiete im Rahmen der Zusammenlegung nicht ausreichend mitgenommen wurden, was wiederum interne Neuordnungsprozesse schwieriger und langwieriger macht.“

Michael Schmidt ergänzt: „Aus meiner Sicht sind die aktuellen Schwierigkeiten, denen das derzeit Amt ausgesetzt ist, speziell die Probleme beim Ausbau der Kinderbetreuung, der geschlossenen Schulsporthallen, der lange unterlassenen Maßnahmen im Fall der kriminellen Zwillinge und nicht zuletzt den Verfehlungen des ASD im Zusammenhang mit dem Kinds- und Muttertod in Gohlis, nicht unmittelbar auf die Zusammenlegung der Ämter zurückzuführen. Zentrale Ursachen sind vielmehr in der überforderten und selbstverliebten Amtsleitung und der mangelhaften Umsteuerung des Amtes in den betreffenden Bereichen zu suchen. Die aktuellen Probleme müssen intensiv aufgearbeitet und fachliche Neuausrichtungen umgehend in die Wege geleitet werden. Dazu braucht es aber eine tatkräftige, entschlossene und vor allem anleitende Unterstützung der Amtsleitung. Durch die zu schnell vonstatten gegangene Zusammenlegung der beiden Ämter muss befürchtet werden, dass eine optimale Struktur und Organisation des 1.800 Mitarbeiter starken AfJFB gegenwärtig noch gesucht werden muss.“

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Kita-Bedarfsanalyse: Reale Zahlen müssen auf den Tisch!

BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN fordern eine tatsächliche Bedarfsanalyse für den Ausbau von Krippen- und Kita-Plätzen

Prof. Dr. Felix Ekardt, OBM Kandidat BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN, erklärt aus Anlass des Artikels in der LVZ über Unstimmigkeiten in den Kita-Platz-Berechnungen:

„Dass die Stadt Leipzig ein massives Problem beim Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter 3 Jahren hat, sollte inzwischen jedem klar sein. Reale Zahlen liegen aber bis heute nicht auf dem Tisch, was eine Planung und den Ausbau erschwert. Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN hat schon vor geraumer Zeit einen entsprechenden Antrag vorgelegt, die Durchführung einer Bedarfsanalyse nach der Geburt wurde aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. Dass nun auch noch falsche Zahlen an den Bund weitergeben wurden, ist mehr als bemerkenswert: Es fehlen offenkundig Kita-Plätze in Leipzig, und gleichzeitig kommuniziert die Stadt das Gegenteil. Die Stadtverwaltung agiert also offenbar chaotisch und nur auf den äußeren Schein bedacht. Gleichzeitig erzählt OBM Jung in Image-Videos auf Youtube, dass er alles für Kinder tut. Schöner Schein statt engagierte Politik ist offenbar die Devise der Rathausleitung. Probleme müssen frühzeitig und konsequent angegangen werden, auch wenn OBM Jung dann vielleicht einmal zugeben müsste, dass überteuerte Prestigeobjekte wie der Lindenauer Hafen oder die Kongresshalle dafür zurückzustellen wären. Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN hat einen erneuten Antrag zur Durchführung einer Bedarfsanalyse eingebracht. Jetzt gilt es, dass alle an einem Strang ziehen und die desolate Situation versuchen zu lösen, unabhängig vom Wahlkampf und Parteiinteresse, im Sinne der Eltern – für eine familienfreundliche Politik. Es ist höchste Zeit. „

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Kita-Plätze: Forderungen der Eltern müssen ernst genommen und umgesetzt werden

Reaktion der Volkssolidarität zur zentralen Vergabe von Kita-Plätzen verkennt die Lebensrealität und bedient Verbandsinteressen statt Elterninteressen.

Felix Ekardt erklärt zur heute von der Volkssolidarität geäußerten Ablehnung einer zentralen Kita-Platz-Vergabe: „In den vergangenen Monaten konnten die Bürger/innen der Stadt Leipzig vermehrt wahrnehmen, dass die Kita-Platz-Suche für viele Eltern eine Qual ist. Eltern, die gezwungen werden stundenlang anzustehen, um auf eine Warteliste zu kommen, dutzende Kitas tagein, tagaus abklappern und abtelefonieren müssen, um am Ende doch keine Garantie bekommen, einen Betreuungsplatz für ihre Kinder zu ergattern. Und wenn man einen Platz erhält, dann vielleicht als Nicht-Autofahrer am anderen Ende der Stadt. Die Aussage der Volkssolidarität, dass eine zentrale Kita-Platz-Vergabe hier nicht helfen würde, ignoriert diese Probleme vollständig. Unser Vorschlag für eine zentrale Vergabe der Kita-Plätze wurde zusammen mit den Eltern in mehreren Gesprächsrunden entwickelt und diskutiert. Die Volkssolidarität dagegen verteidigt schlicht Eigeninteressen bestimmter Einrichtungen, statt denen zu helfen, um die es geht – nämlich den Kindern und den Eltern. Ich kenne das Problem auch aus eigenem Erleben; ich werde nämlich in diesen Tagen Vater.“

