Mittelstandsvereinigung der CDU braucht dringend Fortbildung in Sachen Mobilität und Verkehr

Zur Pressemitteilung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung des CDU-Kreisverbandes Leipzig (MIT) („Individualverkehr darf nicht zurückgedrängt werden“), nimmt der verkehrspolitische Sprecher der bündnisgrünen Ratsfraktion, Roland Quester, Stellung: 

“Es ist erschreckend, in welch mobilitätswissenschaftlichen Niemandsland die MIT sich im Jahr 2012 immer noch befindet. Man kann dort bedauerlicherweise noch nicht einmal zwischen Individual- und Wirtschaftsverkehr unterscheiden. Alles, was Regierungen auf EU-, Bundes- und Landesebene – egal welcher politischen Farbe – in den letzten vierzig Jahren zumindest verkündet und in Teilen auch unternommen hat, um Anteile des motorisierten Individualverkehrs (also des privaten Benutzens des Autos) auf Bahn, Bus, Rad, die Füße und Car-Sharing zu verlagern, hat neben vielen anderen auch dieses Ziel: die Straßen für den notwendigen Wirtschaftsverkehr durchlassfähig zu halten. Die MIT will das alles – von der ÖPNV-Bevorrechtigung an Ampeln bis zu Radfahrstreifen – nicht. Sollen die aktuell gut 60 % aller Wege, welche die Leipziger nicht mit dem PKW zurücklegen, doch auf das Auto verlagert werden, damit der Wirtschaftsverkehr den Kollaps erleidet! Kann man es glauben?“ 

Nur 25 % des motorisierten Verkehrs in Leipzig ist Wirtschaftsverkehr, 
75 % sind privater Verkehr. Den weit größte Anteil am privaten Verkehr nimmt der Einkaufs- und Freizeitverkehr ein und 48 % der privat mit dem Auto zurückgelegten Wege sind unterhalb von 5 km Wegelänge – ungefähr so weit, wie von Connewitz bis zum Zoo. Welche Nachteile erleidet die mittelständische Wirtschaft, wenn der Leipziger zum Einkaufen und in der Freizeit Bahn und Rad statt des Autos benutzt? Und damit die Straßen entlastet? Bei den Parkplätzen in der Innenstadt steht Leipzig bundesweit – nach einer ADAC-Statistik – ganz vorne und Steuern zahlen in der Bundesrepublik alle Steuerzahler, egal mit welchem Verkehrsmittel sie sich fortbewegen und egal, ob sie Autoteile oder Fahrräder produzieren. 

Roland Quester: „Als Mittelständler müssen einem bei soviel Sach-Unkunde in politischen Vereinigungen wohl die Haare zu Berge stehen. Würde das Praxis, dann kann der Klempner seine Kloschüssel tatsächlich zum Kunden tragen, weil auf der Straße gar nichts geht.“ 

(Für Rückfragen steht Ihnen Roland Quester zur Verfügung.)
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