KlimaGerechtigkeit Leipzig und gegenstrom berlin: „Der Emissionshandel ist kontraproduktiv“

Am Donnerstag, 14. Oktober 2010 diskutierten KlimaaktivistInnen in den Räumen der Leipziger Universitätsbibliothek Theorie und Praxis des Emissionshandels. Vor ca. 70 ZuhörerInnen dröselten Jacob Schewe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Martin Bauhof von Climate Justice Action und Bernd Brouns von WEED die Mängel und Umsetzungsfehler des Emissionshandels auf und loteten mögliche Alternativen aus. “Wir stellen ein Experiment mit der Erde an und beginnen gerade erst zu verstehen, zu was für  Katastrophen das führen kann”, brachte Schewe das Klimaproblem auf den Punkt. Mit den Worten “der Emissionshandel ist kein kleiner Schritt in die richtige Richtung, sondern eher kontraproduktiv, weil er Alternative Lösungsmöglichkeiten verdrängt”, fasste Brouns die Kritik am Emissionshandel zusammen. Angesichts der skeptischen Positionen auf dem Podium kam aus dem Publikum vermehrt die Frage nach Alternativen und persönlichen Handlungsmöglichkeiten. Bauhof rief daraufhin zu konkretem politischem Engagement in allen Lebensbereichen auf: “Die nächste Möglichkeit etwas zu tun, ist am Freitag auf die Straße zu gehen und an der Klimademo teilzunehmen.”
Die Vorbereitungen für die von Bauhof angesprochene Aktionsdemo “Für ein ganz anderes Klima!”, die am 15.10. um 15 Uhr am kleinen Willy-Brand-Platz (gegenüber Hauptbahnhof) in Leipzig startet, laufen unterdessen auf Hochtouren. Der Kreis der UnterstützerInnen wächst stetig. So hat sich der StudentInnenRat der Universität Leipzig am Dienstag im Plenum mit großer Mehrheit dem Aufruf zur Klimademo angeschlossen. Die Stiftung Weiterdenken e.V. unterstützt die Aktion ebenfalls. “Wir setzen der engstirnigen realpolitischen Klimapolitik Ideen eines konsequenten Wandels unserer Gesellschaft entgegen. Mit dieser Position lassen wir uns nicht an den Rand des Klimadiskurses drängen. Effizienter Klimaschutz und Klimagerechtigkeit muss Mainstream werden, ansonsten droht die Klimakatastrophe”, äußert sich Timmo Krüger von KlimaGerechtigkeit Leipzig zur Vernetzungsarbeit.
 Die Berliner Gruppe Eclectic-Electric hat “el martillo” angekündigt: einen elf Meter langen Hammer. Die Skulptur wird im Dezember nach Cancún geschickt werden, als Zeichen der Verbundenheit mit den Bewegungen, die dort die diesjährigen Proteste gegen den Klimagipfel organisieren und begleiten werden. “Solidarität Zimmern, statt das Klima zu zerschlagen”, fordert Selana Tzschiesche von gegenstrom berlin. Neben den vielen Theaterperformances wird die Leipziger Sambaband für eine dynamische Demo sorgen.

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