Massenunterkunft Torgauer Straße: Schluss mit menschenunwürdiger Unterbringung von Flüchtlingen

Dezentrale Unterbringung endlich ausbauen. Migrantenbeirat muss mit einbezogen werden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Stadt Leipzig auf, die dezentrale Unterbringung für Flüchtlinge weiter fortzuentwickeln. Christin Melcher, Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig dazu: „Es kommen mehr Flüchtlinge, die unsere Hilfe brauchen, dies ist aber kein Grund hinter den selbstgesteckten Standards der menschenwürdigen, integrativen und dezentralen Unterbringung zurückzufallen.“

Die Torgauer Straße soll grundlegend saniert und damit auf unabsehbare Zeit als Massenunterkunft erhalten bleiben. Bis 2016 sollen die drei Häuser für die Unterbringung von 500 Leuten ausgebaut werden. Für BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN stellt dies einen klaren Bruch mit dem 2012 verabschiedeten Konzept einer möglichst dezentralen Unterbringung Asylsuchender in Wohnungen und kleinen Gemeinschaftsunterkünften dar.

„Die Problematik um die Torgauer Straße ist keineswegs neu – sie gilt als schlechteste Unterkunft sachsenweit. Seit Jahren ist der menschenunwürdige Zustand der Unterbringung bekannt, ohne dass sich an der Situation großartig etwas ändert. Dementsprechend wäre es die Pflicht der Stadt gewesen, sich rechtzeitig um geeignete Alternativen zu kümmern, vor allem mit dem Wissen, dass die Zahl der Asylsuchenden in Leipzig ansteigt. “, meint Carolin Waegner, Sprecherin des Arbeitskreises Demokratie und Zivilcourage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Leipzig.

Vorstandssprecherin Christin Melcher ergänzt: „Alternativlos ist die Torgauer Straße nicht. Im Sinne der Flüchtlinge in Leipzig muss die Stadt weiterhin an dem Konzept der dezentralen Unterbringung festhalten und nicht aus pragmatischen Gründen auf eine menschenwürdige Unterkunft verzichten. Insbesondere müssen Anträge Asylsuchender auf eigenen Wohnraum schneller bearbeitet und Verhandlungen mit Wohnungsbauunternehmen und -gesellschaften für die Anmietung von Kontingentwohnungen geführt werden. Wir dürfen Flüchtlinge nicht abschotten und in Massenunterkünften wie Vieh unterbringen, dies schürt Ressentiments und rassistischen Protest.“

Für die in Leipzig lebenden Flüchtlinge sei es dringend erforderlich, nicht am Rande der Gesellschaft in abgeschlossenen Unterkünften zu leben, sondern die Möglichkeit zu bekommen, sich in die Stadtgesellschaft zu integrieren und einleben zu können. In Großunterkünften im Gewerbegebiet mit mehreren hundert Flüchtlingen sei dies nach Auffassung der Grünen nicht möglich.

Die Vorlage zur Torgauer Straße soll nächste Woche im Stadtrat beschlossen werden. Der Migrantenbeirat wurde bisher noch nicht miteinbezogen. Am vergangen Freitag tagte der Migrantenbeirat, über die Vorlage konnte nicht beraten werden, da sie trotz mehrfacher Bitte dem Beirat nicht zur Kenntnis gegeben wurde. „Das ist an Intransparenz nicht zu überbieten. Der Migrantenbeirat muss beteiligt werden.“, so Christin Melcher abschließend.

Advertisements

1 Kommentar »

  1. Ulrich Sorge said

    Vielleicht sollten die Damen und Herren der Stadt ´mal in Mühlheim an der Ruhr nachfragen.

    Dort ist man mit Wohnungen für die Asylsuchenden weit besser gefahren, als mit Massenunterkünften und spart dabei noch viel Geld.

    Weil zum Beispiel dort keine „Wachmannschaften“ teuer bezahlt werden müssen, um die „Ordnung“ im Ghetto aufrecht zu erhalten. Prügelexzesse gibt es dadurch auch nicht, wenn man möchte…

RSS feed for comments on this post · TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: