GRÜNE fordern offene Debatte über Bürgerticket

Vorstandssprecher Bücklein kritisiert jahrelange Unterfinanzierung durch den Freistaat

Die Leipziger GRÜNEN fordern eine offene Debatte über eine Bürgerticket zur Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. „Eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs ist unverzichtbar für eine ökologisch verträgliche Mobilität in Leipzig und sein Umland. Das erst kürzlich vom Stadtrat beschlossene Ziel, den ÖPNV-Anteil von Bus und Bahn am Gesamtverkehr zu steigern, kann nur mit neuen Lösungsansätzen gelingen“, so Lorenz Bücklein, Vorstandssprecher der Leipziger GRÜNEN.

Die Leipziger GRÜNEN wollen jetzt die verschiedenen Optionen einer tragfähigen und nachhaltigen Finanzierung des Nahverkehrs unter die Lupe nehmen und mögliche grüne Ideen diskutieren. „Das jetzt in Berlin diskutierte Bürgerticket kann ein möglicher Beitrag sein, die Nachfrage nach Bus und Bahn zu erhöhen und den Anteil von PKW-Fahrten zu verringern. Statt diesen Lösungsansatz mit Begriffen wie ‚Zwangsticket‘ zu diffamieren, müssen jetzt Vor- und Nachteile vorurteilslos diskutiert werden“, so Tobias Peter, Sprecher der AG Stadtentwicklung und Mobilität.

„Finanzierungsvorschläge wie das Bürgerticket sind sicher nicht die Lösung für alle Probleme. Auch Ansätze wie Jobticket, höhere Entgelte für Parkflächen oder eine Anhebung der Grundsteuer sind denkbare ergänzende Instrumente. Das Ziel ist klar: eine Stärkung von Bus und Bahn braucht eine berechenbare, wirtschaftlich verträgliche und sozial gerechte Finanzierungsgrundlage“, so Peter weiter.

„Sinkende öffentliche Zuschüsse und ein steigender Mittelbedarf führen zu einem massiven Finanzierungsproblem, dass durch weitere Fahrpreiserhöhungen nicht gelöst werden kann“, ergänzt Vorstandssprecher Bücklein. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die jahrelange Unterfinanzierung des Nahverkehrs durch den Freistaat Sachsen. „Die Rahmenbedingungen für die Zweckverbände wie den MDV haben sich durch höhere Trassen- und Stationsentgelte, steigende Kosten der Infrastruktur und inflationsbedingte Mehrkosten verschärft. Im Jahr 2015 fließen von den vom Bund an den Freistaat überwiesenen 522,6 Mio. € Regionalisierungsmitteln weniger als 80 Prozent der zustehenden Mittel an die Zweckverbände – das ist viel zu wenig.“

In der Veranstaltung „Grüne Ideen für die Nahverkehrsfinanzierung“ wird der Kreisverband am 26. März, 18 Uhr, im Pögehaus (Hedwigstr. 20) alternative Finanzierungsansätze diskutieren. Zu Gast ist Steffen Lehmann, Geschäftsführer des MDV.

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