Jugendamt personell neu besetzen!

Zur Debatte um die verhaltensauffälligen Zwillinge in Leipzig, besser bekannt als Kinderbande, und zu weiteren Versäumnissen des Jugendamtes nimmt Prof. Dr. Felix Ekardt, grüner OBM-Kandidat, wie folgt Stellung:

„Das Amt für Jugend, Familie und Bildung ist eines der zentralen Ämter in Leipzig. Viele wichtige Weichen können hier für unsere Kinder gestaltet und gestellt werden. Leider wird der Jugendamtsleiter dieser Aufgabe nicht gerecht: Zu viele offene Baustellen, Fragezeichen und Fehler sind in letzter Zeit in diesem Ressort geschehen. Nach einer Vielzahl von unzumutbaren Negativmeldungen aus dem Jugendamt wird es endlich Zeit, dass der Fokus wieder auf die Kinder und ihr Wohl gelenkt wird. Dies geht nur, wenn Herr Haller seinen Hut nimmt.

Vom aktuell vorherrschenden akuten Mangel an Kita-Plätzen können viele Eltern ein Lied singen, aber auch die vollständig verschlafene und aus dem Ruder gelaufene Schulnetzplanung trägt massive Züge des Versagens. Denn dass für Kinder neben Kita-Plätzen auch Schulen benötigt werden und wie sich die Geburtenzahlen entwickeln, hätte man seit langem wissen können. Nach meinen Erkenntnissen dauert es mindestens 6 Jahre, bis Kinder die Schule besuchen.

Auch in Anbetracht des Umgangs mit der sogenannten Kinderbande zeigen sich deutliche Defizite, dass erst jetzt reagiert wird, nachdem zunächst versucht wurde, das Problem zu verdrängen und zu warten, dass die beiden verhaltensauffälligen Zwillinge strafmündig sind ist kein geringer Skandal. Das Strafrecht ersetzt keine politischen und pädagogischen Konzepte. Eine frühzeitige Intervention wäre notwendig und machbar gewesen. Kinder werden nicht als Straftäter geboren, sondern sie werden dazu gemacht. Nur durch gezielte Förderung, soziale Netzwerke und Intervention kann man langfristig Kinder vor einer kriminellen Laufbahn fernhalten. Jetzt zu den härtesten denkbaren Mitteln zu greifen und die Zwillinge zu trennen, zeigt nur, dass die Stadt die Sache nicht im Griff hat. Eine Entschuldigung wie die jetzt von Herrn Haller vorgetragene kann all das nicht ungeschehen machen.

Allerdings muss auch dem Polizeipräsidenten Herrn Wawrzynski entschieden widersprochen werden, wenn dieser konstatiert, dass ein Abwarten der Entscheidung des Familiengerichtes nicht mehr angemessen sei. Die Justiz wacht über Einhaltung von Recht und Gesetz. Das Jugendamt damit jetzt zum Rechtsbruch aufzufordern, ist hemdsärmeliger Populismus und offenbart ein für einen Polizeipräsidenten und CDU-OBM-Kandidaten sehr bemerkenswertes Rechtsverständnis.

Um für die Zukunft die aufgetretenen Probleme zu vermeiden, sollte über eine Neubesetzung des Jugendamtsleiters nicht nur nachgedacht, sondern diese auch umgesetzt werden. Die ganze Angelegenheit zeigt sich wieder einmal nachdrücklich, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung seine Verwaltung nicht im Griff hat und nicht in der Lage ist, auch kontroverse und schwierige Fragen zu lösen.“

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