„Zukunft gestalten statt den Mangel verwalten“ – Hochschulspaziergang am 22.08.

Am 22.August 2014, 13 Uhr laden Katharina Krefft, Dr. Claudia Maicher, Landesvorsitzende, Silvia Kunz Grüne Jugend-Vorsitzende, Kandidatinnen für die Landtagswahl, zusammen mit der Fraktionsvorsitzenden im Landtag von Sachsen-Anhalt, Frau Prof. Dr. Claudia Dalbert, zu einem Hochschulspaziergang unter dem Motto: „Zukunft gestalten statt den Mangel verwalten“ ein. Treffpunkt ist vor dem neuen Seminargebäude der Grimmaischen Straße. Von dort geht es zu den Theaterwissenschaften in der Ritterstraße über den Augustusplatz zur Albertina.

Was herauskommt, wenn man den Hochschulen die Finanzmittel wegnimmt, zeigen wir symbolisch mit einem Riesen-Wackelturm. Klar: irgendwann kracht die Uni in sich zusammen.
Unsere Hochschulen sind gravierend unterfinanziert. Sachsen nimmt den viertletzten Platz bei der Hochschulfinanzierung ein, gibt für die laufenden Grundmittel je Studierendem nur 6.350 Euro (Bundesdurchschnitt 6.830 Euro (Stand 2011)). Seit dem Jahr 2000 werden die Mittel reduziert. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen eine Verbesserung der Grundfinanzierung um mindestens 50 Mio. Euro in einem ersten Schritt.

„Studienkapazitäten, Fächerangebote, Personalausstattung, faire Arbeitsverhältnisse, Lehrqualität – alle Herausforderungen, vor denen die sächsischen Hochschulen heute stehen, sind vor allem von der Grundfinanzierung abhängig und nicht von Investitionsmitteln. Was bringen uns schöne Lehrgebäude, wenn drinnen die Vorlesungen und Seminare überfüllt sind oder die Lehrenden mit Dreimonatsverträgen beschäftigt werden?“ fragt Katharina Krefft. „Wir wollen Investitionen in Köpfe, nicht in Beton. In einer wissensbasierten Gesellschaft darf die Hochschule nicht nur einer überschaubaren Elite zugänglich sein, sondern grundsätzlich allen.“ fordert sie Sozialpolitikerin. Sie blickt auch auf die sächsischen Unternehmen. „Allein zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses bedarf es attraktiverer Bedingungen für Studierende. Weder dürfen Hürden am Anfang den Zugang zur Uni behindern noch darf die Lehrqualität unter der Sparwut leiden noch dürfen Gebühren für Examen erhoben werden. Und: damit aus dem kreativen Milieu der Hochschulen wirtschaftliche Effekte kommen, darf die Forschung nicht auf Dienstleistung für die Unternehmen begrenzt werden. Die Freiheit macht’s.“

Claudia Maicher, GRÜNE Landessprecherin und Kandidatin zur Landtagswahl ergänzt: „Wer Innovationen fördern will, darf Hochschulen nicht kaputtsparen. Exzellente Forschung und Lehre sowie Wissenstransfer in Gesellschaft und Wirtschaft sind zentrale Aufgaben unserer Hochschulen. Ständig neue Rekorde bei der Drittmitteleinwerbung können nicht darüber hinwegtäuschen: Zukunfts- und Planungssicherheit können die sächsischen Hochschulen nur durch eine ausreichende Grundfinanzierung erreichen. Von diesem Ziel ist Sachsen weit entfernt.“

Silvia Kunz, Kandidatin der Leipziger Grünen Jugend, richtet den Blick auf die Studierenden selbst: „Gerade die Interessenvertretung der Studierenden ist wesentlich für gute Studienbedingungen. Die Autonomie der Hochschulen, angemessene Personal- und Finanzausstattung inbegriffen, muss wiederhergestellt werden. Noch nie drängten so viele Studierende an die Hochschulen – ihre Leistungsfähigkeit zu sichern ist die vornehmliche Aufgabe der Staatsregierung. Denn wie viel mehr bekommt sie zurück von den jungen Menschen, die hierher kommen und vielleicht sogar hier bleiben.“

 
Hintergrund:

Hochschulen sind Treibhäuser der Wissensgesellschaft

Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen wir uns für die Zukunftschancen von Universitäten und Fachhochschulen als Treibhäuser der sozialen und ökonomischen Entwicklung in Sachsen ein.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verstehen die Entwicklung zu einer Wissensgesellschaft zugleich als die Chance jedes Einzelnen für mehr Selbstbestimmung, als Grundlage für andere Formen gesellschaftlicher Organisation und als Aussicht auf neue ökonomische und ökologische Perspektiven. Die Chance und Verpflichtung einer wissensbasierten Gesellschaft liegt dabei darin, eigene Lebenschancen, Lebensstile und ihrer individuelle wie gesellschaftliche Gestaltung nicht nur einer schmalen intellektuellen Elite zu überlassen, sondern potentiell allen Mitgliedern der Gesellschaft zu ermöglichen. Die Einbeziehung breiter Schichten in den gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung eröffnet so die Möglichkeit, demokratische Beteiligung jenseits der gewohnten Muster neu zu denken. Der Wandel hin zu wissensbasierten Wirtschaften schließt darüber hinaus neue Optionen der Ressourcenschonung jenseits der klassischen Wirtschaftszwänge ein. Grund genug, dass Sachsen den Weg in die Wissensgesellschaft entschiedener als bisher verfolgt.

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung können die sächsischen Hochschulen zum Zuwanderungsmotor werden. Schon jetzt sind die großen sächsischen Hochschulstädte urbane Zentren, die junge Studierende aus Deutschland und aller Welt anziehen. Mit den ab 2010 zurückgehenden Abiturientenzahlen in Sachsen sind die Hochschulen und Hochschulstädte mehr denn je auf auswärtige Studierende angewiesen. Darüber hinaus werden die Internationalität und Weltoffenheit einer der wichtigsten Voraussetzungen für innovative und lebendige Gesellschaften. Hochschulen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, dass Sachsen Zuwanderung und Multikulturalität als Chance begreifen kann.

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