Amtsstruktur des AfJFB grundlegend überprüfen

Gemeinsame Pressemitteilung von Prof. Dr. Felix Ekardt, OBM-Kandidat und Michael Schmidt, familienpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Leipziger Stadtrat

Felix Ekardt erklärt zur anhaltenden Debatte um die institutionelle Ausrichtung des Leipziger Jugendamtes:
„Die aufgekommenen Forderungen nach einer Teilung des Amtes für Jugend, Familie und Bildung (AfJFB) haben einen nachvollziehbaren Anlass, uns sind aber fachlich gut begründete Lösungen wichtiger als die üblichen populistischen Schnellschüsse. Ich fordere zunächst einmal eine Prüfung der Organisationsstruktur und des erfolgten Zusammenlegungsprozesses durch einen sowohl in den Themenbereichen Verwaltung und Kinder- und Jugendhilfe erfahrenen externen Dritten. Dies verspricht wichtige Erkenntnisse über die zukünftige Ausrichtung und optimale Steuerung des Amtes für Jugend, Familie und Bildung. Eine erhebliche Strukturreform ist dabei nicht ausgeschlossen; dies einzuschätzen, sollte aber teilweise durch externen, unabhängigen Rat unterfüttert werden – und nicht wie üblich in der Leipziger Ganz Großen Koalition aus SPD, CDU und Linkspartei ausgekungelt werden.“
Ich bin davon überzeugt, dass ein erneutes Auseinanderbrechen, der erst vor 1,5 Jahren zusammengeführten Struktur die momentanen Probleme nur weiter vergrößern würde. Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass die Fusion von Jugendamt und Schulverwaltungsamt viel zu schnell durchgesetzt wurde. Die Vermutung ist auch, dass eher finanzielle als fachliche Gründe dafür sprachen, indem man durch die Zusammenführung der Ämter keinen Nachfolger des abgesetzten ehemaligen Amtsleiters des Schulverwaltungsamtes bestimmen musste. Ein begleitender Prozess wurde im Zuge der Zusammenlegung völlig vernachlässigt, die unterschiedlichen Organisationsebenen nicht in dem notwendigen Maße in die Strukturreform einbezogen. Die Kommunikation innerhalb der Ämter ließ meines Erachtens sehr zu wünschen übrig, sodass die Abteilungen und Sachgebiete im Rahmen der Zusammenlegung nicht ausreichend mitgenommen wurden, was wiederum interne Neuordnungsprozesse schwieriger und langwieriger macht.“

Michael Schmidt ergänzt: „Aus meiner Sicht sind die aktuellen Schwierigkeiten, denen das derzeit Amt ausgesetzt ist, speziell die Probleme beim Ausbau der Kinderbetreuung, der geschlossenen Schulsporthallen, der lange unterlassenen Maßnahmen im Fall der kriminellen Zwillinge und nicht zuletzt den Verfehlungen des ASD im Zusammenhang mit dem Kinds- und Muttertod in Gohlis, nicht unmittelbar auf die Zusammenlegung der Ämter zurückzuführen. Zentrale Ursachen sind vielmehr in der überforderten und selbstverliebten Amtsleitung und der mangelhaften Umsteuerung des Amtes in den betreffenden Bereichen zu suchen. Die aktuellen Probleme müssen intensiv aufgearbeitet und fachliche Neuausrichtungen umgehend in die Wege geleitet werden. Dazu braucht es aber eine tatkräftige, entschlossene und vor allem anleitende Unterstützung der Amtsleitung. Durch die zu schnell vonstatten gegangene Zusammenlegung der beiden Ämter muss befürchtet werden, dass eine optimale Struktur und Organisation des 1.800 Mitarbeiter starken AfJFB gegenwärtig noch gesucht werden muss.“

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