Ekardt weiter: „Eine zentrale Vergabe der Plätze durch das Jugendamt nimmt vor allem die Last bei den Eltern weg. Aber auch die Erzieher/innen in den Einrichtungen können sich wieder auf ihre Aufgaben konzentrieren und nicht Wartelisten verwalten oder Telefonate von bettelnden Eltern annehmen. Die Trägerautonomie wird mit unserem Vorschlag nicht angetastet, da die endgültige Vergabe bei den freien Trägern bleibt, nur müssen sie eine Nicht-Vergabe näher begründen. So schaffen wir es, mehr Transparenz und Gerechtigkeit in die Vergabe zu bringen. Die Eltern haben in den Gesprächen immer wieder moniert, dass die jetzigen Vergabemodalitäten undurchsichtig, teilweise willkürlich und vor allem vom Organisationsaufwand her unzumutbar sind. Die einzige Lösung ist eine zentrale Vergabe.“ Ekardt widersprach auch nachdrücklich der Linkspartei-OBM-Kandidatin Barbara Höll, die eine zentrale Vergabe erst nach Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze gefordert hatte. „Wenn die Volkssolidarität betont, dass der von uns vorgelegte Kriterienkatalog schon jetzt angewandt wird, sollten sie kein Problem haben unseren Antrag zu unterstützen – wir machen ihr die Arbeit dann doch nur einfacher. Freie Träger, Stadt und Parteien gleichermaßen stehen in der Verantwortung den Forderungen der Eltern nachzukommen.“

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Heißes Eisen: Informationsfreiheitssatzung – Grünen-OB-Kandidat Felix Ekardt: „Jung hat Probleme mit Transparenz“

Bereits im November 2010 hatte die Leipziger Grünen-Fraktion ihren Antrag „Gläsernes Rathaus: Informationsfreiheitssatzung für Leipzig“ ins Verfahren eingebracht. Und eigentlich sollte die entsprechende Vorlage der Verwaltung, zu der die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und FDP zahlreiche Änderungs- und Ergänzungsanträge gestellt haben, nun endlich in der Oktober-Sitzung der Ratsversammlung zur Abstimmung gestellt werden. Doch eine Beschlussfassung durch den Stadtrat wird seitens der Verwaltung weiter hinausgezögert. Grünen-OB-Kandidat Felix Ekardt: „Oberbürgermeister Jung zögert die Abstimmung ohne erkennbare Gründe weiter hinaus. Offenbar möchte er das für ihn leidige Thema auf die Zeit nach den Oberbürgermeisterwahlen verschieben.“

Zudem ist der vorliegende Satzungsentwurf in wesentlichen Fragen unzureichend. Dazu Ekardt: „In der jetzigen Fassung sind wesentliche Fragenkreise nicht erfasst, und außerdem hat die Verwaltung weitgehende Möglichkeiten, anfragende Bürger abzubügeln oder mit hohen Kosten abzuschrecken. Der Geltungsbereich der Informationsfreiheitssatzung ist auch auf kommunale Eigenbetriebe, städtische Beteiligungsgesellschaften, an denen die Stadt Leipzig mit einem Anteil von mindestens 50 % und auf alle der Aufsicht der Stadt Leipzig unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes, soweit sie Aufgaben in weisungsfreien Angelegenheiten wahrnehmen, auszudehnen. Außerdem soll das Einsichtsrecht nicht nur für die Einwohner der Stadt Leipzig gelten, sondern als Jedermannsrecht ausgestaltet werden. Die Entscheidung über das Informationsgesuch sollte des Weiteren nicht erst nach einem Monat, sondern unverzüglich erfolgen. Zudem müssen die Ausnahmen vom Informationszugangsrecht enger formuliert werden. Ferner muss die Auskunftserteilung kostenlos sein, sofern nicht der fragende Bürger erkennbar ein wirtschaftliches Verwertungsinteresse an den begehrten Informationen hat.“

Auf vielen Politikfeldern stellt sich nach Ansicht von Ekardt mittlerweile die Frage nach mehr Transparenz der Verwaltung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern wie im Übrigen auch gegenüber städtischen Gremien. „Zwar trägt Oberbürgermeister Jung in Sonntagsreden das Thema Transparenz wie eine Monstranz vor sich her, doch ein entsprechendes und vor allem entschiedenes Handeln des Stadtoberhauptes in diesem Sinne ist nicht erkennbar.“

Die vom Stadtrat im Jahr 2010 beschlossene Mitgliedschaft der Stadt Leipzig zur Organisation Transparency International war bereits eine schwere Geburt, die sich über mehrere Jahre hinzog. Ekardt stellt dazu fest: „Bislang ist nicht erkennbar, welchen Mehrwert die Verwaltung aus dieser Mitgliedschaft für ihr eigenes Handels bereits gewonnen hat. Das Thema Verwaltungstransparenz steht in Leipzig seit geraumer Zeit oben auf der Tagesordnung. Sobald es allerdings konkret wird, duckt sich das amtierende Stadtoberhaupt weg.“ Ekardt will als Oberbürgermeister gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den städtischen Gremien, mit Organisationen wie Mehr Demokratie, Transparency International und auch Journalistenverbänden die Themen „transparente Verwaltung“ und „transparente kommunale Unternehmen“ angesichts eines gesteigerten öffentlichen Interesses voranbringen, um einen längst fälligen Pararadigmenwechsel mit entsprechenden Handlungsschritten hin zu maximaler Transparenz und Offenheit einleiten zu können.

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