Den Frevel stoppen, den Auenwald bewahren

Anlässlich des Tags des Baumes erklärt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN KV Leipzig:

Der Auwald ist Leipzigs Lunge, ein Lunge die inzwischen stark gefährdet ist. Gerade die aktuellen Maßnahmen der Landestalsperrenverwaltung, die zu einem beispiellosen Kahlschlag führen und ein mangelndes Problembewusstsein offenbaren, gefährden den Auwald in seinem Bestand. Die Landestalsperrenverwaltung betreibt hier eine Politik aus dem letzten Jahrhundert, die mit zeitgemäßem Hochwasserschutz nichts gemein hat.

In den letzten hundert Jahren wurde bereits über die Hälfte des Auwaldes vernichtet. Dieser Zerstörungsprozess hat sich verlangsamt, ist aber nicht zum Stillstand gekommen. Immer wieder werden Bauflächen im Auwald ausgeschrieben, werden Bäume gefällt, geht Natur verloren. Dabei kann und muss es das Ziel sein, den Auwald stärker in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Der Auwald hat unmittelbare Auswirkungen auf vielfältige Bereiche in der Stadt, sei es im Bereich Tourismus, im Bereich Stadtklima, sei es im Bereich Feinstaub und Wohnumfeld. Es ist kein Zufall, dass die besten und teuersten Wohnlagen in Leipzig zum großen Teil am Rande des Auwaldes liegen. Dennoch gibt es kein integriertes Gesamtkonzept für den Leipziger Auwald, in dessen Mittelpunkt der Erhalt und, wo möglich, die Renaturierung thematisiert werden. Vielmehr ist offenbar, dass das Wissen um die Besonderheit des Schutzgutes Leipziger Auwald nur schwach ausgeprägt und in Teilen der Verwaltung kein ausreichendes Problembewusstsein vorhanden ist. Das wird auch anhand der Aussagen der Verwaltung in Bezug auf die Schiffbarmachung von Leipzigs Gewässern und Bauvorhaben im Auwald deutlich.

Wir sollten uns deutlich machen, was wir mit dem Auwald besitzen. Ein integriertes Gesamtkonzept, welches den Schutz des Waldes und die Renaturierung verlorener Flächen ausweist, ist unabdingbar für die Zukunft. Darüber hinaus wird die Stadtverwaltung aufgefordert die Umweltverbände und Bürger frühzeitig mit einzubeziehen und nicht erst im formal-juristischen Verfahren.

„Das wir am Tag des Baumes überhaupt mahnen müssen, ist in einer Stadt wie Leipzig beschämend“, so Kasek abschließend.


Jürgen Kasek, Vorstandssprecher

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