„Stadt für Alle – statt für Wenige “

„Die Aussagen der Leipziger Immobilienwirtschaft sind klassisch Lobbyarbeit, deren einziges Ziel die Gewinnmaximierung ist. Da geht es weniger um das Interesse der Menschen, als vielmehr um die Steigerung der Rendite.“, so Jürgen Kasek, zu den jüngsten Äußerungen der Immobilienwirtschaft und deren vollmundigen 7- Punkte Plan.

Unlängst wurde festgestellt, dass Leipzig bereits jetzt eine Stadt mit einer sehr hohen Segregation ist. Der noch zur Verfügung stehenden Leerstand wird aufgrund des Bevölkerungswachstums deutlich an Bedeutung verlieren und die Schönfärberei der Immobilienwirtschaft hinsichtlich des noch zur Verfügung stehenden Leerstandes ist Augenwischerei und dient der Verschleierung. Tatsächlich ist die Leerstandsquote in Leipzig von dem Mittelwert ca 4,4 % nicht mehr sehr weit entfernt. Wie die Initiative Stadt für Alle festgestellt hat, liegt die Leerstandsquote aktuell bei ca. 8 % und sinkt bedingt durch den Zuzug rapide ab.

Auch der angesprochene Neubau, der fast ausschließlich im Hochpreissegment stattfindet, entlastet den Wohnungsmarkt nicht. Festzustellen ist, dass frei werdende Wohnungen bereits jetzt an Hand des Mietspiegels frei festgesetzt werden, was die Mieten in einigen Teilen bereits deutlich nach oben schnellen lässt. In einigen Stadtgebieten Leipzigs werden Häuser gezielt leer vermietet um danach die Miete deutlich höher festsetzen zu können, berichtet Kasek, der unter anderem als Mietrechtsanwalt arbeitet.

Die Segregationsprozesse nehmen zu. Die Folgen sind unabsehbar. Anders als die Immobilienwirtschaft behauptet gefährdet nicht eine Mietpreisbremse sondern der ungebremste Anstieg der Mieten den sozialen Frieden. In der Berechnung der Immobilienwirtschaft fließt zudem nicht ein, dass Leipzig nach wie vor eine Stadt mit einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote und einem unterdurchschnittlichem Einkommensniveau ist. Der Verweis auf andere Städte hilft daher nicht.

Diesen Umstand muss bereits heute Sorge getragen werden um eine weitere Erosion des sozialen Zusammenhalts zu verhindern. Dazu ist es zum einen notwendig, dass die Stadt selber wieder anfängt in sozialen Wohnungsbau zu investieren über die LWB mbH einerseits und andererseits dadurch das Druck auf das Land ausgeübt wird um eine Kappung von Mietpreissteigerung zu ermöglichen.

„Letztlich wäre auch eine weitere Regionalisierung des Mietrechts wünschenswert um es etwa Leipzig zu ermöglichen in Orten oder Stadteilen mit hohem Verdrängungsdruck Mietobergrenzen bei der Wiedervermietung einzuführen. Zudem muss auch Druck gemacht werden, um die Nebenkosten nicht weiterhin ansteigen zu lassen. “, so Kasek abschließend.

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