Sozialwohnungen jetzt bauen – Zeitpunkt nicht verschlafen!

Zur aktuellen Debatte um das Ausschöpfen und die Zweckentfremdungen von Wohnungsbaufördermitteln die vom Bund über die Länder bereit gestellt werden, erklärt Ingo Sasama, Mitglied des Aufsichtsrates der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH:

Noch haben wir in Leipzig einen scheinbar entspannten Wohnungsmarkt. Kein Wunder, dass in den letzten mindestens 10 Jahren keine Sozialwohnungen mehr gebaut wurden. Weiterhin vorhandene große Leerstände von ca. 30.000 Wohnungen, billige Mieten von durchschnittlich etwas über 5,15 € (Bestand) und 5,34 € (Neuvermietung) und ein breites Angebot (Erhebungen aus dem Jahr 2012) sollten uns jedoch nicht in zu großer Sicherheit wiegen. Erste Anzeichen in bestimmten Wohngebieten wie Schleußig, dem Musik- oder dem Waldstraßenviertel weisen unzweifelhaft auf eine beginnende Segregation hin. Zudem fehlen nicht nur in diesen Bereichen bestimmte bezahlbare Wohnungsgrößen von z. B. 4-Zimmerwohnungen für junge Familien. Diesen Tendenzen muss jetzt und nicht erst dann entgegen gewirkt werden, wenn der höchst erfreuliche Zuzug, die erweiterte Wohnungsgrößennachfrage bei Familienzuwächsen und eine steigende Bevölkerungszahl, die insgesamt zu einer weiter wachsenden Nachfrage führen wird.

Hier ist natürlich in erster Linie die kommunale Wohnungsbaugesellschaft LWB mbH gefordert, aktiv zu werden. Dabei sollten besonders die Grundstücke kostengünstig aktiviert werden, die sich in diesen Gebieten noch im Besitz der Gesellschaft oder der Stadt Leipzig befinden.

Sasama dazu: „Die neuen finanziellen Spielräume, nach drei Jahren finanziell positiven Wirtschaftsergebnis der LWB mbH, müssen dafür genutzt werden, wieder in den sozialen Wohnungsbau besonders und gezielt in den Gebieten einzusteigen die offenkundig von Segregation bedroht sind.“

Nachdem es die schwarz-gelbe Landesregierung vor der Sommerpause verweigert hat, bestimmte Schutzmechanismen, wie die Kappung von Mietpreissteigerungen in von Segregation bedrohten Stadtgebieten zuzulassen, wie es unsere Landtagsfraktion in einem Antrag vorgeschlagen hatte, können wir nur über gezielten Wohnungsbau diesen Prozess eindämmen.

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