Wahlen 2014 in Leipzig – das Ende einer Odyssee im Wahlkreis 9

Grünen Kandidatin, Alrun Tauché, nimmt Klage gegen die Landesdirektion Sachsen zurück

Als im letzten Jahr die Spitzenkandidatin im WK 9 nominiert wurde, hätte man nicht im Traum erahnen können, was sich dann für eine Odyssee anschließen würde.
Nach Wahlkampfvorbereitungen und einem intensiven und erfolgreichen Wahlkampf mit meinem Team im WK 9 im Norden Leipzigs, hatte ich ein Stadtratsmandat errungen und habe mich bereits sehr auf meine Aufgaben als frisch gebackene Stadträtin gefreut. Am 18. Juni d. J. erfuhr ich dann per Telefon, dass die Wahl wiederholt werden muss, null und nichtig ist. Der Grund: der NPD Kandidat meines WK war nicht wählbar, wegen seiner Vorstrafen.

Nun deswegen eine komplette Teilneuwahl durchzuführen, hielt und halte ich noch immer für unverhältnismäßig. Aber der Widerspruch gegen diese Entscheidung der Landesdirektion Sachsen wurde per Eilentscheidung vom Verwaltungsgericht abgewiesen und damit Tatsachen geschaffen, die nur schwer aufgehoben oder korrigiert werden können.

Am 12. Oktober d. J. fand nun die Teilneuwahl mit der prognostizierten geringen Wahlbeteiligung
statt und ich hatte mein errungenes Mandat wieder verloren. Das war eine sehr bittere Enttäuschung. Weil nicht wenige Wählerinnen und Wähler wollten, dass wir Grünen im Norden aktiv sind, unsere Themen und Konzepte voranbringen. Davon haben auch die zahlreichen Gespräche mit Bürgern und Initiativen, sei es zur Mobilität und Lärmschutz, Stadtentwicklung und Kultur gezeugt.
Auch die Initiative, einen Frischemarkt auf dem Eutritzscher Markt zu etablieren, wurde von den Anwohnern und Geschäftsinhabern mit Wohlwollen begrüßt, während der Wahlkampfzeit mit Argwohn beobachtet und angefeindet. Die vielen Zuschriften des Bedauerns, die ich von den Bürgerinnen und Bürgern des Norden erhielt, haben gezeigt, dass die Enttäuschung zwar groß,  ich aber mit meinen Konzepten und Themen ein richtiges Gespür für die Belange der Bürger hatte und habe. Denn auch der Wille der Wählerinnen und Wähler blieb bei diesem unsäglichen Procedere auf der Strecke.

Die Rücknahme der Klage erfolgte nicht aus Resignation, aber es musste abgewogen werden, ob man sich dem langwierigen Prozess der gerichtlichen Auseinandersetzung aussetzt, oder den Blick wieder nach vorn, auf neue Aufgaben richtet. Damit meine ich auch meine kommunalpolitischen Aktivitäten. Der neue Stadtrat soll endlich handlungsfähig werden und ich möchte diesen Prozess nicht behindern. Zurück bleibt allerdings das ungute Gefühl, wegen eines Nazis, das Stadtratsmandat verloren zu haben.

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